Summerauer Bahn

Bahnhof Freistadt, Hjanko 30.06.2008

 

Die Summerauer Bahn ist eine eingleisige Hauptbahn in Österreich. Sie verbindet die oberösterreichische Landeshauptstadt Linz mit Summerau in der Gemeinde Rainbach im Mühlkreis an der Grenze zu Tschechien und führt von dort weiter nach Prag.

 

Die Summerauer Bahn wurde von der k.k. privilegierten Kaiserin-Elisabeth-Bahn (KEB) als Nachfolgebahn der Pferdeeisenbahn Linz–Budweis errichtet und später von den k.k. österreichischen Staatsbahnen betrieben. Heute ist sie im Besitz der Österreichischen Bundesbahnen.

 

Landkarte der Summerauer Bahn und Mühlkreisbahn, Steindy 13.05.2008

Geschichte

 

1854 beschäftigte sich die Erste Eisenbahngesellschaft mit der Einführung des Dampfbetriebes und führte zwischen Linz und Gmunden erste Probefahrten auf der Pferdeeisenbahn durch. Obwohl die Flachschienen den Belastungen nicht standhielten und zahlreiche Schienenbrüche die Folge waren, beschloss man, ab 1855 wegen der größeren Wirtschaftlichkeit zwischen Linz und Gmunden auf Dampfbetrieb umzustellen. Dazu wurden die Flachschienen durch Hochschienen ausgetauscht. Es zeigte sich aber auch, dass die Trassierung und die Steigungen zwischen Linz und Budweis für eine allfällige Umstellung auf Dampfbetrieb ungeeignet waren. Diese Erfahrungen berücksichtigend, entschloss man sich, die Strecke Linz–Budweis weiterhin als Pferdebahn zu betreiben.

 

Nachdem die Kaiserin Elisabeth-Bahn (KEB) die Österreichische Westbahn errichtet hatte – Eröffnung Wien (Westbahnhof)–Linz am 15. Dezember 1858 –, bemühte sich die Gesellschaft auch um eine Konzession für eine Eisenbahnstrecke von St. Valentin nach Budweis. Diese wurde der Kaiserin-Elisabeth-Bahn mit der Auflage erteilt, dass mit einer Flügelstrecke auch Linz an diese Bahnstrecke angebunden werden müsse. St. Valentin wurde als Ausgangspunkt gewählt, weil man auch einen Anschluss an die am 15. August 1868 eröffnete Kronprinz-Rudolfs-Bahn (KRB) plante.

 

Entsprechend diesen Auflagen wurden 1871 die Strecken St. Valentin–Summerau–Budweis und 1872 Linz (Abzweigung Wächterhaus 850)–Gaisbach-Wartberg errichtet.

 

Eröffnungsdaten

 

  • 1. Dezember 1871: Eröffnung Summerau–Budweis (nur Güterverkehr)
  • 6. November 1872: Eröffnung Freistadt–Summerau (Gesamtverkehr) und St. Valentin–Freistadt (nur Güterverkehr)
  • 2. Dezember 1872: St. Valentin–Freistadt (Gesamtverkehr)
  • 20. Dezember 1873: Abzweigung Wärterhaus 850–Gaisbach-Wartberg
  • 17. Mai 1914: Linz Hbf–Abzweigung Wächterhaus 850

 

Im Kursbuch von 1901 schien der Fahrplan Nr. 97 mit der Strecke (Prag–Eger–)Budweis–Kl. Reifling(–Pontafel–Venedig–Rom) auf; direkte Züge fuhren nicht über Linz, sondern über den 1956 eingestellten Streckenteil Gaisbach-Wartberg–Mauthausen direkt nach St. Valentin, Steyr und Kleinreifling und zu südlicher gelegenen Zielbahnhöfen.

 

Zukunft der Bahn

 

Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 gibt es Pläne, die seitdem immer wichtiger werdende Nord-Süd-Verbindung großzügig auszubauen. Seit 2005 fördert die Europäische Kommission eine Studie zur Errichtung einer leistungsfähigen Schienenverbindung zwischen Linz und Prag, die die Summerauer Bahn einschließt. Die mittelfristige Realisierung schien gesichert, da der Abschnitt Teil des Prioritätsprojektes Nr. 22 der transeuropäischen Verkehrsnetzwerke ist. Der Ausbau sollte ursprünglich 2011 begonnen werden und bis 2017 abgeschlossen sein.[1]

 

Da aber die Mühlviertler Schnellstraße (S10) bereits 2015 fertiggestellt sein sollte (sie wurde im Dezember 2015 eröffnet), befürchtete man, dass großes Gütervolumen auf die Straße abwandern würde. Um das zu verhindern, drängte das Land Oberösterreich und wollte durch eine Vorfinanzierung erreichen, dass auch die Bahn beschleunigt gebaut und bis 2015 fertiggestellt wird. Dabei sollte von Linz bis St. Georgen an der Gusen ein zweigleisiger Ausbau stattfinden, einige Bahnhöfe sollten ausgebaut werden. Auch eine elektronische Steuerung der Bahnhöfe Lungitz und Gaisbach-Wartberg sollte erfolgen.

2014 wurde bekannt, dass die Finanzierung auf Grund der EU-Stabilitätskriterien so nicht erfolgen darf, weshalb der Ausbau nun für die Jahre von 2020 an in Aussicht genommen wurde.[2]

 

Verkehr

 

Nahverkehr

 

Bahnhof Summerau, Linzer 2010

Auf der Summerauer Bahn verkehrt im Abschnitt Linz – Pregarten die S3 der S-Bahn Oberösterreich im Stundentakt von 5 bis 22 Uhr. In der Hauptverkehrszeit (besonders morgens nach Linz und abends von Linz) wird der Stundentakt auf einen Halbstundentakt verdichtet. Zwischen Linz und Summerau besteht ein ganztägiger Zweistundentakt, der morgens Richtung Linz zu einem Halbstunden- und nachmittags von Linz zu einem Stundentakt verdichtet wird. Viele Züge, die nach Summerau kommen, verkehren weiter nach Tschechien. Auf der Summerauer Bahn fahren meist CityShuttle-Wendezüge und Triebwagen des Typs Talent bzw. Cityjet.

 

Fernverkehr

 

Regionalexpresszüge bzw. Regionalzüge verkehren zwischen Linz und Budweis den ganzen Tag über im Zweistundentakt bzw. zwischen Linz und Prag im Vierstundentakt. Für die nach Prag geführten Züge kommen Fernverkehrswagen der CD (mit 1. und 2. Klasse) zum Einsatz, für die nach Budweis geführten Züge werden CityShuttle-Wendezüge der ÖBB verwendet.

 


Einzelnachweise


1) Großer Erfolg für Oberösterreich: Ausbau der wichtigen Verkehrsprojekte gesichert, Presseaussendung, APA, vom 26. März 2007, OTS0201.
2) Meldung der Tageszeitung Kurier auf ihrer Website vom 22. Juli 2014


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Summerauer_Bahn

 

 

Video

 

Summerauerbahn - Führerstandsmitfahrt von Linz (Hbf.) nach Summerau
Die Summerauer Bahn ist eine eingleisige Nebenbahn in Österreich und Tschechien. Sie verbindet die Städte Linz und Budweis und ist Teil der historischen Bahnverbindung von Prag nach Triest. Die Bahn überwindet in einer Stunde Fahrzeit 400 Höhenmeter. Das Video zeigt den Oberösterreichischen Teil der Strecke von Linz nach Summerau44 an der Grenze zu Tschechien.
Harald Peter Kieberger 12.11.2012
1:06:04

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