5022 im Bahnhof Maria Rain, Liberaler Humanist 27.10.2015

Karawankenbahn

Als Karawankenbahn werden zwei Bahnstrecken in Österreich bezeichnet:

 

    Bahnstrecke Villach–Rosenbach(–Jesenice)
    Sankt Veit an der Glan–Klagenfurt–Jesenice (heute auch: Rosentalbahn)

 

Bahnstrecke Villach–Rosenbach

 

Die Bahnstrecke Villach–Rosenbach (als Teil der bis Jesenice führenden Karawankenbahn) ist eine eingleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Österreich, welche ursprünglich als Teil einer durchgehenden Eisenbahnverbindung zwischen Salzburg und Triest geplant, gebaut und am 30. September 1906 eröffnet wurde. Sie verläuft von Villach nach Rosenbach, wo durch den Karawankentunnel der Anschluss nach Slowenien besteht

 

Grundlage

 

1901 wurde von der Regierung der Bau einer zweiten Eisenbahnverbindung mit Triest beschlossen, wobei im Rahmen der geplanten Karawankenbahn die Flügelbahn Villach–Rosenbach (ursprünglicher Stationsname: Bärengraben) einerseits die bereits bestehende (umwegige) Strecke Villach–Klagenfurt entlasten, andererseits die kostspielige Ausgestal- tung der Strecke Villach–Tarvis–Aßling hintanhalten sollte.[1] Das betreffende Gesetz zur Herstellung mehrerer Eisenbahnen auf Staatskosten trat am 8. Juni 1901 in Kraft und gab den bis Ende 1905 reichenden Bau- und Investitionsrahmen vor.[2]

 

Strecke

 

Die Strecke ist eingleisig ausgeführt, einzig der 7.976 Meter lange Karawankentunnel (slowenisch Predor Karavanke) zwischen Rosenbach und Jesenice ist zweigleisig. Die gesamte Strecke ist elektrifiziert. Die Vereinigung der östlichen Karawankenbahn (durch das Rosental führender Teil) und der westlichen Strecke erfolgt in Rosenbach. Die westliche Strecke führt in Österreich auch entlang des Faaker Sees. Die Bedeutung der Strecke ist nach den Jugoslawienkriegen stark gesunken und erst in den letzten Jahren wieder gewachsen. Allerdings hat sie noch nicht die damalige Bedeutung wieder erlangt.

 

Heute

 

Derzeit wird die Strecke zwischen Villach und Rosenbach als S-Bahn-Linie S2 geführt. Ein nahezu durchgängiger Stundentakt mit Bus und Zug verbindet diese beiden Städte. Fernverkehrszüge halten nach dem EU-Beitritt Sloweniens in Rosenbach nicht mehr. Grenzüberschreitender Regionalverkehr von Jesenice nach Villach findet nur noch einmal pro Tag (Jesenice ab 06:35, an Villach 07:26) statt. Nach Jesenice verkehrt derzeit (Stand März 2016) kein Regionalzug. [4]

 

Der Bahnhof und das Gelände wurden im Zuge der S-Bahn-Einführung umfassend saniert, aber auch rückgebaut (viele nicht mehr verwendete Nebengleise abgetragen). Nunmehr existiert ein Mittelbahnsteig mit unterirdischem Zugang für den Personenverkehr. Aufgrund zu geringer Frequenz hat man auf einen Lift verzichtet.

 

Die Bahnstrecke Villach–Rosenbach (ursprünglich: Bärengraben) als Teil der 1901 geplanten Herstellung mehrerer Eisenbahnen auf Staatskosten (Projekt: Zweite Eisenbahnverbindung mit Triest)
Rosenbach: Eröffnung der Karawankenbahn am 30. September 1906 [3]
Grenzbahnhof Rosenbach im Oktober 2006

 

 

Einzelnachweise

 

1) 16. Bärengrabenlinie (Villach–Aßling). In: Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des Reichsrates 1861–1918. (…) Technisch-commerzieller Bericht über die zweite Eisenbahnverbindung mit Triest, Jahrgang 0017, XVII. Session, S. 17. (Online bei ANNO).

2) RGBl 1901/63. In: Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder, Jahrgang 1901, S. 201–207. (Online bei ANNO).

3) Die Eröffnung der Karawanken-Bahn. In: Wiener Zeitung, Beilage Wiener Abendpost, Nr. 225/1906, 1. Oktober 1906, S. 1 ff. (Online bei ANNO).

4) Einziger Regionalzug nach Jesenice Fahrplan.oebb.at (abgerufen am 13. März 2016)

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Villach%E2%80%93Rosenbach

 

 

 

Rosentalbahn

 

Als Rosentalbahn wird heute der östliche Teil der Karawankenbahn in Österreich genannt. Die Strecke verläuft von Sankt Veit an der Glan über Klagenfurt und Rosenbach nach Jesenice in Slowenien. Der Abschnitt zwischen Rosenbach und Jesenice durch den Karawankentunnel ist Teil der überregionalen Fernverbindung zwischen Salzburg und Zagreb.

 

 

 

Geschichte

 

Betreiber der 1906[Anm. 1] eröffneten Bahnlinie ist die ÖBB. Um 1909 hatte die Fahrplandichte auf der Strecke, unter anderem mit 3 Schnellzügen, ihren nie mehr überbotenen Höhepunkt erreicht. Danach wurde zunehmend die Bahnstrecke über Villach bedient, bis am 3. Oktober 1931 der letzte fahrplanmäßige Schnellzug das Rosental durchquerte.


Zugverkehr

 

Der Zustand der Strecke zwischen Klagenfurt und Rosenbach war und ist teilweise als desolat zu beschreiben. Die Zugverbindungen waren seit 1. August 2011 bis inkl. 9. Dezember 2016 auf einen einzigen Zug beschränkt, der jeweils nur werktags (außer Samstag) die Gesamtstrecke Rosenbach–Klagenfurt befuhr. Der Zug fuhr um 06:24 in Rosenbach ab und kam nach 50 Minuten Fahrzeit um 07:15 am Klagenfurter Hbf an. Bis zum Jahr 2009 gab es zwischen Rosenbach und Klagenfurt neun kilometerlange Langsamfahrstellen, wo die Höchstgeschwindigkeit nur 10 bis 30 km/h betrug. Die Fahrzeit von Klagenfurt nach Rosenbach war mit über einer Stunde dementsprechend lang. Ohne die Langsamfahrstellen hätten durchfahrende (umgeleitete) Reisezüge für die Strecke Klagenfurt–Rosenbach nur circa 25 bis 30 Minuten benötigt, Regionalzüge gut 40 Minuten. Im Juli 2009 wurde diese Strecke allerdings renoviert und sämtliche 10 km/h-Langsamfahrstellen sind entfallen. Auch wurden fast sämtliche Weichen und Signale entlang der Strecke demontiert. Die reine Fahrzeit auf der Gesamtstrecke wurde auf gut 40 Minuten verkürzt und ab dem Fahrplanwechsel 2009/10 fuhr zusätzlich ein weiteres Zugpaar auf dieser verlassenen Strecke.

Seit dem Fahrplanwechsel 2008/09 fahren ausschließlich Triebwagen der Baureihe 5022 (Desiro) auf der Strecke. Der bescheidene Güterverkehr wurde von der Baureihe 2068 oder von der Baureihe 2016 bedient.

 

Bei Bauarbeiten oder Betriebsstörungen auf der Bahnstrecke Villach–Rosenbach diente die Rosentalbahn zeitweise auch als Umleitungsstrecke, wenn auch nur selten für den internationalen Verkehr. Zwischen St. Veit an der Glan und Klagenfurt befahren die Strecke vor allem die Reisezüge der Relation Wien – Villach.

 

Am 9. Dezember 2016 verkehrte der letzte planmäßige Personenzug zwischen Rosenbach über das Rosental nach Klagenfurt Hauptbahnhof auf der gesamten Länge. Auf der Strecke zwischen Rosenbach und Weizelsdorf wurde seitdem sämtlicher Zugverkehr eingestellt, auch ist sie nicht mehr im Schienennetz der ÖBB angeführt. Auf dem Abschnitt zwischen Klagenfurt Hauptbahnhof und Weizelsdorf verkehrt seit 1. August 2011 die S-Bahn-Linie 3 im Stundentakt.

Im Sommer 2015 wurde eine neue Haltestelle in unmittelbarer Nähe zur Mössingerstrße eröffnet und ersetzt seitdem den Bahnhof Viktring, welcher nun vor allem als Holzverladestelle dient. Mit dem Fahrplanwechsel 2016/17 wurde die Linie S3 bis nach Völkermarkt-Kühnsdorf verlängert.

 

Bahnstation Viktring im Klagenfurter Stadtgebiet
Bahnstrecke in Lambichl
Bahnhof in Maria Rain

 

Streckenbeschreibung, Güterverkehr und Elektrifizierung

 

Haltepunkte zwischen den Bahnhöfen Klagenfurt und Weizesdorf sind die Haltestelle Mössingerstrße und der Bahnhof Maria Rain, wobei dort im Zuge der Bauarbeiten zur S-Bahn-Linie S3 alle Gleise bis auf eines unbrauchbar gemacht wurden.

 

Eisenbahnbrücke über den Ferlacher Stausee bei Weizelsdorf
Rosentaler Dampfbummelzug im Bahnhof Weizelsdorf
Bahnhof Feistritz im Rosental

 

Im Bereich des Bahnhofes Feistritz im Rosental befinden sich Industrieanlagen, die einst Anschluss an das Bahnnetz benötigten. Die Fahrten wurden planmäßig in der Mittagszeit an Werktagen (außer Samstag) abgewickelt. Neben dem Bahnhof Feistritz stellte auch der Bahnhof Weizelsdorf bis vor einigen Jahren eine bedeutende Rolle für die Holzverladung dar, bis dieser Aufgabenbereich vollständig auf die Straße verlegt wurde.

 

Die elektrische Fahrleitung mit 15 kV, 16,7 Hz reicht von Rosenbach durch den Karawankentunnel bis in den Bahnhof Jesenice.[1] Die Bauform der Oberleitung in Slowenien entspricht dem italienischen Standard, da Italien die Elektrifizierung im damals besetzten Slowenien vor 1945 durchgeführt hatte. Der Teil von Klagenfurt bis Rosenbach ist nicht elektrifiziert. Die ÖBB planen jedoch in den kommenden Jahren den Ausbau der Strecke Klagenfurt–Weizelsdorf. Mit 11. Dezember 2016, d. h. im Zuge des Fahrplanwechsels 2016/2017, wurde sämtlicher Verkehr zwischen Rosenbach und Weizelsdorf eingestellt, die Streckengleise sollen jedoch vorerst erhalten bleiben.[2]

 

Trivia

 

Für den 1992 gedrehten amerikanischen Spielfilm Shining Trough (deutscher Titel: Wie ein Licht in dunkler Nacht) wurden einige Szenen auf der teilweise gebirgigen Rosentalbahn gedreht.[3]

 

 

Einzelnachweise

 

Anmerkungen

  • 1) Der Abschnitt Klagenfurt–Feistritz im Rosental wurde am 30. September 1906 dem öffentlichen Ver-kehr übergeben. – Siehe: Verschiedenes. (…) Neue Bahnen. In: Der Naturfreund, Jahrgang 1906, Nr. 6, 15. Juni 1906 (X. Jahrgang), S. 88, oben rechts. (Online bei ANNO).

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rosentalbahn

 

 

 

Video

 

Karawankenbahn


Heute eine Führerstandsmitfahrt von Jesenice nach Villach über die Karawankenbahn. Diese Strecke befahren wir nur Nachts bzw. im Sommer in der Dämmerung, ich hoffe man kann etwas erkennen. Wer das Reh sieht, bekommt 100 Punkte! (:

 

Der Zugteil aus Jesenice wird übrigens mit dem Zug aus Triest vereinigt, den man am Ende des Videos in Fürnitz (Villach Süd) sieht

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Rotausleuchtung 10.06.2016
32:20

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