S6 4024... bei Weissenbach St.Gallen, Herbert Pfoser 27.05.2015

S-Bahn Vorarlberg

Die S-Bahn Vorarlberg ist ein Nahverkehrsprojekt in Vorarlberg. Basis für den Ausbau und Entwicklung ist das Vorarlberger Verkehrskonzept von 2006.[1] Gemäß dem Konzept soll die Vorarlbergbahn zwischen Lindau (Bayern) und Bludenz, mit einer Zweigstrecke von Bregenz nach St. Margrethen (Schweiz), das „Rückgrat der ÖPNV-Erschließung“ darstellen. Anschließend daran und ins System integriert werden die Montafonerbahn, die S-Bahn St. Gallen (Anschluss ab St. Margrethen), das grenzüberschreitende Projekt S-Bahn FL.A.CH (über Liechtenstein nach Buchs) und das Vorarlberger Land- und Stadtbussystem. Ziel ist auf allen Hauptachsen ein 15-Minuten-Takt in Spitzenzeiten und ein durchgängiger Halbstundentakt in den übrigen Zeiten sowie auf den Nebenlinien.

 

Ab Dezember 2005 wurden erste Talenttriebzüge der ÖBB mit der Aufschrift „S-Bahn Vorarlberg“ beklebt. Zwi-schenzeitlich wurden auch NPZ-Triebzüge der Montafonerbahn entsprechend beklebt. Inzwischen verkehren alle ÖBB Nahverkehrsgarnituren mit einer entsprechenden Beschriftung. Auch wenn der Begriff „S-Bahn“ in verschiedenen Drucksachen des Verkehrsverbundes verwendet wurde, wurden die Züge weiterhin als Regionalzüge geführt. Mit Fahrplanwechsel im Dezember 2011 verkehren erstmals zwei Linien (S1, S3) auch fahrplanmäßig als S-Bahn teilweise im Halbstundentakt von 5 bis 23 Uhr.[2]

 

Linien

 

ÖBB 4024 „S-Bahn Vorarlberg“

S1: Lindau – Bludenz

 

Die Vorarlbergbahn weist einen sehr dichten Zugsverkehr auf. Zu den absoluten Stoßzeiten ver-kehren auf einzelnen Abschnitten S-Bahn- und Regionalexpresszüge schon in Zugfolgen von unter zehn Minuten, wenn auch nur teilwei­se im Takt. Seit Dezember 2011 gibt es zwi­schen Bregenz und Bludenz täglich bis 23 Uhr enen Halbstundentakt. Wichtigste Nahverkehrsknoten entlang der Strecke sind Bludenz, Bregenz, Dornbirn und Feldkirch.

 

S3: Bregenz – St. Margrethen

 

Verkehrt derzeit im Stundentakt und zu Stoßzeiten im Halbstundentakt. Die Linie soll bis 2016 auf einen durchgehenden Halbstundentakt ausgebaut werden (beziehungsweise mit der S6 einen al­ternierenden Halbstundentakt bilden). Mit ihrem Terminus in St. Margrethen bietet die S3 An­schluss an die S-Bahn St. Gallen. Wichtigster Nahverkehrsknoten entlang der Strecke ist Lus­tenau. Alle ehemaligen R und REX Züge auf der Strecke werden zu S-Bahnen, behalten aber ihr altes Halteschema bei. Die Mehrzahl aller Züge fährt damit im Bahnhof Hard-Fußach durch.

 

S4: Schruns – Bludenz

 

Die Züge der Montafonerbahn zwischen Schruns und Bludenz verkehren hauptsächlich im Stun­dentakt. Zu den Stoßzeiten wird ein Halbstundentakt gefahren, wobei von den ÖBB einige Züge von Schruns bis nach Bregenz oder Lindau geführt werden (im Gegenzug übernimmt die Monta­fonerbahn die Bedienung der meisten Nahverkehrszüge der S3). Seit dem Fahrplanwechsel Ende 2012 werden die Strecke und die darauf verkehrenden ehemaligen Regionalzüge als S-Bahn be­zeichnet.

 

Geplante Linien

 

S2: Feldkirch – Buchs

 

Diese Nummer ist für die Strecke von Feldkirch durch Liechtenstein nach Buchs reserviert. Zurzeit verkehren hier nur sechs bis sieben Nahverkehrszüge pro Tag. Für zukünftige Planungen siehe unten beziehungsweise unter S-Bahn FL.A.CH.

 

S6: St. Margrethen – Bregenz

 

Im Zuge der S-Bahn FLACH ist als ersten Schritt geplant, die Linie S6 der S-Bahn St. Gallen bis nach Bregenz zu verlängern.[4]

 

Weitere Planungen

 

Erklärtes Ziel von Land Vorarlberg und ÖBB ist es, die Marke „S-Bahn“ in den nächsten Jahren weiter auszubauen und auf allen Bahnstrecken im Land einzuführen. Im Jahr 2012 werden 182 Züge pro Tag im Nahverkehr bestellt (2007: 152 Züge pro Tag). Die tägliche Kilometerleistung wuchs damit auf 8.000 (2007: 6.700).[5]

 

Noch einmal signifikant gesteigert werden diese Werte nach Fertigstellung der Ausbaumaßnahmen zwischen Lauterach und St. Margrethen (S3) und der FLACH S-Bahn zwischen Feldkirch und Buchs (zukünftige S2).

 

Auch ausgebaut werden soll das Angebot in Richtung Friedrichshafen und Ulm (Bodenseegürtel­bahn und Südbahn). Wenn diese laut Plan elektrifiziert wird, könnte schon ab 2016 eine direkte Verbindung nach Friedrichshafen, zum Flughafen Friedrichshafen und nach Ravensburg ge­schaffen werden.[4]

 

Infrastrukturmaßnahmen

 

Im Bereich der zur ÖBB Infrastruktur AG gehörenden Bahnanlagen laufen derzeit zwei parallele Projekte: Das sogenannte „Rheintalkonzept“ auf der Achse Bregenz–Bludenz und der Strecken­ausbau Lauterach – St. Margrethen. Im Jahr 2004 begann die Umsetzung des Rheintalkonzepts mit einem Umbau der Bahnhöfe Dornbirn und Feldkirch. Eine Teilinbetriebnahme fand 2007 statt. Speziell für den Nah- und Schnellbahnverkehr wurden die Haltestellen Dornbirn-Schoren, Bregenz-Riedenburg und Lauterach umgebaut und die Haltestelle Hatlerdorf modernisiert. Zurzeit werden die Bahnhöfe Hohenems und Rankweil modernisiert. Im Planungsstadium befindet sich der Umbau des Bahnhofs Götzis.[6]

 

Der Bahnhof Bregenz soll im Zuge des Projekts „Seestadt“ umgebaut werden.

 

Der Streckenausbau Lauterach – St. Margrethen diente zum einen der Verbesserung der Hoch­wassersicherheit, zum anderen der Steigerung der Leistungsfähigkeit der Strecke. Herzstück war der Neubau der Rheinbrücke zwischen Lustenau und St. Margrethen.[7] Im Zuge dessen wurden zahlreiche Brückenbauwerke erneuert und der Lustenauer Bogen leicht verlegt. Bis 2015 soll der Bahnhof Lustenau umgebaut werden. Eine vollkommen neue Haltestelle ist in Lauterach West ge­plant. Umbauten finden in Hard statt. Im Zuge der Großbaustelle bei der Rheinbrücke wurde die Haltestelle Lustenau-Markt gesperrt. Die ÖBB wollen die Haltestelle nicht mehr eröffnen bezie­hungsweise führen an, dass dies mit der neuen Strecke nicht möglich ist[8] während die Gemeinde Lustenau für eine Wiedererrichtung ist.[9]

 

Zur Umsetzung des verdichteten Taktes auf der Strecke Feldkirch – Buchs für die S-Bahn FL.A.CH. muss auch diese Strecke ausgebaut werden. Konkret handelt es sich um einen Doppel­spurausbau zwischen dem österreichischen Tisis und dem liechtensteinischen Nendeln. Zurzeit läuft (für den österreichischen Teil) ein UVP-Verfahren.[10] In diesem Zuge sollen auch die Bahnhöfe Schaan-Vaduz und Nendeln erneuert werden. Weiters soll eine neue Haltestelle in Tos­ters (Bereich Vorarlberghalle) entstehen. Die Haltestelle Schaanwald soll am derzeitigen Standort aufgelassen werden. Die neue Haltestelle Schaanwald entsteht mehrere hundert Meter weiter in Richtung Buchs, um die dort ansässigen Betriebe und in den letzten Jahrzehnten entstandenen Wohnungen besser zu erschließen.

 

 

Einzelnachweise

  1. Verkehrskonzept Vorarlberg 2006 (PDF; 885 kB)

  2. vorarlberg.orf.at: Neuer Fahrplan: Halbstundentakt der S-Bahn wird verstärkt, 2. Dezember 2011

  3. ÖAMTC - Vorarlberg: mehr S-Bahn-Angebot, abgerufen am 3. Dezember 2012

  4. ORF, Bahnfahren in Nachbarstaaten wird erleichtert, 3. Mai 2012.

  5. Land Vorarlberg: Mehr Züge auf Vorarlbergs Schienen, 17. Oktober 2011

  6. ÖBB Infrastruktur: Rheintalkonzept, September 2011

  7. ÖBB Infrastruktur: [1], abgerufen am 5. Juli 2015

  8. ORF Vorarlberg: Haltestelle Lustenau-Markt wird geschlossen, abgerufen am 3. Mai 2012

  9. Bericht in den Vorarlberger Nachrichten vom 7. Mai 2011, auch auf Vorarlberg Online veröffentlicht: Lustenau: Kampf um alten Bahnhof, abgerufen am 3. Mai 2012

  10. PDF "Projektvorstellung S-Bahn FL-A-CH" vom 20. April 2011 auf www.llv.li, abgerufen am 15. Februar 2016

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/S-Bahn_Vorarlberg

 

alle fotos: drehscheibe online.de

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