Westbahn

Salzburg Hbf., Arne Müseler 21.04.2007

Die Westbahn ist eine elektrifizierte Hauptbahn in Österreich von Wien über St. Pölten und Linz nach Salzburg. Die Strecke wurde von der privaten k.k. privilegierten Kaiserin Elisabeth-Bahn gebaut und 1860 in Betrieb genommen. Heute wird die Strecke von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) - Infrastrukturgesellschaft betrieben und gehört zu deren Kernnetz.

 

Streckenverlauf der Österreichischen Westbahn, Memomaps, Melchior Moos 16.09.2012

 

Strecken

 

Die Westbahn besteht aus der zweigleisigen Alten Westbahn (Strecke 1) und der zweigleisigen Neuen Westbahn (Strecke 30). Die zwei Strecken bilden dort, wo sie parallel geführt sind, betrieblich die sogenannte viergleisige Westbahn.

 

Zur betrieblichen Verstärkung wird die Westbahn von zusätzlichen lokalen Strecken ergänzt, die als Nahverkehrsgleis (Strecke 23) von Wien Hütteldorf nach Unter-Purkersdorf oder als Staugleis (Strecke 3) von Pottenbrunn über St. Pölten nach Prinzersdorf geführt sind.

 

Am östlichen Ende der Westbahn konkurriert seit Dezember 2014 der historische Wiener Westbahnhof, ein Kopfbahnhof, mit dem als Durchgangsbahnhof errichteten neuen Wiener Hauptbahnhof.

 

Das seit Dezember 2011 operativ tätige Eisenbahnverkehrsunternehmen Westbahn GmbH hat angekündigt, seine zwischen Salzburg und Wien verkehrenden Züge auch weiterhin vom Westbahnhof aus zu führen. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 führen die ÖBB den gesamten Fernverkehr der Westbahn in Wien durch den Lainzer Tunnel zum Bahnhof Wien Meidling und weiter zum Wiener Hauptbahnhof. Stündlich zwei Fernzüge fahren nach dem Halt am Hauptbahnhof weiter bis zum Bahnhof Flughafen VIE Wien. Die Westbahn GmbH lässt seit Ende 2017 zusätzlich Taktzüge von Wien Praterstern aus verkehren, die auf dem Weg nach Westen über die S-Bahn-Stammstrecke den Hauptbahnhof und mehrere S-Bahn-Stationen anbinden, dem Verkehrsverbund aber nicht angehören.

 

Geschichte

 

Die Strecke wurde am 15. Dezember 1858 von Wien Westbahnhof bis Linz eröffnet und war ab 1. August 1860 durchgehend bis Salzburg befahrbar. Die weiterführende Strecke bis München Hauptbahnhof ging am 12. August 1860 in Betrieb.

 

Bau

 

Die Bahnstrecke wurde von der Gesellschaft k.k. privilegierte Kaiserin Elisabeth-Bahn unter Hermann Dietrich Lindheim gebaut. Neben der Strecke Wien – Salzburg waren darin gleichfalls die Bahnstrecke Wels–Passau (1861), St. Valentin – Summerau – Budweis (1872) enthalten. Darüber hinaus mussten die Strecken Linz – Lambach – Gmunden und Linz – Budweis, die ehemalige Pferdeeisenbahn Budweis – Linz – Gmunden der k.k. privilegierte Erste Eisenbahngesellschaft als Schmalspurbahn übernommen werden (1857), die allerdings zumeist neu trassiert werden mussten. Die Kaiserin Elisabeth-Bahn verwaltete noch zahlreiche andere Strecken, selbst heute sind noch vereinzelt Grenzsteine mit den Initialen K.E.B. anzutreffen. Der Name der Elisabethbahn wurde vom Publikum schlicht durch „Westbahn“ ersetzt.

 

Eröffnung

 

Bereits 1851 war in einem Staatsvertrag zwischen Bayern und Österreich eine Bahnverbindung vereinbart worden, 1858 wurde die Strecke Wien – Linz fertiggestellt. Die Strecke bis Salzburg wurde 1860 dem Verkehr übergeben. Die Fahrzeit von Wien nach Salzburg betrug anfangs neun Stunden. Bereits einige Wochen vor der offiziellen Eröffnung hatte Kaiserin Elisabeth die Strecke benutzt, um in ihre Heimat Bayern zu reisen. Bei der offiziellen Eröffnung am 12. August 1860 waren Kaiser Franz Joseph und König Maximilian II. von Bayern anwesend.

 

Verstaatlichung

 

1884 wurde die Bahnstrecke in staatlichen Besitz übergeführt (siehe k.k. Staatsbahnen). Die Verlängerung der Bahnstrecke auf österreichischem Gebiet, die Salzburg-Tiroler-Bahn („Giselabahn“) über Zell am See nach Wörgl in Tirol (KEB seit 1875), war ebenfalls in staatlicher Hand.

 

Ausbau, Elektrifizierung

 

Der zweigleisige Ausbau wurde am 14. August 1902 fertiggestellt und erfolgte schrittweise: Linz – Wels am 7. August 1870, St. Valentin – Linz am 22. August 1874, Wels – Lambach am 1. November 1898, Lambach – Attnang-Puchheim am 14. August 1899, Attnang-Puchheim – Salzburg am 14. August 1902.[2][3]

 

Die Elektrifizierung der Strecke wurde nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Wegfall von Kohlereserven forciert. Sie begann von Westen her, aber erst kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs: 3. Oktober 1938 bis Steindorf, 6. Oktober 1941 bis Attnang-Puchheim, 15. Mai 1949 bis Linz, 28. Juni 1951 bis Amstetten.[4] Mit der Einweihung des fast zur Gänze in der sowjetischen Besatzungszone gelegenen Streckenabschnittes Amstetten – Wien Westbahnhof konnte die Elektrifizierung am 19. Dezember 1952 abgeschlossen werden.[3]

 

Während der Zeit der Betriebsführung durch die Deutsche Reichsbahn wurden zahlreiche Erweiterungen und Ausbauten vorgenommen. So wurden die Betriebsausweichen Hutten und Ederbauer erbaut und in Wels ein neuer Verschiebebahnhof (nördlich der Westbahn) errichtet. Ebenfalls wurde der Bau eines zweiten Verschiebebahnhofes in Wels begonnen (südlich der Westbahn), der jedoch infolge des Kriegsendes nicht mehr zur Ausführung gelangte. Der Sinn dieses Planes war, in Wels sowohl einen Verschiebebahnhof mit Rollrichtung West-Ost (heutiger Vbf) als auch einen in der Rollrichtung Ost-West (geplanter) zu erhalten. Der Verschiebebahnhof Linz Ost erfuhr durch die Gründung der „Hermann-Göring-Werke“ (heute voestalpine) eine großzügige Erweiterung.

 

Auf einer Pressekonferenz stellte Österreichs Verkehrsminister Karl Lausecker 1983 in Einzelheiten gehende Pläne für den Ausbau der Westbahn vor. Der Baubeginn wurde für 1987 erwartet, die Inbetriebnahme sollte 1992 erfolgen. Dabei sollten zwischen Attnang-Puchheim und Salzburg Neubauabschnitte entstehen, Ausbauabschnitte waren zwischen St. Pölten und Linz sowie zwischen Linz und Attnang-Puchheim vorgesehen. Die geplante Höchstgeschwindigkeit betrug 250 km/h.[5]

 

Der Sittenbergtunnel wurde als erster Neubauabschnitt 1994 eröffnet. 1995 folgte die Umfahrung Lambach mit dem Kalvarienbergtunnel, 1997 Breitenschützing – Schwanenstadt mit dem Römerbergtunnel. Drei Jahre später wurden die Abschnitte St. Pölten – Prinzersdorf und Groß Sierning – Pöchlarn mit den Bauwerken Grüntunnel Rohr, Wachberg-Tunnel II und Melker Tunnel für 200 km/h freigegeben. Nur wenige Monate später, 2001, folgten Prinzersdorf – Groß Sierning und St. Peter-Seitenstetten – St. Valentin (Grüntunnel St. Peter und Siebergtunnel). Seit 2003 (Eröffnung Amstetten – St. Peter-Seitenstetten) kann von Amstetten bis St. Valentin durchgehend mit 200 km/h gefahren werden. 2004 folgten die beiden Knoten Wagram und Rohr, und 2007 wurde schließlich die Umfahrung Enns (St. Valentin – Linz Kleinmünchen) dem Verkehr übergeben.

 

Im Zuge des Bahnhofsumbaues St. Pölten Hauptbahnhof wurden zwei Eisbergbogentunnel (ein eingleisiger für das Staugleis, ein zweigleisiger für die beiden Hauptgleise) westlich von St. Pölten errichtet und 2010 dem Verkehr übergeben.

 

Mit 9. Dezember 2012 begann eine neue Epoche der Westbahn: Mit diesem Datum wurde die mit 230 km/h befahrbare Neubaustrecke Wien Hadersdorf – St. Pölten Hauptbahnhof durch den Wienerwaldtunnel dem Verkehr übergeben, gleichzeitig mit der Eröffnung der Neuen Unterinntalbahn und der Anhebung der Höchstgeschwindigkeit zwischen St. Valentin und Linz Kleinmünchen von 200 km/h auf 230 km/h. Seit diesem Datum schafft der railjet die Strecke Wien – Salzburg in 2 Stunden 22 Minuten, nach Innsbruck benötigt er nur mehr etwas mehr als 4 Stunden.

 

Zu Ostern 2013 wurden die zwei Neubaugleise zwischen Ybbs an der Donau und Amstetten in Betrieb genommen. Im Dezember 2014 wurde der viergleisige Ausbau zwischen Ybbs an der Donau und Amstetten mit einer Länge von 16,7 Kilometern abgeschlossen.[6][7] Damit ist das kreuzungsfreie Befahren der Neubauabschnitte möglich. Seitdem wird eine Sanierung der alten Strecke durchgeführt. Eine komplette Inbetriebnahme mit allen vier Gleisen war für das Jahr 2015 geplant. Wegen Bauarbeiten war die alte Strecke zwischen Rekawinkel und Neulengbach von Februar bis Juni 2016 teilgesperrt und von Juni bis September 2016 vollgesperrt.[8]

 

Alte Westbahn (Strecke 1)

 

Der Kaiserzug verlässt Wien Westbf. 25.05.1895

Die Strecke beginnt in Wien Westbahnhof und durchquert zunächst den Wienerwald. Verlief die Alte Westbahn früher durch St. Pölten, so ist diese heute von Knoten Wagram bis Knoten Rohr durch die ausgebaute Neue Westbahn ersetzt. Nach Fertigstellung der Güterzugumfahrung St. Pölten (GZU) „Lückenschluss St. Pölten – Loosdorf“ von Knoten Wagram bis Knoten Rohr wird der neu gebaute Trassenverlauf der GZU Strecke 1 zugeordnet.

 

Nach dem Knoten Rohr führt die Westbahn durch das Alpenvorland über Pöchlarn (mit der Abzweigung der Strecke ins Erlauftal nach Kienberg-Gaming), Amstetten, St. Valentin (Abzweigung der Strecke ins Ennstal über Steyr und Selzthal nach Bischofshofen) und Enns nach Linz, wo die Strecken durch das Mühlviertel nach Ceské Budejovice (Summerauerbahn) und die Pyhrnbahn abzweigen. Weiters besteht in Linz ein Übergang zur Linzer Lokalbahn nach Eferding. Nach Linz trennen sich Donau und Westbahn. Während erstere von Nordwesten her kommend nach Linz fließt, biegt die Westbahn nun nach Südwesten ab in Richtung Wels.

 

Im Welser Hauptbahnhof teilt sich die Westbahn in die Strecken nach Salzburg

Regionalzug bei Neulengbach

Hauptbahnhof und Passau Hauptbahnhof (Verlauf dieser Strecke siehe unten) auf. Hier nimmt ebenfalls die Almtalbahn nach Grünau im Almtal ihren Ausgang. Der nächste Knotenpunkt ist Attnang-Puchheim, wo sie mit der von Stainach-Irdning nach Ried im Innkreis führenden Salzkammergutbahn verknüpft ist. Über Straßwalchen, wo die Mattigtalbahn nach Braunau am Inn abzweigt, führt die Strecke weiter nach Salzburg Hbf, hier endet die Westbahn.

Die Alte Westbahn wird fast ausschließlich von S-Bahnen, Regional- und REX-Zügen wie auch Güterzügen befahren, hauptsächlich werden hierfür Fahrzeuge der Baureihe 4024 oder 1144 mit Doppelstock-Wendezügen bzw. Tauri vor den Güterzügen eingesetzt.

 

Neue Westbahn (Strecke 30)

 

Wien – St. Pölten

 

Der Neubauabschnitt Wien – St. Pölten der Neuen Westbahn ist eine Eisenbahn-Schnellfahrstrecke in Österreich. Sie führt von Wien über das Tullnerfeld nach St. Pölten und ist ein Teil des TEN-Projektes Nr. 17 „Magistrale für Europa“. Der Abschnitt wurde mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 in Betrieb genommen. Die Reisezeit ohne Aufenthalt zwischen dem Wiener Westbahnhof und St. Pölten Hauptbahnhof hat sich damit von 41 auf 25 Minuten verkürzt.

 

Westbahn am Weg nach Salzburg Hbf kurz nach dem Bahnhof Tullnerfeld

Der Neubauabschnitt der Neuen Westbahn beginnt im Ausfahrbereich des Bahnhofs Wien Meidling und verläuft durch den Lainzer Tunnel, welcher direkt in den Knoten Hadersdorf mündet. Bis zur dort bestehenden Verknüpfung mit der Alten Westbahn kann die Strecke mit 160 km/h befahren werden (auch in abzweigenden Weichenstellungen). Ab dem Knoten Hadersdorf beginnt mit der Einfahrt in den Wienerwaldtunnel die eigentliche Schnellfahrstrecke. Ab diesem Punkt kann die Strecke mit 250 km/h befahren werden. Die Strecke kommt nach knapp 13 Kilometer bei Chorherrn im Tullnerfeld wieder an die Oberfläche.

 

In diesem Bereich entstand der Regionalbahnhof Tullnerfeld. Durch die Reaktivierung der stillgelegten Tullner Westschleife wird die Hochgeschwindigkeitsstrecke an die Franz-Josefs-Bahn angebunden und die Voraussetzung für einen attraktiven Regionalverkehr geschaffen. Nach Durchqueren von drei Tunneln, die aus Lärmschutzgründen in offener Bauweise gebaut wurden, folgt im Anschluss die Tunnelkette Perschling mit drei weiteren Tunneln. Dann führt die Strecke bis zum Knoten Wagram bei St. Pölten, der den bisherigen Startpunkt der Neuen Westbahn bildete.[9]

 

Gleichzeitig mit der Errichtung der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke wurden auch die Bahnhöfe in Wien und St. Pölten erneuert. Der Wiener Hauptbahnhof wurde am 9. Dezember 2012 gleichzeitig mit der Streckeneröffnung in Teilbetrieb genommen und bis Dezember 2015 vollständig fertiggestellt. Der Bahnhof St. Pölten wurde bis Ende 2011 umgebaut.[10]

 

St. Pölten – Ybbs an der Donau

 

Direkt im Anschluss an den St. Pöltner Hauptbahnhof folgt ein mit nur 80 km/h befahrbarer Rechtsbogen, nach einem kurzen geraden Stück der in einem Linksbogen gelegene, bis 2010/11 neu errichtete, 460 m lange Eisbergbogentunnel, in dem schon auf 160 km/h beschleunigt werden kann. Am Ende des Bogens beginnt die LZB, mit der 200 km/h gefahren werden kann. Die Strecke verläuft dreigleisig (Staugleis St. Pölten Hauptbahnhof ? Prinzersdorf südlich der Bestandsstrecke, mit eigenem, eingleisigem Eisbergbogentunnel) bis Prinzersdorf, anschließend zweigleisig durch die Haltestelle Markersdorf an der Pielach zum Knoten Rohr, an dem die zwei auf vier Gleise aufgefächert werden. Hier zweigt die Alte Westbahn nach Nordwesten zum Bahnhof Loosdorf ab, während die Neue Westbahn den Ort südlich um- bzw. im Grüntunnel Rohr unterfährt. Im Nordwesten von Loosdorf nähern sich die beiden Strecken bis auf wenige Meter an, ehe die Neubaustrecke in einem leichten Linksbogen in den Wachbergtunnel 2 einfährt. Kurz nach dessen Westportal folgt bereits der Melker Tunnel, der seinen Namen von der umfahrenen Ortschaft hat. Gleich darauf folgt eine Brücke über einen kleinen Fluss, ehe die Bestandsstrecke von Westen in einem Bogen neben die Neubaustrecke einbiegt. Jetzt verlaufen die beiden Strecken parallel durch den Bahnhof Pöchlarn, bis die Neubaustrecke in einem leichten Linksbogen in den fast fünf Kilometer langen Sittenbergtunnel einfährt. Kurz nach dem Westportal treffen Neu- und Bestandsstrecke wieder aufeinander und rund 2 km später ist der Bahnhof Ybbs an der Donau erreicht. Kurz nach dem Bahnhof Ybbs an der Donau darf die Strecke wieder mit 250 km/h befahren werden. Der viergleisige Lückenschluss nach Amstetten ging 2016 in Betrieb.

 

Ybbs an der Donau – Amstetten

 

Dieses Projekt dient als kreuzungsfreie Verknüpfung der Neubaustrecken zwischen Wien und Linz. Die Strecke verläuft von Ybbs aus südlich der Bestandstrecke, kreuzt zwischen Hubertendorf und Kottingburgstall durch einen Tunnel (Burgstaller Tunnel) unter der Bestandstrecke und der Westautobahn A 1 nach Norden. Danach verläuft die Strecke bis Amstetten nördlich der Bestandstrecke. Das Projekt grenzt im Osten an das bereits fertiggestellte Projekt Sarling – Ybbs und im Westen an das bereits fertiggestellte Projekt Amstetten West an.

 

Seit Ostern 2013 sind die zwei Neubaugleise inklusive Burgstaller Tunnel in Betrieb. Die bestehenden Gleise wurden ab diesem Zeitpunkt erneuert und auf Hochleistungsniveau angehoben. Im Dezember 2014 wurde der ganze Abschnitt viergleisig in Betrieb genommen.

 

Der Abschluss der Arbeiten im Jahr 2015 ermöglicht ein Befahren mit 250 km/h.[7]

 

Amstetten – Linz Kleinmünchen

 

Ab dem Bahnhof Amstetten verläuft die Westbahn wieder viergleisig und der Fernverkehr kann wieder mit Linienzugbeeinflussung (LZB) auf 200 km/h beschleunigen, sobald der enge Linksbogen direkt bei der westlichen Bahnhofsausfahrt mit 160 km/h durchfahren ist. Bis St. Peter-Seitenstetten verlaufen Alte und Neue Westbahn parallel, ehe die Neubaustrecke einen engeren Bogen der Bestandsstrecke durch den Grüntunnel St. Peter abschneidet. Bei St. Johann-Weistrach treffen die beiden Strecken für ein paar hundert Meter wieder aufeinander. Nach der Haltestelle strebt die Alte Westbahn Richtung Haag, während die Neue Westbahn nach einem Rechtsbogen und einem geraden Abschnitt in den rund 6,5 Kilometer langen Siebergtunnel Richtung Norden einfährt. Am Nordportal treffen die beiden Strecken wieder aufeinander und verlaufen parallel in den Bahnhof St. Valentin. Hier beginnt die mit 230 km/h befahrbare „Umfahrung Enns“, mit der die Neubaustrecke im Bereich des Hafens die Siedlungsgebiete von Enns umfährt. (Im Jahr 2005 wurde im Verlauf des viergleisigen Ausbaus zwischen Ennsdorf und Enns eine Abzweigstelle Richtung Mauthausen errichtet, wodurch eine direkte Führung von Zügen aus Linz in Richtung Donauuferbahn ermöglicht wird.) Bei Asten treffen Alte und Neue Westbahn wieder aufeinander. Ab der Abzweigung Asten-Fisching 1 sind nur mehr 200 km/h erlaubt, ab hier verlaufen die beiden Strecken parallel bis Linz Kleinmünchen, dem derzeitigen Endpunkt der viergleisigen Westbahn.

 

Zugsicherung

 

Die Neue Westbahn wurde im neu errichteten Streckenteil bis Knoten Wagram 2012 mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS Level 2 ausgerüstet.[11] Die sogenannte Anmeldestrecke beginnt dabei bei der Einfahrt in den Lainzer Tunnel, dieser wurde sowohl mit ETCS als auch mit dem alten System PZB ausgerüstet. Ab dem Knoten Hadersdorf sollte die Strecke ursprünglich ausschließlich mit ETCS L2 gesichert werden, man hat sich aber dazu entschlossen, als Rückfallebene doch noch Signale aufzustellen. Von St. Pölten bis Attnang-Puchheim wird durch die Linienzugbeeinflussung Fahren mit 230 km/h ermöglicht.

 

Wichtige Anschlussstrecken

 

Innerösterreichische Fortsetzung nach Westösterreich

 

Die Westbahn findet ihre Fortsetzung in den Hauptstrecken Richtung Rosenheim („Deutsches Eck“ nach Innsbruck Hauptbahnhof bzw. Richtung München Hauptbahnhof) und in die Salzburg-Tiroler-Bahn (bzw. Giselabahn) über Zell am See und Wörgl Hauptbahnhof, wo sich die beiden Streckenäste über Rosenheim und Zell am See wieder treffen, Bahnstrecke Kufstein–Innsbruck (Unterinntalbahn) nach Innsbruck, und weiter Arlbergbahn (Innsbruck – Bludenz) nach Vorarlberg, sowie dort die Vorarlbergbahn (Bludenz – Feldkirch – Lindau und Feldkirch – Buchs)

 

Deutsches Eck

 

Auf Grund der steilen und bogenreichen Streckenführung der Salzburg-Tiroler Bahn von Salzburg über Bischofshofen, Zell am See und Wörgl nach Innsbruck wurden schon früh Korridorzüge über die flachere Strecke via Freilassing in Bayern und Rosenheim, von dort durch das Inntal über Kufstein nach Innsbruck geführt. Allerdings war es dazu nötig, die Fahrtrichtung in Rosenheim zu wechseln (als Stürzen bezeichnet). Deshalb wurde 1982 auf Kosten der ÖBB die eingleisige Rosenheimer Schleife errichtet, auf der Korridorzüge, ohne den Bahnhof Rosenheim zu berühren, in gleicher Richtung weiterfahren können.

 

Zug mit Lok der Reihe 206 bei Stadt Haag, etwa 1900

Tagesschnellzüge mit Start oder Ziel Inntal/Westösterreich werden vorwiegend über die Rosenheimer Schleife geführt, da durch die um rund 90 Minuten kürzere Verbindung attraktive Reisezeiten angeboten werden können. Auch wichtige Güterzüge nehmen den Weg über das „Deutsche Eck“, wie die hier bis in die 1990er Jahre verkehrenden Postschnellzüge. Derzeit verkehren fast alle Güterzüge in Ost-West-Richtung über die Rosenheimer Schleife, darunter auch die 120 km/h schnellen BEX-Direktgüterzüge.

 

Strecke St. Valentin – Gaisbach-Wartberg

 

1871 wurde von St. Valentin in Niederösterreich ausgehend die Verbindungsbahn nach Budweis als Ersatz für die Pferdeeisenbahn von der KEB neu errichtet. Erst ein Jahr später wurde die Anbindung von Linz nach Gaisbach-Wartberg fertiggestellt. Auf Grund der politischen Veränderungen nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg verlor die Strecke völlig an Bedeutung. 1956 wurde diese nach einem Autounfall – ein LKW beschädigte die einzige Straßenbrücke bei Ried in der Riedmark – eingestellt. Zeitzeugen berichten, dass bis in die späten 1960er Jahre noch Gleisteile erhalten blieben.

 

Bis in die 1960er Jahre wurde noch Schienenersatzverkehr angeboten. Im Jahr 2006 war die Trasse stellenweise noch durch einige wenige Einschnitte und Aufschüttungen in der Landschaft erkennbar. In überwiegenden Bereichen ist dem Wort entsprechend, tatsächlich Gras über die einstige Strecke gewachsen und der ehemalige Verlauf nur mehr zu erahnen. Die noch verbliebene Strecke von St. Valentin nach Mauthausen ist nunmehr – historisch nicht ganz korrekt – Bestandteil der Donauuferbahn. Der Streckenabschnitt zwischen Gaisbach-Wartberg (Wartberg ob der Aist) und Summerau wird heute der als Summerauerbahn bezeichneten Strecke Linz – Summerau zugeordnet.

 

Bedeutung und Ausbau

 

Wien Westbahnhof im Oktober 2005

Die Westbahn ist neben der Südbahn die Hauptader des österreichischen Bahnverkehrs. Durch die EU-Erweiterung nahm ihre Bedeutung weiter zu. Nicht nur ein großer Teil des innerösterreichischen Bahnverkehrs erfolgt auf der Westbahnstrecke, auch die wichtigen Fernverbindungen von Wien, unter anderen nach Hamburg, Dortmund, Köln, Frankfurt am Main, München oder Zürich werden ebenfalls über die Westbahn gefahren.

 

Die Westbahn ist ein wichtiges Teilstück der TEN-Linie Paris – Bratislava/Budapest. Langfristig soll es in dieser Relation Direktverbindungen mit modernen Hochgeschwindigkeitstriebzügen geben.

 

Ausbau bis 2010

 

Zur Kapazitätserhöhung erfolgt seit 1990 der Ausbau zu einer Hochleistungsstrecke. Einerseits wird die zweigleisige Bestandsstrecke auf Hochleistungsniveau gebracht, andererseits wird durch eine zwischen St. Pölten und Linz bestandsnah verlaufende zweigleisige Neubaustrecke ein viergleisiger Ausbau bewerkstelligt. Die Neubauabschnitte sind auf Grund zahlreicher Neubautunnel und Streckenbegradigungen für Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h konzipiert. Diesen Ausbauzustand könnten sowohl die seit dem Fahrplanwechsel 2006 in Österreich von Wien nach Frankfurt, München und Bregenz verkehrenden ICE T, als auch die seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 zwischen Budapest, Wien, München und Zürich fahrenden Railjet-Züge nutzen.

 

Ausbau bis 2017

 

Die Reisedauer von Wien nach Innsbruck betrug vor dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 viereinhalb Stunden, mit dem Fahrplanwechsel wurde die Reisedauer auf vier Stunden und 15 Minuten reduziert. Nach Abschluss der Ausbaumaßnahmen wird die Fahrzeit in etwa ein „1-2-4-Schema“ sein, das heißt, die Fahrzeit von Wien nach Linz wird nur mehr eine Stunde, nach Salzburg zwei Stunden und nach München bzw. Innsbruck vier Stunden betragen.

 

Mit Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 wurden die Neubaustrecke Wien – St. Pölten (Fahrzeitverkürzung 16 Minuten) eröffnet. Dieser Abschnitt wird mit 230 km/h befahren. Dabei wurde der bogenreiche und gebirgsbahnähnliche Abschnitt durch den Wienerwald um eine Neubaustrecke durch das Tullnerfeld (Wienerwaldtunnel und Tunnelkette Perschling) ergänzt, die bei St. Pölten wieder auf die Trasse der Alten Westbahn trifft.

 

Im Zuge des Ausbaus wurde der Abschnitt Lambach – Breitenschützing auf Hochleistungsniveau gebracht und kann seit Oktober 2012 mit bis zu 230 km/h befahren werden, die Rekultivierung der alten Trasse erfolgte bis Juli 2013.[12]

 

Da der Wiener Westbahnhof ein Kopfbahnhof ist, mussten Züge mit Fahrtzielen im Osten über Wien hinaus (beispielsweise nach Budapest) im Westbahnhof die Fahrtrichtung wechseln. Seit Ende 2015 wird ein Großteil des Westbahn-Fernverkehrs, darunter alle railjet-Verbindungen, vom Knoten Hadersdorf nicht wie bisher über Hütteldorf zum Westbahnhof geführt, sondern durch den Lainzer Tunnel über den Bahnhof Wien Meidling zum neu gebauten Hauptbahnhof. Der private Bahnanbieter WESTbahn hat angekündigt, seine Züge, die nur zwischen Salzburg und Wien verkehren, auch weiterhin vom und zum Westbahnhof zu führen, bietet aber seit Ende 2017 zusätzlich Züge an, die in Wien Meidling auf die Wiener S-Bahn-Stammstrecke übergehen und bis Wien Praterstern verkehren.

 

Ausblick

 

Güterzugumfahrung St.Pölten

2015 wurde der viergleisige Abschnitt Ybbs an der Donau – Amstetten für maximal 250 km/h in Betrieb genommen.[7] 2016 konnte der Umbau des Ostkopfes des Bahnhofs Amstetten abgeschlossen und damit neben der Anbindung der vier Westbahngleise an die Bahnsteige auch die nötigen ausreichenden Gleislängen für die Bildung von Güterzügen geschaffen und die Weichenkonfigurationen im Osten des Bahnhofes geändert werden. 2017 soll die mit maximal 120 km/h befahrbare Güterzugumfahrung St. Pölten (Knoten Wagram – Knoten Rohr) dem Verkehr übergeben werden. Mit dem viergleisigen Ausbau des Ostkopfes Linz Hauptbahnhof ist frühestens 2018 zu rechnen, der Abschnitt Linz Kleinmünchen – Osteinfahrt Linz Hauptbahnhof wird noch länger nur zweigleisig befahrbar sein. Außerdem in Planung befindet sich aktuell der viergleisig geplante Abschnitt Linz Hauptbahnhof – Wels Hauptbahnhof.

 

Im voraussichtlich 2021 erreichten Endausbau wird die Westbahn von Wien bis Wels durchgehend vier Gleise aufweisen, jedoch nicht auf einer viergleisigen Trasse, sondern vielmehr aus zwei zweigleisigen Strecken bestehen, die an mehreren betrieblich sinnvollen Punkten miteinander verknüpft sind.

 

Zwischen Straßwalchen und Salzburg (27 Kilometer) ist ein weiterer viergleisiger Ausbau geplant. Der Ausbau ist erforderlich, weil dieser Abschnitt zusätzlich von Zügen der Linie S2 der S-Bahn Salzburg befahren wird. Die Trassenführung ist bereits festgelegt, mit einer Betriebsaufnahme ist nicht vor 2032 zu rechnen.[13]

 

Rekorde

 

  • Am 18. August 2004 stellte der ICE S im Streckenabschnitt zwischen Ybbs und Prinzersdorf bei Pöchlarn (Streckenkilometer 91) mit 305 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Schienenfahrzeuge in Österreich auf.
  • Am 12. Juli 2008 fuhr eine vierteilige railjet-Garnitur mit 275 km/h zwischen St. Valentin und Amstetten einen neuen Geschwindigkeitsrekord für einen österreichischen Zug in Österreich.
  • Im Rahmen der Zulassung der Neuen Westbahn wurden Fahrten mit dem ICE S mit 330 km/h durchgeführt,[14] dabei wurde ein neuer österreichischer Geschwindigkeitsrekord mit 336,4 km/h aufgestellt.
  • Zwischen Kilometer 216,0 und 219,0 sowie zwischen 221,1 und 223,2 wurde mit sämtlichen Loks der Baureihen 1016, 1116 und 1216 die für die Zulassung für 230 km/h erforderliche behördliche Abnahmefahrt mit 253 km/h durchgeführt. Zwischen den beiden Abschnitten, im Bahnhof Gunskirchen, sind nur 240 km/h erlaubt.[15]

 

Einzelnachweise

 

  1. Ederbauer (Haltestelle). In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  2. Eisenbahnarchiv. Oberösterreichisches Landesarchiv Linz, 2003; abgerufen am 29. August 2017 (PDF).
  3. [[Oberösterreichische Heimatblätter]]. Institut für Landeskunde von Oberösterreich, 1960; abgerufen am 29. August 2017 (PDF, Jahrgang 14, Heft 1, Jänner–März).
  4. Im Triumph über die Demarkationslinie. Jungfernfahrt auf der elektrifizierten Strecke Amstetten–Linz. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 29. Juni 1951, S. 3.
  5. Gute Aussichten für Semmering-Basistunnel. In: ÖBB (Hrsg.): Die Bundesbahn. August 1983, S. 541.
  6. Walter Fahrnberger: Gleisausbau ist abgeschlossen. In: NÖN. 11. Dezember 2014; abgerufen am 29. August 2017.
  7. Streckenausbau Ybbs–Amstetten. ÖBB Infrastruktur Bau; abgerufen am 18. Februar 2016.
  8. Schienenersatzverkehr Rekawinkel Neulengbach. Abgerufen am 2. Mai 2016 (PDF).
  9. Neubaustrecke Wien – St. Pölten. ÖBB Infrastruktur Bau, Februar 2009; abgerufen am 29. August 2017 (PDF; 2,58 MB, Broschüre, 12 Seiten).
  10. Umbau Hauptbahnhof St. Pölten. ÖBB Infrastruktur Bau, September 2010; abgerufen am 29. August 2017 (PDF; 2,58 MB, Projektbroschüre, 8 Seiten).
  11. Roman Herunter, Gerhard Fritze: Die EU-Prüfung des GSM-R-Netzes der ÖBB-Infrastruktur AG entsprechend der TSI ZZS. In: Signal + Draht. Band 108, Nr. 6, 2015, ISSN 0037-4997, S. 40–47.
  12. Linienverbesserung Lambach–Breitenschuetzing. ÖBB Infrastruktur Bau; abgerufen am 18. Februar 2016.
  13. Trasse für Hochleistungsbahn vorgestellt. ORF Salzburg, 10. Januar 2013; abgerufen am 16. Juni 2013.
  14. Neue Zeitrechnung auf der Weststrecke: Wien – St. Pölten in 25 Minuten. ÖBB; abgerufen am 17. September 2012.
  15. ? In: Schienenverkehr aktuell. Ausgabe 10/2000. Pospischil, 2000, S. 3.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Westbahn_(%C3%96sterreich)

 

Alle Fotos Wikimedia Commons

Bahnstrecke Wels–Passau

 

Die Bahnstrecke Wels–Passau, auch Passauer Bahn, ist eine zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Österreich und Deutschland, welche ursprünglich durch die k.k. privilegierte Kaiserin Elisabeth-Bahn erbaut und betrieben wurde. Sie führt von Wels in Oberösterreich nach Passau und gehört zum Kernnetz der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

 

 

Geschichte

 

Die seinerzeit Kaiserin Elisabeth-Bahn genannte Strecke war ein Zweig der heutigen Westbahn (Wien – Salzburg). Mit dem Bau wurde unmittelbar nach deren Eröffnung August 1860 begonnen, und nach für damalige Verhältnisse ungewöhnlich kurzer Bauzeit am 1. September 1861 in durchgehenden Betrieb gestellt.[1]

 

Sie ist eine 81,2 km (83 km bis zum Passauer Güterbahnhof) lange zweigleisige elektrifizierte Hauptstrecke. Sie führt insgesamt 79,6 km durch österreichisches Staatsgebiet und 1,6 km über deutsches Staatsgebiet, wo sie am Passauer Hauptbahnhof in die Bahnstrecke Passau – Regensburg übergeht. Die ursprünglich eingleisig errichtete Zweigstrecke wurde zwischen Wels und Haiding (Abzweig der Aschacher Bahn) 1906 zweigleisig ausgebaut. 1938, nach dem Anschluss Österreichs, wurde die restliche Strecke mit einem zweiten Gleis versehen.[1] Die Elektrifizierung erfolgte schließlich 1954/1955, der elektrische Betrieb wurde mit 22. Mai 1955 aufgenommen.[1]

 

Besondere Bedeutung hat diese Strecke im internationalen Güterverkehr zwischen Österreich und dem nördlichen Europa einerseits und Südosteuropa andererseits. Auch im internationalen Personenfernverkehr ist sie für die Verbindung von Hamburg und Frankfurt nach Wien und weiter östlich seit jeher von großer Bedeutung. So verkehrte über diese Strecke etwa von 1894 an der Oostende-Wien-Express (mit Anschluss Orientexpress) und ab 1971 der TEE Prinz Eugen zwischen Norddeutschland und Wien, dessen Laufweg und Name später auf einen Eurocity und schließlich auf einen ICE übergingen. Dieser verlor 2002 seinen Namen und wurde als Direktverbindung zwischen Hamburg und Wien zunächst Ende 2007 eingestellt. Seit dem Fahrplanjahr 2011/2012 gibt es wieder eine Direktverbindung Hamburg – Wien als ICE.

 

Eine Besonderheit dieser Strecke war, dass sie bis zur Eröffnung der Zweigstrecke von Passau nach Hauzenberg im Jahre 1904 auch auf deutschem Boden vom österreichischen Fahrdienstleiter überwacht wurde. Ebenso gab es bis zum Beitritt Österreichs zur Europäischen Union im Jahre 1995 am Endpunkt der Strecke einen eigenen österreichischen Bahnhofsteil in Passau, an dem die notwendigen Grenz- und Zollkontrollen durchgeführt wurden.[2]

 

Aktueller Betrieb

 

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2007 wird in Kooperation zwischen DB und ÖBB der internationale Fernverkehr ausschließlich mit ICE-T-Zügen mit Neigetechnik zwischen (Dortmund–) Frankfurt und Wien gefahren. Um die Fahrzeit zwischen Frankfurt und Wien deutlich zu senken, soll neben dem Ausbau der Westbahn zwischen Wels und Wien auch eine Ertüchtigung für Neigetechnik auf dieser kurvenreicheren Strecke erfolgen. Neben dem Tagreiseverkehr befahren noch zwei Nachtzüge diese Strecke, welche von Wien aus Ziele in Richtung Hamburg und in Richtung Düsseldorf bedienen.

 

Neben dem internationalen Fernverkehr fahren auf dieser Strecke im Stundentakt Nahverkehrszüge der ÖBB, welche zum Teil bis Linz weiterverlängert sind. Zu Stoßzeiten sind die Intervalle deutlich kürzer. Aktuell verkehren hier hauptsächlich lokbespannte Züge mit Cityshuttle-Wagen. Diese werden ergänzt durch Triebwagen der Baureihen 4024 und 4744, zu Randzeiten verkehren auch Triebwagen der Baureihe 5022. Als Besonderheit unter diesen Nahverkehrszügen verkehrte der Erlebniszug Donau mit historischem Wagenmaterial zwischen Wien und Passau; seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2008 verkehrt der Zug nur mehr im Sommer. Der Erlebniszug wurde 2015 durch den "Radtramper Donau" ersetzt und wird nun als REX geführt.[3]

 

Die Innbrücke bei Passau

Die Strecke beginnt im Welser Hauptbahnhof, wo sie sich rasch in einem engen Bogen in Richtung Nordwesten von der nach Südwesten weiter nach Salzburg laufenden Westbahn trennt. Folgte die Westbahn von Wien kommend ab Linz beständig der Traun, so trennt sich der Weg der Passauer Strecke von diesem Flusslauf. Zunächst wird das weite Trauntal bzw. die Welser Heide bei Puchberg bei Wels verlassen, um bis Taufkirchen dem Flusslauf der Trattnach zu folgen. Bei Neumarkt im Hausruckkreis zweigt die Innkreisbahn nach Ried im Innkreis und die Linzer Lokalbahn nach Peuerbach ab. Zwischen dem dortigen Aschachtal und Zell an der Pram wurde die Strecke in einem weiten Bogen geführt, um Steigungen zu vermeiden. Ab Zell geht es entlang des Tals der Pram bis zum Inn, den die Strecke bei Schärding erreicht. Kurz zuvor mündet hier bei St. Florian am Inn eine weitere Nebenbahn aus Ried im Innkreis in diese Strecke ein. Nun folgt die Bahnstrecke dem rechten Innufer. Kurz nach der Grenze zweigt die Nebenbahn nach Hauzenberg ab. Direkt im Anschluss überquert die Bahn den Inn auf einem eisernen, 110 Meter langen Brückenprovisorium, welches nach dem Zweiten Weltkrieg anstatt der vorherigen 176 Meter langen gemauerten Brücke entstand. Danach unterquert die Strecke im kurzen Passauer Tunnel die Neue Mitte Passau (ehemals Kleiner Exerzierplatz) und erreicht im Passauer Hauptbahnhof ihren Endpunkt. Dort geht sie in die Bahnstrecke Passau-Regensburg entlang der Donau über.

 

Einzelnachweise

 

1) Kurze Geschichte der Bahnlinie Wels – Passau und des Bahnhofes Grieskirchen-Gallspach mit dem Stellwerk 2, modellbahn-grieskirchen.at, abgerufen 2. Oktober 2014.
2) Wie die Fortsetzung der Westbahn Salzburg – München mit der deutschen Zollstation Salzburg Hbf
3) Aus Erlebniszug wird Radtramper. (noen.at [abgerufen am 30. Juli 2017]).

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Wels%E2%80%93Passau

 

 

Videos

Führerstandsmitfahrt Wien Westbhf. - Salzburg
Sebastian Nestinger 04.08.2013
Zug: RJ 62

Triebfahrzeug: ÖBB 1116

Wagensatz: Railjet


Teil 1: Wien Westbhf. - St. Pölten
Die Neubaustrecke zwischen Wien und St. Pölten führt nördlich der Bestandsstrecke durch das Tullnerfeld und wird mit bis zu 230km/h befahren. Die Fahrzeit nach St. Pölten verkürzt sich somit auf unter 25 Minuten.
In den Tunnels ist es technisch nicht möglich etwas zu erkennen, da der Helligkeitsunterschied zu draußen zu groß ist. Lediglich im Wienerwaldtunnel (1.Tunnel) ist durch die Beleuchtung etwas zu sehen. Fahrt in Echtzeit, keine Kürzungen.
23:10
 

Teil 2: St. Pölten - Linz Hbf.
Von St. Pölten nach Linz besteht die Neubaustrecke ("Neue Westbahn") schon einiege Jahre und ist für 200 km/h ausgelegt. Die alte Westbahn wird vom Regionalverkehr genutzt und führt parallel zur neuen Strecke. Bis die Strecke durchgehend viergleisig befahrbar ist, wird es jedoch noch ein paar Jahre dauern.
44:34
 

Teil 3: Linz - Salzburg
Bis Linz Kleinmünchen verläuft die Westbahn noch viergleisig, während sie ab hier nur noch zweiglisig verläuft und ab Breitenschützling wieder dem alten Streckenverlauf mit Höchstgeschwindigkeiten zwischen 100 und 140 km/h folgt.
01:04:16
 


Führerstandsmitfahrt Salzburg - Rosenheim
stinkimausfroscherl 08.08.2012
Der Bahnhof Salzburg sowie die Strecke Salzburg-Freilassing wurde 2012 noch umgebaut. Die alten Reichsbahnmasten zwischen Teisendorf und Bergen sind schon verschwunden und wurden teilweise durch Betonmasten ersetzt. Leider fing es in Traunstein zu Regnen an, was sich zwischen Übersee und Bernau zu einer Sintflut steigerte. Aber auf Regen folgte wieder Sonnenschein. Zuglok war eine BR 111.
01.10.54
 

Führerstandsmitfahrt Rosenheim - Kufstein
stinkimausfroscherl 14.06.2012
Triebfahrzeug war ein TW 425.
29:35
https://www.youtube.com/watch?v=H74xjlz-izQ

 

Führerstandsmitfahrt Wien Westbhf. - Neulengbach Nov. 1990
S50, BR 4030
(leider sehr schlechte Bildqualität)
mectub76 04.11.1990
Auf dem Führerstand des Triebwagen 4030.206 fuhren wir am 04.11.1990 auf der Schnellbahnlinie S50 von Wien-West bis Neulengbach. Das Video zeigt die Fahrt bei Novemberwetter in Ausschnitten.

Bei der Wiedergabe über ein Mobilgerät werden die Anmerkungen leider nicht dargestellt.
20:11
 

Führerstandsmitfahrt Passauer Bahn  Wels - Passau
fuehrerstand 2016
Eine sommerliche Mitfahrt vom Juli 2016 auf der Strecke Wels - Passau mit einer Lok der Reihe 193 / Vectron
01.01.10

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