Haltestelle Klein Schwechat 1990, Extrawurst

Donauländebahn

Die Donauländebahn ist eine Bahnstrecke im Süden von Wien. Sie zweigt an der ehemaligen Station Ober Hetzendorf von der nach Wien Meidling führenden Verbindungsbahn von West- zu Südbahn ab und verläuft am südlichen Stadtrand nach Osten bis zu Donaukanal und Donau bzw. zur am Strom entlangführenden Donauuferbahn. Auf ihrer Strecke ist sie mit mehreren kreuzenden Bahnstrecken verknüpft. Mit der Verbindungsbahn bzw. dem Lainzer Tunnel im Südwesten, der Vorortelinie (S45) im Nordwesten und der Donauuferbahn im Osten ermöglicht die Donauländebahn die Umfahrung des rechtsufrigen Stadtgebiets und ist für den österreichischen Schienengüterverkehr von großer Bedeutung.

 

Die Bahn ist zwischen Hetzendorf und Oberlaa zweigleisig ausgebaut, danach ostwärts eingleisig. Im Bereich des gemeinsamen Verlaufs mit der Pressburger Bahn ist sie wieder zweigleisig.

 

 

 

Bedeutung

 

Die Strecke verbindet

 

die Westbahn (über die Verbindungsbahn)

die Südbahn (über ein Verbindungsgleis zum Bahnhof Wien Meidling)

die Pottendorfer Linie

die Ostbahn

die Innere Aspangbahn

den Zentralverschiebebahnhof Wien-Kledering

die Pressburger Bahn

die Wiener Häfen

die Donauuferbahn (bis 1945, seit Ende 2008)

 

Geschichte

 

Um für die Erzzufuhr vom Erzberg zu den Hochöfen der Innerberger Hauptgewerkschaft in Klein Schwechat zu sorgen und auch zum Anschluss diverser Industriebetriebe (insbesondere der Brauerei Dreher), wurde, von der seit 1860 betriebenen Verbindungsbahn ausgehend, am 3. Mai 1872 die Donauländebahn zwischen Hetzendorf und Kaiserebersdorf beziehungsweise Albern eröffnet, die 1880 über den Donaukanal und den Freudenauer (Winter-)Hafen mit der Donauuferbahn verbunden wurde. Diese Winterhafenbrücke wurde im April 1945 gesprengt und als Neubau Ende 2008 wieder in Betrieb genommen.

 

Das zweite Gleis wurde im Abschnitt von km 11,8 bis 18,0 1942 / 1943 von der Deutschen Reichsbahn errichtet.[1] Bis 1945 bestand auf Donaulände- und Donauuferbahn durchgehender Personenverkehr in bescheidenem Ausmaß. Heute besteht auf der Donauländebahn Personenverkehr nur zwischen Einmündung und Abzweigung der Pottendorfer Linie und der Pressburger Bahn (S7).

 

2012 wurde mit dem Bau einer neuen, kürzeren, zweigleisigen Verbindung von der Ostbahn aus Richtung Wien Hauptbahnhof zur Donauländebahn Richtung Osten begonnen und ist mittlerweile in Betrieb. (Die "alte" bestehende Verbindung führt nach dem Zentralverschiebebahnhof Wien-Kledering in einer U-Kurve zurück Richtung Wien und mündet dann erst, in beiden Richtungen, vom Süden her in die Donauländebahn.) Die neue Verbindung verläuft über ein markantes Brückenbauwerk, welches die Gleise der Ostbahn und des Verschubbahnhofes überquert, und ermöglicht so seit Ende 2014 den direkten Personenverkehr zwischen dem Wiener Hauptbahnhof und dem Bahnhof Flughafen Wien (den Fernverkehr aus West- und Südösterreich erst seit Ende 2015). Die Verbindung beginnt auf der Ostbahn südwestlich des Zentralfriedhofs und überquert die Gleise des Zentralverschiebebahnhofs mit einer Brücke.[2]

 

Wien, Bahnanlagen, Uebersichtskarte (1877/78)
Wien, Bahnanlagen, Übersichtskarte (1881)

 

Streckenbeschreibung

 

Am Hetzendorfer Kreuzungsbauwerk der Verbindungsbahn mit der Südbahn bzw. dem Verbindungsgleis zum Bahnhof Wien Meidling beginnt die Donauländebahn. Von dort verläuft sie südlich des Wienerbergs in Richtung Osten. In Inzersdorf zweigt die Pottendorfer Linie nach Süden ab. Die folgende Strecke führt zwischen Favoriten und Oberlaa ostwärts zur auf einer Brücke überquerten Ostbahn in Höhe Kledering mit dem Zentralverschiebebahnhof Wien-Kledering in Nord-Süd-Richtung. Östlich davon mündet die aus Norden kommende Schnellbahnstrecke S7, mitbenützt vom City Airport Train (CAT), ein, gefolgt von je einer Verbindungsschleife auf die Ostbahn pro Richtung.

 

Bahnhof Wien Oberlaa (ohne Personenverkehr)

Die Donauländebahn passiert hierauf die Station Kaiserebersdorf (früher: Klein Schwechat), dann folgt eine Abzweigung zur Pressburger Bahn Richtung Flughafen Wien–Fischamend–Wolfsthal, die von S7 und CAT befahren wird. Die Donauländebahn schwenkt nach Norden zum Hafen Wien Albern, wo sie sich in zwei Hafenbahnen (Freudenauer und Alberner) gabelt. Ende 2008 wurde die Freudenauer Hafenbahn über die Winterhafenbrücke wieder mit der Donauuferbahn verbunden (eine Verbindung, die seit 1945 unterbrochen war).

 

Im Einzelnen bedeutet dies von West nach Ost:

 

Einmündung Verbindungsgleis aus Bahnhof Wien Meidling

Bahnhof Inzersdorf Ort (Personenverkehr aufgelassen)

Abzweigung der Pottendorfer Linie

Bahnhof Wien Oberlaa (Personenverkehr aufgelassen)

Abzweigung zur Wien-Raaber Ostbahn, zum Zentralverschiebebahnhof Wien-Kledering südlicher Teil und über die Friedhofsschleife zur Aspangbahn

Einmündung der Pressburger Bahn aus Bahnhof Wien Mitte, Schnellbahnbetrieb und City Airport Train

Abzweigung zum Zentralverschiebebahnhof Wien Kledering Fahrtrichtung Norden

Einmündung der Schleife vom Zentralverschiebebahnhof Wien-Kledering aus Fahrtrichtung Süden

Abzweigung Industriegleis zu Betrieben in Schwechat

Bahnhof Klein Schwechat mit Haltestelle Wien Kaiserebersdorf (S7) und Anschlussgleis zur Zentralwerkstätte Simmering der Wiener Linien

Abzweigung der Pressburger Bahn nach Fischamend und Wolfsthal mit Schnellbahnbetrieb und City Airport Train

Abzweigung Industriegleis zur Hauptkläranlage Simmering und zu den Entsorgungsbetrieben Simmering

Verbindung zur Donauuferbahn über die Winterhafenbrücke seit Ende 2008

Bahnhof Wien Albern Hafen (kein Personenverkehr)

 

Personenverkehr

 

Abschnitt Bahnhof Wien Meidling bis Abzw. Inzersdorf:

 

Kursbuchlinie 511/512: Pottendorfer Linie (Regionalbahn in Richtung Hennersdorf, Achau, Münchendorf, Ebenfurth)

Kursbuchlinie 514

 

Abschnitt Kledering–Abzw. Kaiserebersdorf:

 

Kursbuchlinie 907, Schnellbahn S7 und City Airport Train

 

 

Anmerkungen

 

1) In den Jahren der Planung sowie Errichtung der Brücken über Donaukanal und Winterhafen galt die Station Kaiserebersdorf(-Albern) als südlicher Endpunkt der Donauuferbahn. – Siehe die in Donauuferbahn genannten Beiträge von Ludwig Huss.

 

 

Einzelnachweise

 

1) Verordnungs- und Amtsblatt für den Reichsgau Wien, Nr. 98 / 1943, S. 89

2) Verbindung Ostbahn - Flughafenschnellbahn. ÖBB Infrastruktur AG, März 2015, abgerufen am 23. Juni 2016.

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Donaul%C3%A4ndebahn

 

 

Alle Fotos: Wikimedia Commons

Druckversion Druckversion | Sitemap
© railaustria.at