4023 011 bei Eichberg, Harti_now (Forum Romanum) 16.03.2014

Steirische Ostbahn

 

Die Steirische Ostbahn ist eine Teilstrecke der Ungarischen Westbahn. Sie führt von der Staatsgrenze nächst Mogersdorf über Jennersdorf, Fehring, Feldbach und Gleisdorf nach Graz.

 

Einerseits durch die Verzögerung beim Bau des Semmeringbasistunnels und durch den Bau der Koralmbahn, sowie andererseits durch die Übernahme der Strecke Ödenburg/Sopron - Steinamanger/Szombathely - Sankt Gotthard/Szentgotthárd durch die RÖEE/GySEV, gewinnt diese Bahnstrecke wieder an Bedeutung. Auch die Infrastrukturprojekte im Zuge der EU-Erweiterung zum 1. Mai 2004 tragen dazu bei, dass sich der Güterverkehr entwickelt.

 

Ein großzügiger Ausbau der Strecke im Abschnitt zwischen Gleisdorf und Graz ist seit Jahren in Planung und befindet sich noch bis 2015 im behördlichen Genehmigungsverfahren. Diese Neubaustrecke soll die Steirische Ostbahn unter Umfahrung von Graz direkt mit der in Bau befindlichen Koralmbahn verbinden (siehe Ausbaupläne).

 

Im letzten Jahrzehnt wurden auf der Bestandstrecke zwischen Jennersdorf und Graz umfangreiche Investitionen in den Ausbau und die Verbesserung der Infrastruktur getätigt, die auch dem Personenverkehr zugutekommen: neue Betriebsausweichen, neue Haltestellen, barrierefreier Aus- und Umbau bestehender Bahnhöfe und Haltestellen, neue oder erweiterte Park & Ride-Anlagen, neue bahntechnische Einrichtungen. Seit Dezember 2010 erfolgt ein S-Bahnbetrieb, verstärkt durch REX-Züge, der in den Spitzenverkehrszeiten halbstündliche, ansonsten stündliche Fahrten anbietet. Durch diese Attraktivierung kann die Steirische Ostbahn von Szentgotthárd nach Graz mit einem gut ausgelasteten dichten Zugverkehr geführt werden und ist in das steirische S-Bahnsystem eingebunden.

 

Auf ungarischer Seite wurden durch die RÖEE/GySEV im Abschnitt Ödenburg/Sopron - Steinamanger/Szombathely umfangreiche Ausbaumaßnahmen (Oberbauverstärkung und Elektrifizierung) gesetzt. Nach der im Dezember 2006 erfolgten Übernahme der Strecke Steinamanger/Szombathely - Körmend - Sankt Gotthard/Szentgotthárd durch die RÖEE/GySEV (bisheriger Betreiber: MÁV) wurde von 1. Oktober 2009 bis 2. Dezember 2010 auch diese Strecke eisenbahntechnisch saniert und elektrifiziert.

 

Die Strecke Steirische Ostbahn wird von den Österreichischen Bundesbahnen betrieben. Die Züge werden als REX und als S3 geführt, wobei zwischen Fehring und Szentgotthard alle Züge als REX oder als R verkehren. An Werktagen verkehren die Züge in den stark frequentierten Morgen-, Nachmittags- und Abendstunden in rund 30-minütigen Intervallen, zu allen anderen Betriebszeiten im 1-Stunden-Takt. An Werktagen (Montag–Freitag) verlässt der erste Zug Fehring um 04:09 Uhr und trifft um 05:19 Uhr in Graz Hbf ein. Täglich verlässt der letzte Zug Graz Hbf um 00:08 Uhr und trifft um 01:21 Uhr in Fehring ein. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen fährt der erste Zug ab Fehring um 04:40 Uhr mit Ankunft in Graz Hbf um 05:53 Uhr.

 

Die Zulassung zum Befahren der Strecke bis zur österreichischen Staatsgrenze haben auch die Steiermärkischen Landesbahnen. Diese führen als S31 an Werktagen (außer Samstag) fünf direkte Züge von Weiz nach Graz Hbf, sowie vier direkte Züge von Graz Hbf nach Weiz, die im Abschnitt zwischen Gleisdorf-Graz die Steirische Ostbahn befahren. Die StLB setzen auf der Strecke Weiz–Gleisdorf–Graz Diesel-Gelenktriebwagen (5062, Stadler-GTW 2/6) oder dieselhydraulische Triebwagen (5047) ein.

 

Von der steirischen Ostbahn zweigen drei Bahnstrecken ab:

 

  • In Fehring die sogenannte Thermenbahn nach Friedberg und weiter nach Wiener Neustadt
  • In Feldbach die Landesbahn Feldbach – Bad Gleichenberg
  • In Gleisdorf die Landesbahn Gleisdorf – Weiz

 

Geschichte

 

Mitte der 1850er Jahre wurde in Graz ein Consortium zur Anlage und zum Bau der damals sogenannten Locomotiv Eisenbahn, der heutigen steirischen Ostbahn, zwischen Raab/Gyor und Graz gegründet.

 

Dabei wurden für den österreichischen Teil drei Trassenführungen in Betracht gezogen:

 

  • 1. ungarische Grenze - Fürstenfeld - Ilz - Gleisdorf - Graz
  • 2. ungarische Grenze - Fehring - Feldbach - Studenzen - Gleisdorf - Talschluss Nestelbach - Autal - Graz
  • 3. ungarische Grenze - Fehring - Feldbach - Gleisdorf - Laßnitzthal - Schemerlberg - Graz

 

Nachdem anfangs für die Variante 2 entschieden wurde, leisteten Bauern und Grundeigentümer vor allem im Raum Nestelbach Widerstand. Mit dem Argument, "die Bahn würde ihre Felder anzünden" erwirkten sie eine Umtrassierung auf die Variante 3.[2]

 

Die Strecke gehörte zur Ungarischen Westbahn von Gyor nach Graz. Am 1. September 1872 wurde die Strecke Sankt Gotthard/Szentgotthárd - Staatsgrenze nächst Jennersdorf/Gyanafalva eröffnet. Am 1. Mai 1873 erfolgte die Eröffnung der Gesamtstrecke von Jennersdorf bis Graz.

 

Im August 1883 erteilte das k.k. Handelsministerium dem Johann Berghofer, Mühlen- und Realitätenbesitzer in Fehring, nebst Genossen die erbetene Bewilligung zur Vornahme technischer Vorarbeiten für eine schmalspurige Vicinalbahn von Fehring über Gleichenberg nach Radkersburg.[3] Dieses Projekt, das etwa ein Jahr vor Erteilung der Konzession zum Bau und Betrieb der Locomotiveisenbahn von Fehring nach Fürstenfeld[4] beim Handelsministerium beantragt (amtsevident) wurde und mit dieser in keinem Zusammenhang stand, hat in der Folge keine Verwirklichung gefunden.

 

Ungarischer Teil

 

Ungarische Westbahn

 

Die Ungarische Westbahn ist eine Hauptbahn in Ungarn. Sie führt von Raab/Gyor Richtung Graz. Der österreichische Streckenteil zwischen der Staatsgrenze nächst Mogersdorf und Graz ist auch als Steirische Ostbahn bekannt.

 

In der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie stellte diese Bahn eine wichtige Ost-West Verbindung zwischen Budapest und Graz dar. Durch die Auflösung der Monarchie und durch die Schaffung des Eisernen Vorhangs sank die Bedeutung der Strecke im Reiseverkehr. Im Güterverkehr verlor sie aber nie ihre wichtige Stellung zwischen Ungarn und Österreich.

 

Die Ungarische Westbahn verbindet mit Gyor (Raab), Pápa, Celldömölk, Szombathely (Steinamanger) und Körmend einige wichtige Eisenbahnknoten.

 

 

Geschichte

 

Mitte der 1850er Jahre wurde in Graz ein Consortium zur Anlage und zum Bau einer Locomotiv Eisenbahn zwischen Raab/Gyor und Graz, der heutigen steirischen Ostbahn, gegründet.

 

Die Strecke wurde, nach polizeilich-technischer Prüfung[1] am 1. September 1872 bis Jennersdorf eröffnet und von den k.k. ung. Staatsbahnen betrieben. Die Fortsetzung bis Graz wurde am 1. Mai 1873 offiziell dem Betrieb übergeben. (Im Herbst 1872 hatte sich die Ungarische Westbahn, gemeinsam mit einem Konsortium von Industriellen, um die Genehmigung technischer Vorarbeiten zur Errichtung der Strecke Graz – Knittelfeld beworben[2]).

 

Gegenwart

 

Die Haltestelle Szombathely-Szőlős

Bis Ende November 2006 wurde die Ungarische Westbahn in ihrem Verlauf von Raab/Gyor bis zur Staatsgrenze Ungarn/Österreich von der MÁV betrieben. Seit Dezember 2006 wird der Streckenabschnitt Szombathely/Steinamanger–Körmend/Kirment–Szentgotthárd/Sankt Gotthard von der ROeEE/GySEV betrieben.

 

Vom 1. Oktober 2009 bis 2. Dezember 2010 wurde die 53,3 km lange eingleisige Strecke Szombathely–Szentgotthárd vollständig saniert und bis an die Grenze zu Österreich mit elektrischer Oberleitung überspannt (25 kV, 50 Hz).

 

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wurde von 60–70 km/h auf 120 km/h angehoben. Der Gleiskörper wurde für eine Achslast von 22,5 Tonnen ausgelegt, die Sicherungstechnik erneuert und der Betrieb auf elektrische Traktion mit Zugbeeinflussung umgestellt.


Zukunft

 

Die Raaberbahn will auf ihrer neuen ungarischen Strecke über Szombathely verstärkt in den Güterverkehr Wien-Graz einsteigen. Der weitere Ausbau der ÖBB-Strecke von Szentgotthárd nach Graz ist geplant. Im Abschnitt zwischen Gleisdorf und Graz soll eine Neubaustrecke parallel zur bestehenden Süd Autobahn A 2 errichtet werden und eine Verbindung zum Terminal Werndorf und zur Koralmbahn herstellen. Im Zuge des Ausbaus der europäischen Transitkorridore gibt es Bestrebungen, die Strecke zu ertüchtigen, insbesondere um den schweren Güterverkehr betriebstechnisch rationell zu traktionieren. Hinzu kommt der Umstand, dass eine Inbetriebnahme des Semmeringbasistunnels nicht vor 2022 erfolgen wird. Umso mehr will die Raaberbahn ihren Nord-Süd- und Ost-Süd-Güterverkehr über die Ungarische Westbahn abwickeln.

 

Triebfahrzeuge

 

  • ÖBB 2016 Hercules
  • ÖBB 5022 Desiro
  • StLB 5062 (Stadler-GTW 2/6)
  • StLB 5047
  • ÖBB 5047 (wurden durch die ÖBB 5022 ersetzt)
  • ÖBB 2043, ÖBB 2143 (wurden durch die ÖBB 2016 ersetzt)

 

Wagenmaterial

 

  •     City-Shuttle-Garnituren mit ÖBB 2016 (Hercules) als Triebfahrzeug.
  •     Dieseltriebwagen ÖBB 5022 (Desiro)

 

Ausbaupläne

 

Ausweichbahnhöfe

 

Seit 2007 befindet sich ein S-Bahn-System für den Großraum Graz im Probebetrieb. Die steirische Ostbahn konnte in dieses System wegen unzureichender Infrastruktur jedoch nicht mit einbezogen werden. Der Bau von drei Ausweichbahnhöfen in Autal, Laßnitzthal und Takern bis Ende 2010 schuf daher vorerst Abhilfe. In Autal ist die Ausweiche an der alten Haltestelle entstanden, die Haltestelle selbst jedoch um einige Kilometer versetzt in Hart bei Graz neu errichtet worden. In Takern II wurde die neue Haltestelle mit Ausweiche zwischen dem Bahnhof Takern und der Haltestelle Kroisbach-Zöbling eingerichtet, die damit diese beiden Stationen ersetzt. In Laßnitzthal sind Ausweichbahnhof und Station am Platz der alten Haltestelle errichtet worden, nach der Fertigstellung der Gleisbau- und Bahnsteigbauarbeiten wurde das alte Bahnhofsgebäude Anfang 2011 abgerissen.

 

Hochleistungsstrecke

 

Die ÖBB haben jedoch größere Pläne mit der steirischen Ostbahn: Zwischen Graz und Gleisdorf soll die Strecke zur Hochleistungsbahn ausgebaut werden. Für die Trassenplanung dieser Hochleistungsstrecke zwischen Raaba und Gleisdorf wurden bereits Informationsbüros in Graz und Gleisdorf eingerichtet. Durch eine durchgehend zweigleisige Führung, vollständige Elektrifizierung und Verlegung der Trasse nach Süden (zwischen Raaba und Lassnitztal) mit circa 6 km Tunnelstrecke im Bereich Lassnitzhöhe sollen Reisegeschwindigkeiten bis zu 160 km/h und damit eine Verkürzung der Fahrzeit Graz – Gleisdorf von 31 auf 22 Minuten ermöglicht werden. Sobald der Trassenentwurf ÖBB-intern abgesegnet ist, soll die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingeleitet werden. Zwischen 2010 und 2015 soll die Umweltverträglichkeitsprüfung und das eisenbahnrechtliche Genehmigungsverfahren (Baubewilligung) abgeschlossen und in den Folgejahren der Bau in Angriff genommen werden.[5] Die voraussichtliche Inbetriebnahme der NBS zeitgleich mit der Koralmbahn im Jahr 2023 ist jedoch nicht sichergestellt.

 

Verbindung mit der Koralmbahn

 

Zwischen Raaba und Feldkirchen ist entlang der Südautobahn eine eingleisige Verbindungsstrecke zur Koralmbahn geplant. Hierdurch soll ein leistungsstarker Ost-West-Korridor geschaffen werden.

 

Generalverkehrsplan

 

Im Generalverkehrsplan wurde die Steirische Ostbahn von der österreichischen Bundesregierung am 25. Februar 2002 im Paket 2. unter den Punkten "Elektrifizierung steirische Ostbahn", "selektiver zweigleisiger Ausbau Gleisdorf - Szentgotthard" und "Errichtung von drei neuen Betriebsausweichen auf der Steirischen Ostbahn" angeführt.

 

 

Einzelnachweise

 

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Steirische_Ostbahn

https://de.wikipedia.org/wiki/Ungarische_Westbahn

 

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