Stein an der Donau, Bwag 07.05.2011

Bahnstrecke Herzogenburg–Krems

Die Bahnstrecke Herzogenburg–Krems ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Eisenbahnstrecke im österreichischen Bundesland Niederösterreich. Sie verbindet Herzogenburg mit Krems und führt durch das Tal des Fladnitzbaches und über den Statzendorfer Berg.

 

Geschichte

 

Pläne, von St. Pölten eisenbahntechnisch den Norden zu erschließen, gab es, seit 1860 die Westbahn eröffnet wurde und in St. Pölten hielt. 1865 entschied sich das für den Eisenbahnbau zuständige Konsortium jedoch, mit der Franz-Josefs-Bahn von Wien aus die Gebiete nördlich der Donau an das Eisenbahnnetz anzuschließen.[1] 1872 wurde die Flügelbahn nach Krems und 1885 die Tullnerfelder Bahn errichtet, womit nurmehr der Lückenschluss nach Krems notwendig war. Eine Verbindung von Furth nach Traismauer war zwar ebenso angedacht, wurde aber nie verwirklicht.

 

1887 genehmigte das k.k. Handelsministerium in Wien den Antrag der privaten Öster-reichischen Lokalbahngesellschaft zum Bau der Verbindung Krems–Herzogenburg und am 16. Juli 1889 wurde die Strecke zusammen mit der Kamptalbahn eröffnet. Die Bahnhöfe in Statzendorf und Furth-Palt sind daher auch baugleich mit den Bahnhöfen in Gars und Horn.[2]

 

Militärische Betriebsführung

 

Die Bahnstrecke wurde von 1889 bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges als Übungs-strecke des Eisenbahnregiments Korneuburg betrieben, wobei jeweils 2 Offiziere und 88 Mann zur Ausbildung und zum Betrieb der Bahnstrecke abgestellt waren, die wiederum von Beamten der k.k. Staatsbahnen überwacht wurden. Nur im Kassen- und Stationsdienst waren ausschließlich Beamte der k.k. Staatsbahnen eingesetzt.[3][4]

 

Bergbau

 

Die k.k. Staatsbahnen betrieben einen Steinbruch am Grünberg bei Furth sowie den heute noch bestehenden großen Granulitbruch des Schotterwerkes Wanko. Dieser Steinbruch war von 1896 bis 1927 im Besitz der k.k. Staatsbahnen. Im Steinbruch am Grünberg waren nachweislich Angehörige des Eisenbahnregiments eingesetzt und führten militärische Sprengübungen durch.

 

In der Umgebung von Statzendorf wurde bis 1941 Glanzkohle gefördert, mit einer Seilbahn in die Sortieranlage beim Bahnhof Statzendorf befördert und anschließend in die Bahn verladen.

 

Ausbau

 

Laut Rahmenplan der ÖBB für das „Zielnetz 2025+“ ist die Elektrifizierung der Bahnstrecke für das Jahr 2017 geplant, welche voraussichtlich zwei Jahre dauert und auch eine Aufweitung/Verbreiterung des Göttweiger Tunnels beinhaltet. Die Kosten für dieses Projekt belaufen sich auf zirka auf 43,6 Millionen Euro. Nach der Fertigstellung im Jahr 2019 ist somit eine durchgehend elektrifizierte Eisenbahnverbindung, zwischen den wichtigsten Städten des niederösterreichischen Zentralraumes, Krems und Sankt Pölten, über die Kremser Bahn und Tullnerfelder Bahn gegeben.[5]

 


Einzelnachweise

 

1) Denkschrift über die projectirte Eisenbahn von Wien über Tulln, Wittingau, Budweis und Pilsen nach Eger mit einer Abzweigung von Wittingau über Tabor nach Prag (Kaiser Franz Josefs-Bahn). Wien, Carl Gerolds Sohn, 1865.
2) Eröffnung zweier Localbahnen. In: Neue Freie Presse, 18. Juli 1889, S. 5 (Online bei ANNO)
3) [1] unterirdisch.de – Forum für Unterirdisches, Geschichte und Technik
4) K.u.k. Eisenbahn Bilderalbum: Die Eisenbahnen in der österreichisch-ungarischen Monarchie auf alten Ansichten. Band 2. Bohmann, 1993. Seite 435
5) http://www.bmvit.gv.at/verkehr/gesamtverkehr/ausbauplan/projekte/2013_2018/noe2013.pdf

 


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Herzogenburg%E2%80%93Krems

 

Bahnhof Furth-Palt, Priwo 08.05.2011 / Wikimedia Commons
5047 002-0 bei Klein Wien, Michael Populorum 2015
Bahnhof Herzogenburg, Priwo 18.03.2011 / Wikimedia Commons
5047 028-5 Haltestelle Furth-Göttweig, Michael Populorum 2015
Bahnhof Herzogenburg-Wielandsthal, Priwo 05.06.2011 / Wikimedia Commons
VT 5047 Station Klein Wien, Michael Populorum 2015
Stein an der Donau, Bwag 07.05.2011 Wikimedia Commons
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