1116.138 schiebt den Regionalzug 2338 nach Bernhardsthal durch die Haltestelle Perchtoldsdorf., ÖBB399 02.11.2012

Regional-Express

Regional-Express (kurz: RE, in Österreich: REX) ist die Bezeichnung einer Zuggattung in Deutschland, Österreich und Luxemburg. In der Schweiz wird der analoge Begriff RegioExpress gebraucht.

 

Deutschland

 

Namensrecht

 

Regional-Express mit Doppelstockwagen

Bs zum Jahr 2010 wurden, analog zur Regio­nalbahn, ausschließlich Züge der Deutschen Bahn als Regionalexpress bezeichnet. Private Eisenbahn­verkehrsunternehmen nutzten ihren eigenen Namen als Produktbezeichnung, beispielsweise metronom (Me) und Erfurter Bahn (EBx). Im Jahr 2010 hat die Deutsche Bahn AG die Nutzung ihrer Zuggattungen auch für andere Eisenbahn-Verkehrsunternehmen freigegeben. Allerdings unter Auflagen: Die Züge er­bringen dieselben Leistungen wie die der Deutschen Bahn. So stehe etwa ein RE für einen schnellen Zug, der Regionen an das Fernverkehrsnetz anbindet. Eine Regionalbahn halte dagegen weit-aus häufiger und müsse Fahrgäste zumindest an das RE-Netz anschließen. Die langsamen S-Bahnen fahren im Stadtverkehr. Außerdem müssten die Bahnbetreiber eine geringe Lizenzge-bühr an den Staatskonzern zahlen.[1] Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2012 hat der VBB als Vorreiter eine einheitliche Produkt­bezeichnung für alle Linien eingeführt.[2] Im Dezem­ber 2015 folgt auch die NVS Thüringen der Vergabe einheitlicher Zuggattungen für alle Regionalzüge in ihrem Netz.[3]

 

Die ehemalige Schreibweise der Deutschen Bahn AG RegionalExpress, mit Binnenmajuskel, ist

Zwei Regional-Express-Züge (Rhein-Erft-Express) treffen sich kurz vor dem Unkeler Bahnhof.

 weiter­hin eine beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragene Wortmarke.[4]

 

Geschichte

 

Der Regional-Express in Deutschland ist eine Zug­gattung der Deutschen Bahn, die ab 1994 aus dem früheren Eilzug (E) sowie der RegionalSchnellBahn hervorgegangen ist. Von der Regional-bahn (RB) un­terscheidet er sich häufig durch größere Haltestel-len-Abstände, höhere Reiseges-chwindigkeit, höhe re Transportkapazität und längere Laufwege. Die Abgrenzungen sind jedoch nicht genau definiert, da einige Regional-Express-Linien nicht parallel zu Regionalbahnlinien verkehren und so beispielsweise auf allen Sta­tionen halten. Weil andere nichtbundeseigene Eisenbahnverkehrsunternehmen die Bezeichnung Regional-Express nicht nutzen durften, ver-schwimmen die Grenzen zwischen den Zuggattungen weiter.

 

Als spezielle Form des Regional-Expresses kann die eigene Zuggattung Interregio-Express (IRE) angese­hen werden, die sich häufig durch noch weniger Verkehrshalte vom RE unter-scheidet. Einige IRE-Verbindun­gen werden von der Deutschen Bahn eigenwirtschaftlich betrie-

Der „Airport-Express Schönefeld“ im Berliner Hauptbahnhof

ben, wohingegen die Regional-Express-Linien über Regionalisierungsmittel finanziert werden. In den meisten Ländern in Deutschland verkehren Regional-Express-Züge auf festgelegten Linien jede oder alle zwei Stunden im Rahmen eines integrier­ten Taktfahrplansystems. Oft tragen die-se Linien in­nerhalb eines Landes Namen. Der Name des Ziel­bahnhofs und teilweise ihre Kurzbezeichnungen (Zuggattung und Liniennummer) werden in und an den Zügen angebracht.

 

Mit dem Regional-Express können häufig größere Entfernungen überbrückt werden. Deshalb ist er bei Fahrgästen mit dem Schönes-Wochenende-Ticket oder den Ländertickets sehr beliebt. Auf einigen Hauptverkehrsachsen ist er nicht oder nur geringfü­gig langsamer als die Züge des Fernverkehrs. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit der Züge be­trägt 70 bis 90 km/h.

 

In der Regel verkehren moderne Doppelstock-Wendezüge oder einstöckige Elektrotriebwagen. Zum Teil ver­kehren auch noch n-Wagen mit E-Loks als Wendezüge oder Dieseltriebwagen auf nicht elektrifizierten Stre­cken. Auf einigen RE-Linien, wie etwa der Donautalbahn oder dem Mainfranken-Thüringen-Express, werden auch moderne und schnelle Dieseltriebwagen mit Neigetechnik eingesetzt.

Ein Regional-Express der ODEG in Berlin Hauptbahnhof

 

Schnellste Regional-Express-Züge

 

Seit Dezember 2006 verkehren auf der Schnellfahr­strecke Nürnberg–Ingolstadt–München zwei-stünd­lich Regional-Express-Züge als München-Nürnberg-Express. Diese werden aus ehema-ligen und umla­ckierten Intercity-Wagen und Elektrolokomotiven der Baureihe 101 gebildet. Mit einer Höchstgeschwin­digkeit von 200 km/h und einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von etwa 100 km/h sind die Züge dieser Relation die schnellsten Regionalzüge Deutschlands.

 

Bereits im Fahrplanjahr 2001/2002 gab es auf der Relation Köln–Emmerich Regional-Express-Züge, die aus Intercity-Wagen und Loks der Baureihe 103 gebildet waren und zwischen Köln und Duisburg 200 km/h erreichten.

 

Seit 1997 werden Doppelstockwagen auch mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h be­schafft. Eine der ersten planmäßig mit 160 km/h verkehrenden Regionalexpresslinien 

München-Nürnberg-Express, bis 200 km/h schnell, bei der Einfahrt im Bahnhof Kinding (Altmühltal)

im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg als RE 160 vermarktet. Inzwischen fahren viele RE-Linien mit Rollmaterial, das eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h zulässt. Allerdings wer-den je nach Linie weiterhin auch Fahrzeuge eingesetzt, die eine Höchstge­schwindigkeit von 140 oder 120 km/h besitzen.

 

In Mittel- und Süddeutschland kommen als Regionalexpress auch Triebwagen der Baureihen 611 und 612 mit Neigetechnik zum Einsatz. Diese erreichen im bogenschnellen Betrieb auf vielen Abschnitten ebenfalls 160 km/h, insbesondere dort wo konventionelle Fahrzeuge nur höchstens 120 km/h fahren können. Beispiele sind die Abschnitte Leinefelde-Gotha, Erfurt-Weimar oder Nürnberg-Marktredwitz.

 

Langlaufende Regional-Express-Züge

 

Als Ende der 1990er-Jahre der DB Fernverkehr den eigenwirtschaftlich betriebenen Interregio (IR) aus sei­nem Programm nahm, wurden diese Linien häufig von DB Regio auf Kosten der Länder als Regional-Ex­press oder Interregio-Express (IRE) (etwa in Baden-Württemberg) über-nommen, teil­weise ersetzen diese so­gar ehemalige Intercity- und Eurocity-Verbindungen.

 

 

Dampflokbespannte Regionalexpresszüge

 

Bereits seit über fünfzehn Jahren verkehrt zwischen Eisenach, Oberhof und Arnstadt, jeweils an vier Wo­chenenden im Winterhalbjahr ein planmäßiger Regional-Express mit Dampfbespannung, der „Rodelblitz“. 1998 wurde dieser Zug von der DB Regio AG, Verkehrsbetrieb Thüringen, nach Bestellung durch die Nah­verkehrsservicegesellschaft Thüringen mbH erstmals eingelegt. Seitdem ist das Zugpaar fester Bestandteil des jeweiligen Jahresfahrplanes und erfreut sich steigender Beliebtheit. Der Zug wird von Beginn an aus auf­gearbeiteten Reisezugwagen der ehemaligen Deutschen Reichsbahn gebildet und mit einer Dampflokomoti­ve bespannt. Während in den ersten Jahren noch die Lokomotive 52 8075 des IGE "Werrabahn Eisenach" e.V. den Zug durch den Thüringer Wald zog, kommt nunmehr ausschließlich die 41 1144 der Eisenacher Ei­senbahnfreunde zum Einsatz, die dazu über alle erforderlichen technischen Einrichtungen wie TB-0, Digital­funk mit Zuganbindung etc. verfügt.

 

Ein weiterer sogar internationaler Dampfregionalexpress verkehrt regelmäßig an drei bis vier Herbstwochen­enden vom thüringischen Gera in das böhmische Bäderdreieck nach Cheb (Eger, Tschechien) und zurück. Dabei kommt die auch beim „Rodelblitz“ verwendete Zuggarnitur zum Einsatz. Weitere dampfbespannte Regionalexpresszüge sind mit unterschiedlichen Themen und Zielen über das laufende Jahr verteilt.[5]

 

Jingles

 

Seit 1999 wurden kurze Melodien vor anfangs jedem, später wichtigen Bahnhöfen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern angespielt. Sie sind kleine Teile von „Jetzt kommen die lustigen Tage“ in Ber­lin, „Wer recht in Freuden wandern will“ in Brandenburg, und „Dat du min Leevsten büst“ in Mecklenburg-Vorpommern.[6]

 

Österreich

 

Regional-Express im Bahnhof Wien Heiligenstadt

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) verwen­deten lange für schnellere Regionalzüge die Be­zeichnung Eilzug. Seit dem Fahrplanwechsel im De­zember 2006 werden alle Eilzüge (E) und Sprinter (SPR) österreichweit als Regional Express (REX) geführt. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2012 werden zusätzlich Züge unter der Bezeichnung Regional Express 200 geführt, wobei 200 auf die er­reichte Höchstgeschwindigkeit (in km/h) hinweist, die der Zug auf der zeitgleich neu eröffneten West­bahnstrecke erreicht.

 

Salzburg

 

Auf den Salzburger S-Bahn-Linien S 1 und S 11 werden Regionalexpresszüge unter der Be-zeichnung Lokalexpress (LEX) geführt.

 

 

 

Einzelnachweise

 

  1. S-Bahn für alle

  2. RE bleibt RE - OE, NE, PE wird RB! Einheitliche Namen im Eisenbahn-Regionalverkehr des VBB

  3. Fahrplanentwürfe Jahresfahrplan 2016

  4. Registerauskunft Registernummer: 39615928

  5. Informationen Bahnnostalgie Thüringen

  6. Peter Neumann: Im Regionalexpress musiziert der Chef. Berliner Zeitung. 30.August 2002. Abgerufen am 9.September 2012.

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Regional-Express

 

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