EC 216 bei Trautenfels, im Hintergrund der Grimming, Liberaler Humanist 25.02.2017

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Die Ennstalbahn ist eine elektrifizierte normalspurige Hauptbahn in der Steiermark und dem Land Salzburg, welche ursprünglich durch die k.k. privilegierte Kaiserin-Elisabeth-Bahn erbaut und betrieben wurde. Die Bahn stellt eine wichtige Verbindung der Steiermark in Richtung Salzburg, Westösterreich und Deutschland dar. Die Strecke ist mit Ausnahme eines sehr kurzen Abschnittes eingleisig. Von einem vor Jahrzehnten begonnenen Ausbau in Hinblick auf Zweigleisigkeit sind nur wenige Relikte erkennbar. Bedingt durch die vielen engen Kurvenradien und einige ungesicherte Eisenbahnkreuzungen ist die Durchschnittsgeschwindigkeit für eine Hauptstrecke äußerst niedrig.

 

 

 

Geschichte

 

Die Bahnstrecke Selzthal–Bischofshofen–Wörgl wurde von der Kaiserin-Elisabeth-Bahn gebaut und am 6. August 1875 eröffnet. Die Strecke wurde zeitweise auch „Giselabahn“ benannt. Rechtliche Grundlagen waren das Gesetz Nr. 48 vom 10. April 1872 sowie die Konzession vom 10. November 1872 laut Reichsgesetzblatt 170.

 

Im Jahr 1879 wurde für die Strecke Bischofshofen–Selzthal 97,974 km Baulänge angegeben. Ab dem 23. Oktober 1877 bestand für die Teilstrecke Stainach (heute Stainach-Irdning)–Selzthal eine Mitbenützungsvereinbarung seitens der k.k. priv. Kronprinz Rudolf-Bahn Gesellschaft (KRB).

 

Mit der Verstaatlichung der Kaiserin-Elisabeth Bahn im Jahr 1884 gelangte die Strecke in das Eigentum des Staates, und wurde fortan von den k.k. österreichischen Staatsbahnen betrieben. Die Elektrifizierung der Strecke erfolgte nach dem Zweiten Weltkrieg in mehreren Teilabschnitten.

 

Bahnhof Stainach-Irdning vor dem Umbau (1992)

Ursprünglich war vorgesehen, die Ennstalbahn zumindest auf Teilstücken zweigleisig auszubauen. Rund um das Jahr 2000 wurde mit dem ersten Ausbauabschnitt zwischen der Haltestelle Wörschach-Schwefelbad und dem Bahnhof Stainach-Irdning begonnen, der wenige Jahre später – als einziger zweigleisiger Abschnitt der Ennstalbahn – fertiggestellt wurde. In diesem Bereich sind auf einem kurzen Teilstück sogar 120 km/h zulässig, was die höchstzulässige Geschwindigkeit der Ennstalbahn darstellt. Weitere Planungen sahen etwa den Ausbau der Abschnitte Stainach-Irdning–St. Martin am Grimming[1], Wörschach—Liezen Ost (Anschluss an Schleife Selzthal)[2], Öblarn–St. Martin am Grimming, Radstadt–Mandling[3] oder den Raum Haus im Ennstal[4] vor. Doch derzeit sind alle diese Projekte nicht prioritär.Als Vorbereitung für die Alpine Ski-WM 2013 in Schladming wurde der dortige Bahnhof abgerissen und in völlig neuem Aussehen mit einem breiten, barrierefrei erreichbaren Mittelbahnsteig und einer Unterführung wieder errichtet. Zusätzlich wurde zwischen den Bahnhöfen Haus im Ennstal und Schladming ein Streckenblock eingerichtet, um eine dichtere Zugfolge zu ermöglichen.

 

In den Jahren 2016 und 2017 wurde der Bahnhof Liezen umgestaltet. Auch hier wurden eine Unterführung und ein neuer, barrierefreier Mittelbahnsteig gebaut. Die Bahnhofsoffensive an der Ennstalbahn soll in den nächsten Jahren fortgesetzt werden, außerdem soll die Anzahl der Eisenbahnkreuzungen durch den Bau von Unter- und Überführungen reduziert werden.

 

Personenverkehr

 

Triebzug 4010 im Bahnhof Stainach-Irdning mit Grimming (2003)

Auf der Strecke gibt es einen 2-Stunden-IC-Takt Graz – Salzburg bzw. Innsbruck. Auch bedienen, alle zwei Stunden, Regionalzüge bzw. Regional-express-Züge (REX) die Linie Bruck an der Mur – Schladming. Dieser vertaktete Nahverkehr ba.siert auf dem Landes-Projekt "Obersteirertakt" und wurde mit Fahrplanwechsel 2005/2006 eingeführt. Auf Salzburger Seite gab es Bestre-bungen, im Abschnitt Bischofshofen – Radstadt mit Regionalzügen einen Stundentakt zu fahren. Jedoch bedienen im aktuellen Fahrplan lediglich zwei täglich verkehrende Regionalzüge diesen Streckenabschnitt. Die noch fehlenden Regional-zugpaare werden im Schienenersatzverkehr

Aufnahmsgebäude Eben, im Originalzustand denkmalgeschützt

geführt. Im Hinblick auf internationale Wintersport-Großveranstaltungen wurde der Bahnhof Schladming erheblich umgebaut.

 

Am 11. Dezember 2011 wurde die Zahl der über die Ennstalbahn führenden direkten Fernverbindungen Graz — Salzburg für das Fahrplanjahr 2012 von sechs auf drei verringert. Als Begründung wurde "zu geringe Kundenakzeptanz" angegeben. Ein Trugschluss.

 

Ab 9. Dezember 2012 gab es auf der Ennstalbahn wieder mehr Verbindungen: täglich fünf direkt verkehrende Schnellzugpaare Graz — Salzburg – Graz und zwei auf der Linie Graz — Innsbruck – Graz.

 

Seit 15. Dezember 2013 gibt es auf der Ennstalbahn ein verbessertes Angebot: acht Fernverbindungen Graz — Salzburg, davon sechs direkte Verbindungen und zwei mit Umsteigen in Bischofshofen, sowie acht Fernverbindungen Graz — Innsbruck, davon drei direkt und fünf mit Umsteigen in Salzburg. Insgesamt werden zwischen Selzthal und Bischofshofen neun durchgehende Schnellzug-Verbindungen angeboten. Hinzu kommt, auf steirischem Boden, der Regional-Taktverkehr.

 

Im Fahrplan 2016 besteht weiterhin ein Zweistundentakt mit Fernverkehrszügen, welche die steirische Landeshauptstadt Graz via Ennstal mit Salzburg, Innsbruck, Zürich, Frankfurt am Main und Saarbrücken verbinden. Folglich befährt auch das EuroNight-Zugpaar EN 464/465 „Zürichsee“ (Graz – Zürich – Graz) diese Strecke. Zusätzlich verkehren tagsüber, im Zweistundentakt, Regionalzugpaare zwischen St. Michael in Obersteiermark und Schladming (vereinzelt bis bzw. ab Radstadt). Weiters verkehren vier REX-Zugpaare der Pyhrnbahnlinie bis/ab Liezen. Im westlichen Abschnitt der Ennstalbahn, im Bundesland Salzburg, verkehren nur noch am Morgen und am Abend Regionalzüge, welche Bischofshofen mit Radstadt oder Schladming verbinden.

 

Die Fernverkehrszüge kreuzen einander planmäßig im Bahnhof Haus im Ennstal, die Regionalzüge in Öblarn. Regional- und Fernzüge kreuzen einander planmäßig in Liezen.[5]


Güterverkehr

 

Lokaler Güterverkehr findet nur noch in geringen Umfang statt. So fahren zwischen Selzthal und St. Martin am Grimming zweimal wöchentlich Holzgüterzüge. Seit 2003 verkehrt werktags ein von den SLB geführtes Ganzzugspaar für die Firma Kaindl zwischen Salzburg Liefering und Hüttau Terminal. Planmäßig traktioniert die SLB 91 (Siemens ES64U4) diese Züge.

 

Fahrzeugeinsatz

 

Triebwagen der Reihe 4024 am Fuß des Grimming

Im Fernverkehr zwischen Graz und Salzburg bzw. Innsbruck verkehren lokbespannte (Wende-)Züge als Inter-City, zusätzlich verkehren Wendezüge als ÖBB/DB-EuroCity via Salzburg nach Saarbrücken und nach Frankfurt (Main), hinzukommt das ÖBB/SBB-EuroCity-Zugpaar 163/164, ab bzw. nach Zürich via Innsbruck.

 

Zum Einsatz kommen als Triebfahrzeuge ÖBB 1016/1116, ÖBB 1144, ÖBB 1142 und DB 101 der DB Fernverkehr, sowie Wagenmaterial der ÖBB, DB und SBB. Eine Besonderheit ist das Führen der Intercity-Züge mit ÖBB-Wendezügen, wobei meist eine Dreiwagengarnitur samt CityShuttle-Steuerwagen zum Einsatz kommt. Nur am Freitag- und Sonntagabend kommen zwei zusätzliche Fernverkehrswagen zum Einsatz, wobei diese vor den Erste-Klasse-Wagen gereiht werden. Regionalzüge (R, REX) werden mit Triebwagen der Reihe ÖBB 4024 und in den Tagesrandlagen auch mit City-Shuttle-Wendezügen geführt.

 

 

 

 

 

Einzelnachweise

 

1) http://www.landtag.steiermark.at/cms/beitrag/10224660/5076210/

2) http://www.verkehr.steiermark.at/cms/dokumente/10553958_11163140/3e2f8b75/RVK-Liezen%20Endbericht%2001-2006_1.pdf

3) http://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR12091194

4) http://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblPdf/1998_137_2/1998_137_2.html

5) http://www.oebb.at/file_source/reiseportal/strecken-%20und%20fahrplaninfos/Fahrplanbilder/Fahrplanbilder%202016/kif250.pdf

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ennstalbahn

 

 

 

Video

 

Führerstandsmitfahrt  Bischofshofen - Selzthal
Eine Mitfahrt auf der Ennstalbahn von Bischofshofen nach Selzthal, eine sehr schöne Strecke im Herzen Österreichs. Diesmal aufgenommen im Spätsommer (September 2016) auf einer alleinverkehrenden Lok der Reihe 182/1116.
Adak Reyhan Sept.2016
2:11:08

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