Triebfahrzeuge der Gmundner Straßenbahn, Hufi 22.05.2005

Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft

 

 

Lokalbahn Vöcklamarkt–Attersee (Attergaubahn)

Geschichte

 

Anfänge

 

Am 24. Dezember 1883 erhielten die Ingenieure Josef Stern und Franz Hafferl die Konzession „zur Errichtung und zum Betriebe eines Vermittlungsbüros, ausschließlich zum Zwecke der Verfassung der Projekte für Lokalbahnen und Ausführung der hierzu benötigten Vorarbeiten“. Im selben Jahr wurde ein Büro in Wien gegründet. Josef Stern übernahm die Geschäftsführung, während Franz Hafferl sich hauptsächlich mit dem Vermessen und Projektieren von geplanten Bahntrassen be­schäftigte. Der erste große Auftrag war die Projektierung von mehreren Linien; Auftraggeberin war die Wiener Tramway Gesellschaft. Es wurden acht Bahnen im Auftrag der Unternehmensgruppe Lindheim projektiert und teilweise auch gebaut. In den folgenden zwei Jahrzehnten projektierte Stern & Hafferl mehr als 200 Kilometer Lokalbahnen. Im Jahre 1881 wurde das Ingenieursbüro in die Hechtengasse verlegt. 1889 plante das Unternehmen den Bau der Salzkammergut-Lokalbahn zwischen Salzburg und Bad Ischl. Zu diesem Zweck wurde ein eigenes Büro in Sankt Wolfgang er­öffnet. Nach Erteilung der Konzession vom Verkehrsministerium wurde Josef Stern mit der Baulei­tung beauftragt. Ein Jahr später erhielt Stern & Hafferl die Konzession zum Bau der Schafberg­bahn. Josef Stern wollte die Bahn anfangs elektrisch betreiben, da dies jedoch nicht möglich war, entschied er sich für den Betrieb mit Dampflokomotiven. Neben der Bahn wurde auch ein Hotel auf der Spitze des Schafbergs errichtet, das über eine Fernleitung von dem in Sankt Wolfgang errich­teten Dampfkraftwerk mit Strom versorgt wurde.[2]

 

Bahnbau und Projektierungen

 

Zahlreiche Aufträge erhielt das Unternehmen ab 1894 durch eine Vereinfachung des Gesetzes zum Bau von Sekundärbahnen. Beim Bau der Gmundner Lokalbahn errichtete Stern & Hafferl auch zwei Personalhäuser und ein Dampfkraftwerk, um die Bahn mit Strom zu versorgen. Am 13. August des gleichen Jahres wurde die Elektrische Lokalbahn Gmunden feierlich eröffnet. Durch die Lokalbahn als Dauerabnehmer rentierte sich die Stromerzeugung, die ab Jänner 1895 von der Gmundner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft übernommen wurde. Diese Gesellschaft übernahm ne­ben der Stromerzeugung auch die Elektrische Lokalbahn Gmunden sowie den Ausbau des Strom­versorgungsnetzes im Raum Gmunden. Neben den laufenden Projektierungs- und Bauaufträgen wurde das Arkadenhaus, ein großes Bürogebäude, in der Gmundner Kuferzeile errichtet. Dadurch war es möglich, das Filialbüro in Sankt Wolfgang nach Gmunden zu verlegen. Am 31. August 1895 wurde der Hauptsitz des Unternehmens nach Gmunden verlegt. Ein Jahr später wurde mit der Pla­nung der schmalspurigen Gurktalbahn begonnen. Mit dem Eintritt in das Unternehmen von Inge­nieur Hugo Neumann folgten weitere Aufträge – erstmals wurden auch Bahnen außerhalb Öster­reichs geplant. 1899 erhielt das Unternehmen den Auftrag, die Vellachtalbahn in „einfacher, aber solider und gefälliger Baulichkeit“ zu errichten. In nur zwei Jahren wurde diese Bahn von Stern & Hafferl geplant und gebaut. Am 5. Oktober 1902 konnte die Gurktalbahn zum Betrieb freigegeben werden; sie war zugleich die letzte Dampf betriebene Lokalbahn, die von Stern & Hafferl errichtet wurde. Ab dem 20. Jahrhundert wandte sich das Unternehmen, neben dem Bau und der Projektie­rung von Eisenbahnlinien, der Errichtung von Wasserkraftwerken zu. Das erste von Stern & Hafferl gebaute Wasserkraftwerk ging am 8. Februar 1902 in Betrieb. Wenige Jahre später folgte das Ditl­bachkraftwerk bei St. Wolfgang.

 

Die meisten Bahnen in Österreich-Un­garn projektierte das Unternehmen vor dem Ersten Weltkrieg; der Großteil die­ser Projekte konnte wegen des Kriegs allerdings nie verwirklicht werden. Das Unternehmen leistete Pionierarbeit, bei der Errichtung von elektrisch betriebe­nen Bahnen. 1906 wurde die Elektrizi­tätswerke Stern & Hafferl Aktiengesell­schaft gegründet, der die Leitung der von Stern & Hafferl errichteten Kraft­werke übertragen wurde – mit Ausnah­me des Kraftwerks in Gmunden. Am 7. April 1907 wurde mit dem Bau der zweiten, von Stern & Hafferl errichteten elektrisch betriebenen Bahn – der Elektrischen Bahn Unterach–See – begonnen. Nach der Fertig­stellung übernahm Stern & Hafferl den Betrieb der Bahn. 1909 wurden Detailpläne zur Elektrifizie­rung der Salzkammergutbahn erstellt, die Verwirklichung dieses Projekts scheiterte jedoch am Wi­derstand des Militärs.

Im Mai 1908 wurde die Lokalbahn Neumarkt–Waizenkirchen–Peuerbach errichtet und fortan in Ei­genregie betrieben. Zwischen 1911 und 1912 baute das Unternehmen die anfangs mit 650 Volt  Gleichstrom betriebene Traun-seebahn. Anfang des Jahres 1912 erlangte Stern & Hafferl eine Konzession für einen zweiten Schifffahrtsbe­trieb am Attersee; für diesen Zweck wurden zwei Elektroboote beschafft. Im April 1912 wur­de mit dem Bau der Attergau-bahn begonnen. Nach mehr als zehn Monaten Bauzeit ging die­se am 14. Jänner 1913 in Betrieb. Von der ge­planten Bahnverbindung zwischen Linz und Steyr konnte nur ein Teilstück realisiert werden, die Florianerbahn wurde am 1. September 1913 offiziell eröffnet.[3]

 

Zwischenkriegszeit

 

Ab dem Jahr 1918 erhielt das Unternehmen verstärkt Aufträge zur Planung und zum Bau von E-Werken. Innerhalb von sieben Jahren wurden 32 solche Werke sowohl in der neuen Republik als auch in den ehemaligen Kronlän­dern projektiert; acht dieser Kraftwerksprojekte wurden verwirklicht. Im Jahre 1919 wurde das Büro in Wien aufgelassen. Neben Aufträgen zur Kraftwerks-

Franz Hafferl (1883)
Josef Stern (um 1875)

planung gelang es 1921, die At­tersee-Schifffahrt komplett in den Besitz von Stern & Hafferl zu bringen. In den Jahren 1922 bis 1924 wurden die unternehmenseigenen Kraftwerke erweitert. Zudem erwarb das Unter­nehmen neben einem Kraftwerk in Steyr und der Salzkammergut-Lokalbahn auch die Schürfrechte für den Braunkohleabbau in Trim­melkam, die zur Versorgung eines nahe gele­genen Dampfkraftwerkes genutzt wurden. Der Versuch, die SKGLB zu elektrifizieren, schlug fehl, da Stern & Hafferl das nötige Kapital nicht aufbringen konnten. Nach dem Tod von Josef Stern im März 1924 wurde Franz Hafferl Präsi­dent des Unternehmens.[4] Nachdem auch Franz Hafferl im Juni 1925 verstorben war, übernahmen Ing. Karl Stern und Ing. Hugo Neumann das Unternehmen. Mit der Abwick­lung der Verlassenschaft der beiden Gründer wurde die SKGLB wieder verkauft.[5]

 

Die Elektrizitätswerke Stern & Hafferl Aktiengesellschaft fusionierte 1929 mit der Oberösterreichi­sche Wasserkraft- und Elektrizitäts-Aktiengesellschaft zur Österreichischen Kraftwerke Aktienge­sellschaft.

 

1932 übernahm das Unternehmen die Betriebsführung der einstellungsgefährdeten Lokalbahn Lambach – Vorchdorf der Lokalbahn AG, nachdem diese zuvor von den Staatsbahnen betrieben worden war.

Firmensitz von Stern & Hafferl mit Triebwagen 8 der Straßenbahn Gmunden (2016)
Bau der Salzkammergut Lokalbahn (1890)
Dampfkraftwerk und Remise in Gmunden (1894)

1933 wurde die Betriebsführung auf der Strecke Lambach–Haag am Hausruck über­nommen, die seit Auf-lösung der privaten Aktiengesellschaft 1930 im Besitz der Staatsbahnen steht. Die bei-den Bahnen wurden elektrifiziert und fortan mit 750 Volt Gleichstrom betrieben.

 

Der Beginn des von der Stern & Hafferl Ver­kehrs-gesellschaft durchgeführten Busverkehres war der Erwerb einer Konzession zur Bedie­nung der Linie Kammer – Weyregg – Unterach – Attersee – Kammer rund um den Attersee im Jahre 1935. Der Busverkehr wurde mit einem angemieteten Fahrzeug, als Er-gänzung zur At­tersee-Schiff-fahrt, betrieben.[1]

 

1945 bis heute

 

Im Jahre 1947 erhielt das Unternehmen eine Kraftfahrlinienkonzession für die Linie Kammer–Vöckla-bruck–Attnang-Puchheim. Fortan übernahm das Unternehmen weitere Li­nien.[1]

 

In den Jahren 1949 bis 1951 wurde die Bahn­strecke Bürmoos–Trimmelkam errichtet, um die Versorgung des Dampfkraftwerkes zu erleich­tern.

 

Das 100-jährige Bestehen des Unternehmens wur-de 1993 mit einem großen Fest gefeiert.

Triebwagen 26.109 der Attergaubahn bei Kogl (2016)
Vossloh Tramlink 123 der Traunseebahn zwischen Gmunden Seebahnhof und Lembergweg (2016)

1989 erhielt die Haager Lies neue Zweisystem­fahrzeuge der Baureihe 4855. Die Endstation der Traunseebahn wurde 1990 zum See­bahnhof verlegt, weshalb das Dreischienen­gleis erweitert werden musste. Zum 100-Jahr-Jubiläum der Straßenbahn Gmunden 1994 mietete Stern & Hafferl einen offenen Beiwagen für Nostalgiefahrten an. Die Lokalbahn Bürmoos–Trimmelkam wurde 1995 an die Salzburger Stadt­werke verkauft und gehört heute dem Nachfolgeunternehmen Salzburg AG. Im Jahre 1996 trat Stern & Hafferl dem Oberösterreichischen Verkehrsverbund bei. 2001 wurde das 100-jährige Be­stehen der Haager Lies festlichen Aktivitäten gefeiert. Zum 120-jährigen Unternehmensjubiläum wurde die Geschichte des Unternehmens neu aufgearbeitet und ein eigenes Buch herausgegeben.[6] Seit 2006 gehört die Wintereder Touristik GmbH zur Stern & Hafferl Gruppe. Stern-Reisen und Wintereder verfügen gemeinsam über eine der größten Busflotten Oberösterreichs. Die Reisebü­ros Stern-Reisen und Wintereder Touristik sind mit ihren 3 Standorten in Vöcklabruck und Gmun­den ein wichtiger Unternehm-ensbereich. Im Jahr 2008 feierte das Traditionsunternehmen Stern & Hafferl im Kongresszentrum Toskana Congress sein 125-jähriges Bestehen. Im Dezember 2010 wurde der Schienenverkehr auf der Strecke der Lokalbahn Lambach - Haag am Hausruck einge­stellt. Stern & Hafferl Verkehr setzte 2011 einen weiteren Meilenstein in der über 125-jährigen Ge­schichte des Familienunternehmens und nahm das 1. Solarschiff Österreichs auf dem Altausseer­see in Betrieb. Aufgrund einer EU-weiten Regelung in Bezug auf die Neuvergabe von Kraftfahrlini­en, ging die Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft m.b.H. als Bestbieter in der Region Steyr- und Kremstal hervor. Sie wird ab 14. Dezember 2014 in diesem Gebiet viele Buslinien übernehmen.[7]

 

Betrieb

 

Übersicht über die von Stern & Hafferl betriebenen Bahnen:

 

 

Fahrzeuge

 

Siehe Wikipedia-Hauptartikel: Fahrzeuge der Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft

 

Seit 1943 besitzt Stern & Hafferl ein eigenes Schema für die Nummerierung der Fahrzeuge. Es wird bei allen Fahrzeugen, außer jenen der Gmundner Straßenbahn, angewendet. Das Stern & Hafferl-Numme-rierungsschema besteht aus einer fünfstelligen Ziffernkombination (XX.XXX). Dabei geben die erste und die zweite Stelle den Eigentümer an:

 

 

Bei einer langfristigen Umbeheimatung eines Fahrzeuges wird auch die Betriebsnummer geändert.

 

Beispiel:

 

Das Fahrzeug 20.108 wurde der Attergaubahn fest zugeteilt. Der Triebwagen erhielt die Nummer 26.107. 26 stellt die neue Einsatzstrecke dar und 7 die fortlaufende Nummerierung – das Fahrzeug war insgesamt der siebte Triebwagen in der Geschichte der Bahn.

 

ET 22.105 der Lokalbahn Linz-Eferding-Waizenkirchen (1921)
Stadler GTW 22.162 der Linzer Lokalbahn (2007)

Vor der Betriebsnummer steht meistens noch ein Buchstabe, der über das Fahrzeug Auskunft gibt (E=Elektrolokomotive, ET=Elektrotriebwagen, G=Güterwagen usw.)

 

Die darauf folgenden drei Ziffern (dritte bis fünfte Stelle) geben die Fahrzeugbauart und die Ord­nungsziffer an:

 

 

Bei den Straßenbahntriebwagen des Typs Vossloh Tramlink, die für Traunseebahn und Attergau­bahn bestimmt sind, wird auf die ersten beiden Stellen verzichtet, die Nummerierung beginnt bei 121 und entspricht somit dem Schema für die dritte bis fünfte Stelle. Eine Unterscheidung nach Einsatzort erfolgt bei diesen Triebwagen nicht.

 

Straßenfahrzeuge werden hingegen einfach fortlaufend nummeriert.

 

Beschriftung und Lackierungsschema

 

Jedes Triebfahrzeug trägt an den Fronten eine Betriebsnummer. Über dieser Nummer ist bei den meisten Triebfahrzeugen das Stern & Hafferl-Logo aufgeklebt, nur die Linzer Lokalbahn hat ein ei­genes Logo. Ältere Fahrzeuge tragen seitlich zusätzlich das Kürzel jener Lokalbahn, auf der sie eingesetzt werden. Außer den Nostalgiefahrzeugen sind alle Triebfahrzeuge und Personenwag­gons rot, rot/weiß oder rot/creme lackiert. Für Güterwagen gibt es kein einheitliches Lackierungs­schema.

 

Jedes Straßenfahrzeug trägt an der Frontseite links unten eine Nummer. Alle Linienbusse sind gelb lackiert und haben einen umbragrauen Zierstreifen. Lastkraftwagen sind hingegen rot lackiert. Für alle anderen Fahrzeuge existiert wie bei den Güterwagen kein einheitliches Lackierungssche­ma.

 

Hauptwerkstatt in Vorchdorf (2016)

Hauptwerkstätte

 

Die Stern & Hafferl Hauptwerkstätte befindet sich in Vorchdorf. Hier werden alle größeren Reparaturen, beispielsweise Unfallschäden und Hauptuntersuchungen, durchgeführt. Die Aufar­beitung von Fahrzeugen kann ebenfalls nur dort erfolgen. Es werden auch Aufträge von anderen Bahngesellschaften (z. B. Wiederaufbau des Triebwagens Nr. 1 der Höllental-bahn[9]) angenommen. Die Werkstatt befindet sich neben dem Bahnhof Vorchdorf-Eg- genberg. Die Remise verfügt über meterspurige und normalspurige Gleise. Somit können Fahrzeuge aller Stern&Hafferl-Bahnen problemlos in die Wagenhalle fahren. Um Repa- raturen einfacher durchfüh­ren zu können und um die Wartung zu vereinfachen, besitzen einige Gleise Untersuchungsgruben.

Zugleitsystem

 

Stern & Hafferl verfügt über ein eigenes Zugleit­system, das eigens von der Fachhochschule Wels entwickelt wurde. Das System beruht auf der Ortung der Züge auf der Strecke mit Hilfe von GPS sowie einem spezifischen Funksys­tem, das die Kommunikation zwischen der Zentrale und den Zügen ermöglicht. Mit diesem System konnte eine kostengünstige Computer­unter-stützung für die Abwicklung des Zugbe­triebs auf allen Stern & Hafferl Lokal-bahnen realisiert werden. Es gibt zurzeit keine Bahnge­sellschaft, die ein ver- gleichbares System be­nützt.

 

Funktionsweise

 

Das Zugleitsystem überwacht bei der Eingabe der Befehle des Fahrdienstlei- ters, dass für den­selben Streckenabschnitt nie zwei Fahrerlaub­nisse erteilt werden können. Bei der Vergabe der Fahrerlaubnis überträgt das System

Funktionsweise des Zugleitsystems

automatisch alle im Zentralrechner eingegebenen Sonderfälle (beispielsweii se Langsamfahrstellen oder Baustellen) an den Triebfahrzeugführer. Die Einhaltung der vergebenen Fahrerlaubnis des Fahr­zeugführers wird vom System ständig überwacht. Fährt der Triebfahrzeugführer zu schnell oder in einen als besetzt gemeldeten Streckenabschnitt, führt das Triebfahrzeug automatisch eine Not­bremsung durch. Im Gefahrenfall kann ein Nothalt auch manuell vom Fahrdienstleiter ausgelöst werden. Wenn keine gültige Fahr- oder Rangiererlaubnis vorliegt, erfolgt automatisch kurz nach dem Anfahren ein Nothalt.

 

Außer den Fahrzeugen der Straßenbahn Gmunden und den Nostalgiefahr-zeugen be­sitzen alle Triebfahrzeuge die Komponenten, die zum Betrieb mit dem GPS-Zugleitsystem notwendig sind. Dazu gehören ein Bordrechner, ein GPS-Empfänger und ein Display mit mehre­ren Tasten in jedem Fahrzeug.

Schaltungsschema des Bordcomputers

Bei dem verwen­deten Zentralrechner handelt es sich um einen Server mit einigen zusätzlichen Sicherheitsme­chanismen. Die Ausstattung des Fahrdienstlei­terbüro ist abhängig von der Länge der Strecke und besteht normalerweise aus einem Compu­ter und einem oder mehreren Bildschirmen. Das an den Bordrechner angebundene Funksystem wird im 2-m-Band betrieben. Die Funktionalität des Bordcomputers eines Fahrzeugs wird per­manent von einem Überwachungstask über­prüft. Sollten Probleme auftreten, kann der Überwachungstask einen Neustart des Systems veranlassen. Der Bordrechner kommuniziert mit dem Zentralrechner per Funk. In regelmäßigen Abständen werden Statusmeldungen an die Zentrale gesendet, die dann am Bildschirm des Fahrdienstleiters angezeigt werden. Somit kann immer nachvollzogen werden, wo sich der Zug ge­rade befindet. Sollte die Kommunikation zwischen Bordcomputer und Fahrzeug nicht funktionieren, wird der Absender umgehend benachrichtigt, um Maßnahmen ergreifen zu können. Es werden ständig Zustandsdiagramme aufgezeichnet.

Ansicht der Zugleitsoftware

 

Beispiel anhand der nebenstehenden Skizze:

 

Der Fahrdienstleiter sieht den Zug 8112, der nach Eisengattern unter wegs ist und in Kürze Kirchham erreichen wird (oranges Rechteck, Fahrtrichtung des Zuges wird im grünen Käst­chen angezeigt). Gleis 2 in Kirchham ist belegt, da Zug 8112 gleich auf Gleis 1 halten wird, darf der Fahrdienstleiter dem Zug auf Gleis 2 keine Fahrerlaubnis geben – beide Gleise werden als besetzt gemeldet. Sollte sich der Zug auf Gleis 2 in Bewegung setzen, würde er sofort abgebremst werden. In Vorchdorf sind die Gleisabschnitte 3, 4 und 6 besetzt. Auf den Abschnitten 1, 2 und 5 könnte hingegen ein Zug abgestellt werden.

 

Schaltungsschema des Zentralrechners

 

Der Zentralrechner verwaltet alle Fahr- und Rangiererlaubnisse. Als Betriebssystem wird Windows 2000 verwendet. Das Zugleitsystem wurde so konzipiert, dass der Fahrdienstleiter es nach einem Systemabsturz umgehend wieder hochfahren kann. Ein Drucker protokolliert ständig wichtige Daten wie Langsamfahrstellen, Position des Zuges und gesperrte Gleise, damit der Fahrdienstlei­ter feststellen kann, wo sich die Züge vor dem Absturz des Systems befunden haben. Die Erteilung der Fahrerlaubnis sowie der Anzeige von besetzten Gleisen erfolgen auf einer auf Windows 2000 basierenden graphischen Benutzerschnittstelle. Die Visualisierung ist in zwei verschiedenen An­sichten möglich. Die erste Ansicht zeigt die Streckendarstellung mit den Zugbewegungen, die zweite einen Bildfahrplan.

 

Einzelnachweise

  1. Homepage der Stern & Hafferl Verkehrs-GmbH

  2. Heinrich Marchetti: Stern & Hafferl – Visionen mit Tradition. 2003, Seite 12–29

  3. Stern & Hafferl – Visionen mit Tradition, 2003, Seite 30-44, Heinrich Marchetti

  4. Stern & Hafferl – Visionen mit Tradition, 2003, Seite 137, Heinrich Marchetti

  5. Stern & Hafferl – Visionen mit Tradition, 2003, Seite 91-114, Heinrich Marchetti

  6. Stern & Hafferl Zeittafel

  7. OÖVV Vorankündigung Fahrplanänderungen

  8. Die Unternehmung Stern & Hafferl I, 1980, Seite 3–4, Helmut Weis

  9. L.B.P.-H. Triebwagen Nr. 1 - Das Projekt, abgerufen am: 5. Februar 2014

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Stern_%26_Hafferl_Verkehrsgesellschaft

 

Alle Fotos Wikimedia Commons

Bild 18: Stern & Hafferl Presse 

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