S3 4024xxx nach Bad Reichenhall in Feldkirchen (Obb.), Rolf Reinhardt 24.04.2012

S-Bahn Salzburg 

Die S-Bahn Salzburg ist ein Nahverkehrsprojekt im Großraum Salzburg, der EuRegio Salzburg – Berch-tesgadener Land – Traunstein. Ihr S-Bahn-Netz besteht aus 5 Linien, ist seit 2004 teilweise in Betrieb und hat auf österreichischer Seite 2014 den vorläufigen Endausbau erreicht.

 

Die Strecken

 

Das Streckennetz umfasst fünf Linien, die von drei Betreibern bedient werden: Salzburg AG, Österrei-chische Bundesbahnen (ÖBB) und Berchtesgadener Land Bahn (BLB).

 

 

 

Derzeit endet die S2 am Salzburger Hauptbahnhof, da der Westast (Salzburg–Freilassing) noch nicht vollständig für den S-Bahnbetrieb ausgebaut ist. Um die für den 15-Minuten-Takt nötige Ka­pazität zu ge-währleisten, muss die Strecke zwischen Salzburg Liefering und Freilassing erst noch dreigleisig ausge-baut werden. Im Rahmen dieser Arbeiten muss auch der Brücke über die Saalach ein neues Brücken-tragwerk für das dritte Gleis angefügt werden. Dies ist bereits im Zuge des drei­gleisigen Ausbaus vom Salzburger Hauptbahnhof bis Liefering im Innenstadtbereich bei der Ei­senbahnbrücke über die Salzach geschehen.

 

Die Arbeiten am Westast sind bis in den Bereich Liefering-Rott beendet. Mit dem Bau der ersten Haltestelle des Westastes (Salzburg Taxham Euro­park) war im Frühjahr 2005 begonnen worden; die Station wurde im Juni 2006 in Betrieb genommen und er­schließt mit dem Europark eines der größten Einkaufszentren Westöster­reichs ebenso wie das Privatgymnasi­um der Herz-Jesu-Missionare, das EM-Stadion Salzburg und eine große An­zahl von Haushalten.

 

Oberbau der neu errichteten Eisenbahnbrücke im Salzburger Innenstadtbereich
Haltestelle Salzburg Liefering

 

 

Im Herbst 2005 wurde mit dem Bau der Statio­nen Salzburg Mülln - Altstadt und Salzburg Aigl­hof begonnen, welche am 12. Dezember 2009 eröffnet wurden. Damit erhielten auch die Salz­burger Medizinische Universität (PMU) und das Landeskrankenhaus Salzburg Anschluss an das neue Nahverkehrssystem. Bei den beiden Haltestellen besteht Umsteigemöglichkeit zu städtischen Obussen, in Aiglhof auch zu eini­gen Regionalbuslinien.

 

Am 15. Dezember 2013 wurde letztlich die Hal­testelle Salzburg Liefering eröffnet, mit der an-grenzendes Siedlungsgebiet erschlossen wur­de.

 

Der 2009 in Angriff genommene Totalumbau des Hauptbahnhofs Salzburg ist abgeschlossen. Mit der Schaffung von zusätzlichen Durchgangsgleisen für den übergeordneten Fernverkehr so-wie ei­nem eigenen S-Bahn-Bahnsteig wurde der Bahnhof in seiner Funktionalität deutlich ver-bessert; unter anderem bietet er nun vollständige Behindertentauglichkeit. Außerdem erhielt er durch die Errichtung einer Passage unter den Gleisen eine stadtteilverbindende Funktion (verbesserter Zu­gang vom Stadtteil Schallmoos). Der Bahnsteig für den S-Bahnverkehr (Gleise 8 und 9) sind auch vom naheliegenden Nelböckviadukt zugänglich.

 

Taktfahrplan

 

Der unterirdische Salzburger Lokalbahnhof

Die Züge verkehren auf den Linien S1 und S3 im 30-Minuten-Grundtakt (mit Verdichtung zu den Stoßzeiten auf einen 15-Minuten-Takt auf der Strecke der S1). Die Linien S2 und S4 werden vor­erst im Stundentakt (mit Taktverdichtung zur Stoßzeit) betrieben und die Linie S11, eine periphe-re Abzweigung der Linie S1, wird ebenfalls im Stundentakt befahren.

 

Der Fahrplan der S1 ist nicht wie die anderen am Salzburger Hauptbahnhof verkehrenden Bahn-linien auf die in Mitteleuropa übliche Sym­metriezeit abgestimmt. Insbesondere von S2/S3 zur S1 treten dadurch Umsteigezeiten bis 20 Minuten und mehr auf, in der Gegenrich­tung noch um 13 Minuten länger. Dies wider­spricht dem Grundgedanken eines integralen Taktfahrplans.

 

Zwischen den Stationen Salzburg Hbf und Frei­lassing werden nach Fertigstellung der Bauarbei-ten die Züge der Linie S2 und S3 so aufein­ander abgestimmt, dass auf dieser Stammstrecke im dicht verbauten Stadtgebiet ein 15-Minuten-Takt entsteht.

 

An den Endpunkten der S-Bahnlinien S2 und S3 werden derzeit einige Züge als Regionalzüge weitergeführt.

 

Fahrzeuge

 

Garnitur der Reihe 4023 auf der S3 in Salzburg Sam

Die von den ÖBB betriebenen Linien S2 und S3 werden mit 11 dreiteiligen Elektrotriebwagen vom Typ Talent (ÖBB Reihe 4023) und 10 vier­teiligen Triebwagen der Reihe 4024 betrieben.

 

Die von der Salzburg AG betriebenen Linien S1 und S11 werden mit 18 zweiteiligen Gleich-stromtriebwagen der SGP beziehungsweise de­ren Nachfolger betrieben.

 

Seit Dezember 2009 betreibt die BLB die Linie S4 zwischen Freilassing und Berchtesgaden, da-bei kommen fünf Triebwagen vom Typ FLIRT zum Einsatz.

 

Tarife

 

Die gesamte S-Bahn Salzburg ist in das Tarifsystem des Salzburger Verkehrsverbunds (SVV) in-te­griert. Im Stadtgebiet von Salzburg kann die S-Bahn somit innerhalb der Kernzone mit denselben Fahrscheinen wie für Busse (Zeitkarten, 24-Stundenkarte oder Einzelfahrschein) benützt werden. Fahrscheine des ÖBB-Tarif (mit und ohne Vorteilscard) sind auch in den Zügen der S-Bahn Salz­burg gültig, einschließlich dem Einfach-Raus-Ticket. Aus Richtung Freilassing nach Salzburg fah­rend gilt der Tarif der Deutschen Bahn AG ebenso als Übergangstarif bis Salzburg Hbf, nicht aber für Fahrten nur auf dem in Österreich liegenden Abschnitt zwischen Salzburg-Liefering und Salz­burg Hbf. Das Bayern-Ticket und das Bayern-Ticket-Nacht sowie das Schönes-Wochenen­de-Ticket und das Quer-durchs-Land-Ticket gelten ebenso von Deutschland aus kommend bis Salz­burg Hauptbahnhof. Fahrscheine sind an den Fahrscheinautomaten an den Stationen sowie in Ta­baktrafiken erhältlich.

 

Ausbau

 

S-Bahn im Bau

Der für das Frühjahr 2014 geplante Beginn des dreigleisigen Ausbaus des Westasts durch­gehend bis Freilassing verzögerte sich wegen der erfolgreichen Klage eines unterlegenen Bie­ters im Vergabeverfahren auf deutscher Seite.[1] Derzeit findet der Bau dieses dritten Gleises mit einer zusätzlichen Brücke über die Saalach statt. Nach Fertigstellung soll auch die S2 bis Freilassing durchgebunden werden, was einen 15-Minuten-Takt zwischen dem Salzburger Hauptbahnhof und Freilassing gewährleistet.

 

Dieser Ausbau ist ebenfalls ein wichtiger Schritt für die Ausbaustrecke München - Mühldorf 38.

 

Planungen

 

Am Ostast soll mit der Haltestelle Seekirchen Süd eine bessere Anbindung des Stadtzentrums von Seekirchen erreicht werden. Außerdem soll der Bahnhof Neumarkt Köstendorf modernisiert und zu einem Knotenbahnhof ausgebaut werden.

 

Schon seit Jahren wird ein Innenstadttunnel von der bestehenden unterirdischen Endstation der S1 am Hauptbahnhof bis in den Süden der Landeshauptstadt diskutiert. Mit den dabei zu errei­chenden Stationen Mirabellplatz, Staatsbrücke, Residenzplatz und Nonntal wäre die Innenstadt Salzburgs erschlossen. Die Bahn würde in der Alpenstraße wieder auftauchen und entlang dieser mit den Stationen Akademiestraße, Josefiau, Alpensiedlung und Hellbrunner Brücke einen Teil der Universität Salzburg, mehrere Schulen sowie Wohngegenden und Gewerbegebiete erschließen. Politisch herrscht derzeit ein überparteilicher Konsens zwischen der Stadt und dem Bundesland über die Notwendigkeit dieser Maßnahme. Die Finanzierung des über 350 Mio. Euro teuren Pro­jekts ist noch ungeklärt.

 

Weiters existiert die Idee, an die Strecke bis zur Hellbrunner Brücke anzuknüpfen und im Rahmen einer Wiedererrichtung der Südlokalbahn bis Berchtesgaden die südlichen Vororte Grödig, Anif und Niederalm zu erschließen, die infrastrukturell längst mit der Stadt verwachsen, jedoch verkehrsmä­ßig unterversorgt sind.

 

Anfang November 2013 erfolgte der Spatenstich für die in Oberösterreich liegende Verlängerung der Linie S11 von Trimmelkam nach Ostermiething. Eine Weiterführung bis ins bayerische Burg­hausen wird es aber vorerst nicht geben.

 

Über eine Weiterführung der S2 bis Traunstein wird nachgedacht.

 

Als großes Potenzial wird auch die Einbindung der Stieglbahn mit einer Erschließung des Salzbur­ger Flughafens gesehen. Die Strecke würde dabei nach der Station Salzburg Aiglhof vom Westast abzweigen und auf größtenteils bestehenden Gleisen durch Maxglan zum zweitgrößten Flughafen Österreichs geführt werden.[2]

 

In letzter Zeit tauchte auch mehrfach die Idee einer Wiedererrichtung der Ischlerbahn in Richtung Mondsee, Wolfgangsee und Bad Ischl auf.

 

 

Einzelnachweise

 

1. Bau des 3. Gleises verzögert sich weiter. 29. November 2013, abgerufen am 22. Dezember 2013.

 

  1. Vgl. dazu studentische Seminararbeiten der TU Wien 2007, online auf www.eiba.tuwien.ac.at (PDF; 6,4 MB), abgerufen am 9. Juli 2012.

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/S-Bahn_Salzburg

 

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