1040 003-4 mit Güterzug in Hieflau, Peter Rabijns 15.05.2001

Rudolfsbahn

Der Name Rudolfsbahn leitet sich von der k.k. priv. Kronprinz Rudolf-Bahn Gesellschaft (KRB) ab. Deren 1868 bis 1873 eröffnete Hauptstrecke hatte bis zur Inbetriebnahme der neuen Pontebbana im November 2000 folgenden, umwegreichen Verlauf (es sind nur Strecken innerhalb der heutigen Grenzen Österreichs berücksichtigt): St. Valentin–Kastenreith–Kleinreifling–Selzthal–Schoberpass–St. Michael–Neumarkter Sattel–St. Veit an der Glan–Feldkirchen in Kärnten–Villach–Tarvisio Centrale, heute verläuft sie bis Tarvisio Boscoverde.

 

Geschichte

 

Die Rudolfsbahn bildete neben der Südbahn (Semmeringbahn) im Osten und der Brennerbahn im Westen die dritte Nord-Süd-Alpenquerung in Österreich. Gebaut wurde sie vom mährischen Eisenbauunternehmen Gebrüder Klein. Der Chefarchitekt war Otto Thienemann. Da es im eigenen Streckenbereich zu wenig Verkehrsaufkommen gab, war die KRB wirtschaftlich zu einem großen Teil vom Transitverkehr und damit von der Verkehrspolitik anderer Bahnen (hauptsächlich der Kaiserin Elisabeth-Bahn (KEB)) abhängig. So lagen alle nördlichen Endpunkte des KRB-Netzes an Strecken der Kaiserin-Elisabeth-Bahn (St. Valentin und Amstetten an der Westbahn, Schärding an der Strecke Wels–Passau).

 

Die wirtschaftliche Lage der KRB verschlechterte sich nach der Wirtschaftskrise von 1873 immer mehr. 1880 wurde die KRB unter staatliche Zwangsverwaltung (Sequestration) gestellt, 1884 verstaatlicht.

 

Nach der Verstaatlichung wurde die Flügelstrecke Amstetten–Kastenreith aufgewertet, weil die kaiserlich-königlichen österreichischen Staatsbahnen (kkStB) den Verkehr Wien–Kärnten über Westbahn und Rudolfsbahn leiteten (als Konkurrenz zur nach wie vor privaten Südbahn-Gesellschaft). Über diese Flügelstrecke wurden noch in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg direkte Züge von Wien Westbf. über Amstetten und Hieflau ins Gesäuse, ins obere Ennstal und bis Bischofshofen an der Salzburg-Tiroler Bahn, damals als Teil der Westbahn bezeichnet, geführt.

 

Südlich von Pontafel im Kanaltal hatte die KRB Anschluss an das italienische Bahnnetz.

 

Rudolfsbahn heute

 

Alle Strecken der ehemaligen Rudolfsbahn-Gesellschaft im heutigen Österreich gehören zum Streckennetz der ÖBB (Stand 2015).

 

Der Name Rudolfsbahn ist heute kaum mehr geläufig, allenfalls der in einigen Orten entlang der Strecke vorkommende Straßenname Rudolfsbahnstraße erinnert noch daran. Das liegt daran, dass die Relation St. Valentin bzw. Amstetten–Villach–

Bahnhof Kleinreifling im Herbst 2007, von Süden Richtung Norden aufgenommen

Tarvis als solche nicht mehr relevant ist. Einzelne Abschnitte der Rudolfsbahn sind heute Teil anderer verkehrsbedeutender Relationen:

 

  • Die Schoberpassstrecke Selzthal – St. Michael ist Teil der Fernverkehrsrouten Linz–Pyhrnbahn–Selzthal–Graz und Innsbruck–Bischofshofen–Ennstalbahn–Selzthal–Graz.
  •  
  • Die Bahnstrecke Leoben–St. Michael–(Neumarkter Sattel)–St. Veit an der Glan–Klagenfurt ist Teil der heute, historisch keineswegs korrekt, als Südbahn bezeichneten Strecke Wien – Bruck an der Mur – Leoben – Klagenfurt – Villach. Dieses Streckenstück befahren (bis zur Eröffnung der Koralmbahn) sämtliche Railjet und EuroCity der Relation Wien Hauptbahnhof – Klagenfurt Hbf – Villach Hbf sowie einige Güterzüge, die hauptsächlich nach Italien oder Slowenien fahren.
  •  
  • Andere Streckenteile wie die Strecke entlang des Ossiacher Sees haben heute nur mehr regionale Bedeutung.

 

Winter im Bahnhof Gesäuse Eingang

Zwischen den Bahnhöfen Friesach und St. Veit an der Glan bzw. Villach (über Klagenfurt Hbf) wurde die Strecke zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 mit der S1 in die S-Bahn Kärnten eingebunden. Zwischen St. Veit an der Glan und Villach (über Feldkirchen in Kärnten) verkehrt seit Dezember 2011 die S2 und ist somit auch in die S-Bahn Kärnten integriert. Im Rahmen des neuen S-Bahn-Betriebs wurde die Taktfrequenz bzw. die Anzahl der Nahverkehrszüge erheblich erhöht, teilweise ist dies bereits mit der Einführung des Kärnten-Takts im Dezember 2008 erfolgt.

 

An den ursprünglichen, durchgehenden Streckenverlauf erinnert bis heute die Kilometrierung von St. Valentin (km 0,000) bis zur Staatsgrenze bei Thörl-Maglern (km 401,045). Ab der Staatsgrenze bei Thörl-Maglern beginnt die Kilometrierung der Strecke Staatsgrenze nächst Thörl-Maglern (km 94,250) – Udine (km 0,000).

 

Teilweise Einstellung des Personenverkehrs

 

Auf dem Streckenabschnitt zwischen Selzthal und Weißenbach-St. Gallen wurde am 6. September 2009 der Personenverkehr mit Ausnahme eines Zugpaars an Samstag,

Winter im Bahnhof Gesäuse Eingang

Sonn- und Feiertagen eingestellt, da seitens der ÖBB die Strecke für den Personenverkehr als nicht mehr wirtschaftlich angesehen wurde. Es wurde eine Ersatzbedienung mit Linienbussen eingerichtet.

 

Nebenstrecke Amstetten–Kastenreith

 

Auf der Strecke Amstetten–Kleinreifling wird im Stundentakt gefahren. Morgens und abends werden einige Züge von Amstetten nur bis Waidhofen a.d. Ybbs geführt, an Werktagen außer Samstag fahren einige Züge von Kleinreifling bis Weißenbach-St.Gallen weiter. Zwischen Amstetten und Selzthal verkehrt am Wochenende ein Regionalzug, der durch das Gesäuse fährt und damit als einziger Personenzug die Gesäusestrecke noch bedient.

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolfsbahn

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© railaustria.at