Tw 214 daneben Strab Li 62 mit Tw Type K und Bw m Endstelle Boesendorferstrasse, WLB Werbefilm 1925

Wiener Lokalbahnen AG

 

Die Aktiengesellschaft der Wiener Lokalbahnen (WLB) ist ein Verkehrsunternehmen im Großraum Wien und im Besitz der Wiener Stadtwerke Holding AG.[1][2]

 

Die Wiener Lokalbahnen betreiben eine bis auf den eingleisigen Abschnitt innerhalb Badens zweigleisige und vollständig elektrifizierte Eisenbahnstrecke von Wien nach Baden, die so genannte Badner Bahn, sowie einige Autobuslinien. Der gesamte Personenverkehr ist in den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) einge-bunden. Außerdem wickelt das Unternehmen Güterverkehr ab und verfügt seit 1999 über die Verkehrskon-zession sowohl im Personen- als auch Güterverkehr auf allen Eisenbahnstrecken innerhalb der gesamten Europäischen Union.

 

Das Unternehmen betreibt auch die ehemalige Straßenbahnstrecke nach Traiskirchen Aspangbahn im Gü- terverkehr, heute als nicht elektrifizierte Verbindung zum Unternehmensgelände der ehemaligen Semperit AG sowie als Verbindung zum Netz der ÖBB.

 

Das Unternehmen ist Alleineigentümer der Tochterfirmen Wiener Lokalbahnen Verkehrsdienste GmbH (Be- hindertentransporte und Autobusgelegenheitsverkehr) und Wiener Lokalbahnen Cargo GmbH (Güterver-kehr).

 

AG der Wiener Lokalbahnen

Zug der Badner Bahn in Inzersdorf

 

Geschäftsfeld Bahnpersonenverkehr

 

Die 30,4 Kilometer lange Bahn verkehrt zwi­schen Wien Oper und Baden Josefsplatz. Sie befördert täglich 30.000 Menschen zur Arbeit, Schule, Shopping City Süd oder zu diversen Veranstaltungen entlang der Bahnlinie. Zwi­schen den Haltestellen Baden Josefsplatz und Baden Leesdorf, sowie Wien Schedifkaplatz und Wien Oper verkehrt die Bahn im straßen­bahnmäßigen Betrieb, auf der restlichen Stre­cke verkehrt sie als Vollbahn. Es gibt insgesamt 34 Bahnhöfe und Haltestellen, wobei die Halte­stelle am Wiener Karlsplatz nur in Fahrtrichtung Wien Oper bedient wird.

 

Seit 2011 betätigt sich die WLB auch im externen Bahnpersonenverkehr am Netz der ÖBB mit der Führungen von Sonderzügen im Nostalgiebereich und der Abwicklung von Spezialtransporten, Lot­senleistungen oder Tfzf-Stellungen.

 

Geschäftsfeld Buspersonenverkehr

Elektrischer Triebwagen von 1906

 

Derzeit betreiben die WLB selbst die Linien 357, 358, 359, 360, 361 und 362 im Ver- kehrsverbund Ostregion. Diese Linien verkehren in bzw. um Baden. Die Linien 357, 358 und 359 sind die drei Badener Citybus-Linien. Die Linie 360, der so genannte Casino- bus Baden, ver­kehrt auf der Strecke Wien Oper - Baden - Bad Vöslau - Gainfarn und zurück und ist seit 26. März 2006 in das NightLine-Netz der Wiener Li­nien inkludiert. Die Linie 361 verkehrt zwischen Baden, Oeynhausen, Möllersdorf, Bad Vöslau und dem Industriezentrum Niederösterreich Süd. Die Linie 362 verkehrt innerhalb von Baden und verbindet den Bahnhof einerseits mit Rau­henstein und andererseits mit dem Krankenhaus und der Haidhofsiedlung.

 

Tochtergesellschaften

 

Wiener Lokalbahnen Cargo GmbH (WLC)

 

Die Wiener Lokalbahnen AG besitzt die Fahrkonzession für alle Eisenbahnstrecken Ös-

Schuldverschreibung der Wiener Localbahnen von 1894

terreichs und in der EU. Die WLB führen sowohl auf der eigenen Infrastruktur (mit eigenen Die­selloks), als auch auf fremder (mit eigenen Diesel- und E-Lo­komotiven) Güterverkehr durch; auch einige eigene Güter­waggons befinden sich im Fuhrpark. Folgendes Fahrmaterial ist in Verwendung:

 

1 Diesellokomotive, Reihe 2064, gebaut von den ehe­maligen Jenbacher Werken

3 Diesellokomotiven, V100/Reihe 2000.

 

Ebenfalls hat die WLC 12 Loks des Typs Eurosprinter ES64 U2 bei Dispolok gemietet und 5 Loks des Typs Euros-printer ES64 U4 welche im Eigentum der WLC selbst stehen.

 

Drei E-Loks der Baureihe 182 (gleich der österreichischen Baureihe 1116) werden als Bosporussprinter bezeichnet, da

ie mit den Zugsicherungssystemen der Bah­nen in Ungarn (EVM 120), Rumänien, Bulgarien und in der Türkei ausge-stattet sind. Diese Loks sind für den unter der Woche verkehrenden "East Line Shuttle" (Duisburg - Enns/Krems/Wien - Budapest) im grenzüber­schreitenden Verkehr von und nach Ungarn ein­gesetzt.

 

Darüber hinaus werden 9 E-Loks der Baureihe 182 (gleich der österreichischen Baureihe 1116)und 5 E-Loks der Bau- reihe 1216/183 vor allem im deutschen Nord-Süd-Verkehr (Nordseehäfen - Österreich) sowie im Verkehr an den slo- wenischen Hafen Koper eingesetzt.

 

Zwei E-Loks der 1216/183-Flotte tragen eine von Firmenkunden entworfene Ganzwerbung, dies sind die 1216.954 "Hödlmayr" und die 1216.955 "Roland Spedition".

 

Alle Lokomotiven tragen, bis auf zwei 1216 mit Ganzwerbung für Firmenkunden und der Lok 83 (Jenbacher, diese ist rot lackiert) alle das Farbkleid der WLC. Die Farben sind die Haus­farben blau und creme-weiß.

Bus der WLB in Baden

 

Die Sparte Güterverkehr wurde Ende 2007 ausgegliedert (Eintragung in das Firmen- buch am 5. September 2007) und wird als 100-prozentige Tochtergesellschaft unter dem Namen Wiener Lo­kalbahnen Cargo GmbH (WLC) geführt. Im Jahr 2006 erreichte der Umsatz 26,1 Mio. EUR. Als Ziel für 2008 wird eine Steigerung der jährlichen Zug- anzahl von 2500 auf 3000 angestrebt, wobei vor allem der Kombinierte Ladungs-verkehr ausgebaut werden soll.[3]

 

Unfall im Güterverkehr

 

Am 9. Juni 2013, einem Sonntag, gegen 5:20 Uhr, waren die letzten vier Wagen eines 620 Meter langen und 750 Tonnen schweren Autotransportzuges der Wiener Lokal- bahn Cargo GmbH auf der Rechten Rheinstrecke kurz hinter Lorch (Rheingau) ent- gleist und wurden rund zehn Kilometer mit­geschleppt, bevor der Zug im Bahnhof Rüdesheim (Rhein) angehalten wurde. Der Zug war auf ei­ner Leerfahrt von Emmerich am Rhein nach Passau unterwegs. Er hinterließ an den Gleisanlagen erhebliche Schäden. Auf die Fahrbahn der parallel verlaufenden Bundesstraße 42 wurden über

Güterzug mit einer Lokomotive der Wiener Lokalbahnen Cargo

mehrere Kilometer Schottersteinen geschleudert. Im Gleisbett durchtrennten die ent- gleisten Wag­gons Kabel, zerstörten Kabelschächte des Elektronischen Stellwerks, be- schädigten Weichen, fuh­ren Signalmasten um und zerstörten Schwellen und Geländer. Im Bahnhof Rüdesheim wurde das Einfahrsignal mitgerissen. Bei der Durchfahrt durch Assmannshausen wurden durch umherfliegen­den Bahnschotter Fensterscheiben etli- cher dicht neben den Gleisanlagen stehender Häuser und parkende Autos beschädigt. Personen kamen bei dem Unfall nicht zu Schaden.

 

Bis 11.30 Uhr war der Straßenverkehr gesperrt, damit die Straßenmeisterei mit Räum- fahrzeugen den Schotter von der Fahrbahn räumen konnte.[4][5] Der Schienenverkehr auf der Rechten Rhein­strecke war bis zum 16. Juni vollständig eingestellt. Zwischen Rüdesheim und Kaub musste ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. Ab 17. Juni stand zwischen Kaub und Geisenheim für den Zugverkehr nur ein Gleis zur Ver- fügung.

 

Wiener Lokalbahnen Verkehrsdienste GmbH (WLV)

 

Das Hauptaufgabengebiet dieser Gesellschaft ist der Transport von zum Teil schwerstbehinderten Menschen. Der zuvor zu den Verkehrsdiensten gehörende Bereich Busreisen der WLB wurde aus­gegliedert und als eigenständiger Bereich Busreisen bei den WLV eingegliedert.

 

Der Fuhrpark besteht aus über 98 Mercedes Kleinbussen, die alle voll Behindertengerecht ausge­rüstet sind und einer Reihe an Reisebussen, meist der Hersteller Setra, Volvo und Neoplan.

 

1968 war, zur Abrundung und besseren Ausnützung der Buskapazitäten, vorerst nur in Baden bei Wien ein Reisebüro eröffnet worden. Dem zunehmenden Interesse des Publikums Rechnung tra­gend, konnte auch in Wien eine Filiale eingerichtet werden. Von den beiden Geschäftsstellen wur­den alle Reisebüroagenden wahrgenommen (IATA-Agenturvertrag, offizielle Bahnkartenverkaufs­stelle des Österreichischen Verkehrsbüros) und Reiseangebote aller namhaften Veranstalter ver­mittelt.[6] Der Geschäftszweig Reiseservice konnte 1988, dem Jahr, in welchem die Wiener Lo­kalbahnen ihr einhundertjähriges Bestehen feierten, 20 Jahre Erfahrung in der Reiseabwicklung bewerben.[7]

 

Wiener Lokalbahnen Busbetrieb GmbH (WLBB) (bis 2012)

 

Linienbus der WLBB

Die Wiener Lokalbahnen Busbetrieb GmbH (WLBB) wurde im Jahr 2004 gegründet und war seit Anfang 2005 operativ tätig. Die ersten zwei Linien der WLBB waren die Auto- buslinien 27A (ab 2. Juni 2005) und 37A (ab 9. Oktober 2005), die im Auftrag der Wie- ner Linien betrie­ben wurden. Mit 1. Februar 2006 wurde der Be­trieb der Autobuslinien 16A und 60A von der AG der Wiener Lokalbahnen an die Tochter WLBB abgegeben. Somit werden nur mehr die Buslini­en im Badener Raum sowie Überlandlinien von und nach Wien von der AG der Wiener Lo­kalbahnen selbst betrieben. Ab 6. August 2006 betrieben die WLBB anstelle der ÖBB-Postbus GmbH die Wiener Autobuslinie 80A im Auftragsverkehr. Mit 13. Juni 2008 kam es zu einem Linien­tausch mit den Wiener Lini- en. Die Linie 27A wird abgegeben und dafür der Betrieb der Linien 67A und 70A übernommen. Die Linie 60A wurde am 4. September 2009 an Blaguss übergeben. Am 2. Jänner 2010 wurde der Betrieb der neu eingeführten Linie 33A übernommen.

 

Die Wiener Lokalbahnen Busbetrieb GmbH wurde mit 1. März 2012 samt den Linien 16A, 33A, 37A, 67A, 70A und 80A sowie dem „Ikea Bus“ und dem Fuhrpark der WLBB vom Verkehrsbetrieb Gschwindl gekauft und existiert bis heute unter dem Namen Her- bert Gschwindl Buslinien GmbH.

 

Neue Geschäftsfelder

 

Die Aktiengesellschaft der Wiener Lokalbahnen übernahmen 2008 für rund 3 Millionen Euro durch ihre Tochtergesellschaft Wiener Lokalbahnen Verkehrsdienste GmbH Teile der angeschlagenen C & K Airportservice Transportgesellschaft m.b.H. und deren weiteren Unternehmen. Da jedoch nur Unternehmensteile gekauft wurden, besteht keine Rechtsnachfolge.[8]

 

Die Marke und die Telefonnummer wird erhalten bleiben, der Fuhrpark erneuert und auch die Mit­arbeiter werden auf Basis des branchenüblichen Kollektivvertrages übernommen.[9][10][11][12]

 

Zwischenzeitlich wurde "C & K" an die Firma Blaguss verkauft, welche die Marke "C & K" seit dem 1. Juli 2011 parallel zu "Airportdriver" betreibt.

 

Fahrbetriebsmittel

 

 

 

Einzelnachweise

  1. Organigramm der Wiener Stadtwerke, Stand Mai 2008 (PDF; 45 kB)

  2. Geschäftsbericht 2007 der Wiener Lokalbahnen (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive) (PDF; 1,7 MB)

  3. Peter Wolfgang Berndt: Kräftige Expansion im Cargo-Bereich. Wiener Lokalbahnen AG schaffen mit neuer Güterverkehrstochter WLB-Cargo immer bessere Verbindungen in Europa. In: Güterbahnen. Güterverkehr auf der Schiene, Markt, Technik, Verkehrspolitik. Heft 1/2008. Alba Fachverlag, Düs­seldorf 2008, ZDB-ID 2096911-9, OBV, S. 47 f.

  4. Assmannshausen. Güterzug entgleist, Sperrung der B42 nach Stunden aufgehoben. In: Allgemeine Zeitung. 9. Juni 2013.

  5. An einer Katastrophe vorbei gekommen. Entgleiste Güterwagen hinterlassen große Schäden. In: Rheingau Echo. 17. Juni 2013.

  6. Köhler, Zimmerl: Festschrift. S. 24.

  7. Köhler, Zimmerl: Festschrift. A-4-Blatt als Beilage

  8. Börse Express: Wiener Lokalbahnen kaufen C & K

  9. der Standard: Wiener Lokalbahnen kaufen C & K

  10. Wirtschaftsblatt: Wiener Lokalbahnen kaufen insolvente Mietwagenfirma C. &. K. (Memento vom 20. August 2011 im Internet Archive)

  11. Wirtschaftsblatt: C & K geht für 3 Millionen fix an WLB. (Memento vom 20. August 2011 im Internet Archive)

  12. Wirtschaftsblatt: 31300 überbot kurzfristig die WLB. (Memento vom 20. August 2011 im Internet Archive)

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Lokalbahnen

 

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