5062 003 Bhf., Herbert Pfoser 01.04.2014

Landesbahn Gleisdorf–Weiz

Diese in der Oststeiermark gelegene Strecke verbindet die Bezirksstadt Weiz mit dem ÖBB-Streckennetz.


Der Personenverkehr wurde in den letzten Jahren durch den Einsatz moderner Triebwagen sowie durch die Einführung direkter Züge von Weiz in die steirische Landeshauptstadt Graz wesentlich verbessert,


Es gelten auf dieser Strecke die Fahrpreise des Steirischen Verkehrsverbundes, die Fahrradmitnahme ist in allen Zügen möglich

 

Eigentümer:                 Land Steiermark


Betriebsführung:          Steiermärkische

                                     Landesbahnen


Streckenlänge:             15,170 km


Betriebseröffnung:        28.07.1889


Spurweite:                     Normalspur, 1435 mm


größte Neigung:            16 ‰


kleinster Radius:           197 m


Anzahl der Weichen:     39


Anzahl der

Eisenbahnkreuzungen:  25
Traktionsart:                  Dieselbetrieb


Anzahl der

Dieseltriebwagen:          3

 

Geschichte

 

Am 17. April 1888 erhielten Anton Rintelen, Josef Mosdorfer und Johann Pichler die Bau- und Be­triebsgenehmigung (Konzessionserteilung) einer normalspurigen Lokalbahn zwischen Gleisdorf und Weiz. Der Baubeginn der 15 km langen Strecke erfolgte im gleichen Jahr durch das Bauunter­nehmen Skala&Glanz. Am 9. Mai 1889 wurde die Aktiengesellschaft der Lokalbahn Gleisdorf ge­gründet. Feierlich eröffnet wurde die Strecke nach einjähriger Bauzeit am 28. Juli 1889 (Betriebs­führung: kk Österreichische Staatsbahnen). Der erste Sonderzug fuhr um 9:30 Uhr in Gleisdorf ab und war mit dem Weizer Marktwappen, Kränzen und Blumen festlich geschmückt. Auf der Fahrt nach Weiz wurde der Sonderzug von der Bevölkerung herzlich begrüßt. Mit Beginn des planmäßi­gen Zugverkehrs wurde der tägliche Postkutschenverkehr nach Gleisdorf eingestellt und die Post­beförderung von der Bahn übernommen. Am 14. Dezember 1911 wurde die Eröffnung der Schmal­spurstrecke Weiz – Birkfeld (Feistritztalbahn) gefeiert. Damit erhöhte sich die Bedeutung des Bahnhofes Weiz, der somit zu einem Umsteige- und Umladebahnhof wurde. 1922 übernahmen die Steiermärkischen Landesbahnen die Betriebsführung der Strecke Gleisdorf Weiz. 1933 fuhren die ersten Triebwagen direkt von Weiz nach Graz und die Haltestelle „Weiz Stadt“ wurde errichtet. Am 30. Juni 1942 wurde die „Aktiengesellschaft der Lokalbahn Gleisdorf – Weiz“ aufgelöst und die Konzession sowie das gesamte Vermögen auf das Land Steiermark Übertragen.

 

1964/1965 erfolgte durch die Inbetriebnahme der Diesellokomotiven DE1 und DE2 die Umstellung vom Dampfbetrieb auf Dieselbetrieb. 1972 wurde die Haltestelle Albersdorf errichtet. In den Jahren 1991 bis 1995 erfolgte eine Sanierung der Strecke und neue Sicherungsmittel (Lichtzeichenan­lagen bei Eisenbahnkreuzungen, Unterführungen usw.) wurden errichtet, wodurch sich die Stre­ckenhöchstgeschwindigkeit auf 90km/h erhöhte. 1994 wurde die Strecke Gleisdorf – Weiz in den neuen Verkehrsverbund eingebunden.

 

Auf der Strecke wird sowohl Personen- als auch Güterverkehr abgewickelt. Die Strecke wird mit Dieselfahrzeugen betrieben, die zusätzlich mit einem Funkfernsteuerungsmodul ausgerüstet sind. Durch das Funkfernsteuerungsmodul ist es möglich, einen Verschub nur mit dem Triebfahrzeug­führer und dem Triebfahrzeug abzuwickeln. Der Einsatz eines Verschiebers ist nicht mehr zwin­gend notwendig.

 

In Weiz trifft die Landesbahn Weiz–Gleisdorf mit der Feistritztalbahn zusammen, von der regelmä­ßig Güterverkehr (Talkum) übernommen wird.

 

Personenverkehr

 

Das Aufnahmsgebäude des Bahnhofs Weiz

Das bedeutendste Ereignis im Personenverkehr war der Start der S-Bahn im Großraum Graz. Im Rahmen einer Pressekonferenz gab Frau Landesrätin Edlinger-Ploder den Startschuss für die neue S-Bahn im Großraum Graz. Seit 9. Dezember 2007 gibt es für die Fahrgäste eine umfangreiche Ausweitung der Zugverbindungen von Graz aus in alle Richtungen. In dieses S-Bahnsystem, das von der Verkehrsabteilung des Landes Steiermark entwickelt worden ist, ist die Strecke Gleisdorf – Weiz (R 531) einge­bunden.

 

Am 12. Dezember 2010 wurde die S-Bahn auf der Ostbahnstrecke (S3) Wirklichkeit. Mit Fahr- planwechsel wurde nicht nur die Steirische Ostbahn (Graz – Gleisdorf – Fehring) zur S-Bahn (S 3), sondern auch die „Weizer Bahn“ zur S 31. Das be­deutet mehr Verbindungen, Taktverkehr und bessere Anschlussmöglichkeiten.

 

Zur Verbesserung der Zugzielbezeichnung für die S-Bahn im Großraum Graz wurden die Na- men für die Bahnhöfe in Weiz geändert. Der Halt am Bahnhof Weiz wird nicht mehr als „Weiz“ sondern „Weiz Bahnhof“ bezeichnet. Die Endstation „Weiz Stadt“ trägt ab sofort die Bezeich- nung „Weiz“. Die Haltestelle „Fladnitz/Neudorf“ wurde auf „Unterfladnitz“ geändert.

 

Schienenfahrzeuge

 

Übersicht der Dampflokomotiven

 

Seit 2011 werden für den Personenverkehr Weiz – Gleisdorf – Graz drei dieselelektrische zweiteili­ge GTW-Triebwagen von Stadler Rail eingesetzt.[1] Diese sind mit den GTW der GKB kompatibel. Die Garnituren weisen niederflurige Einstiege, klimatisierte Fahrgasträume und eine behinderten­gerechte Ausstattung auf. Zusätzlichen Komfort bieten die bequemen „first class“-Sitze. Außerdem gibt es bei allen Sitzen Steckdosen für Handys und Laptops sowie Haltewunschtaster. In den hel­len Fahrgasträumen mit großen Fenstern stehen pro Zug 97 Sitzplätze zur Verfügung.

 

Für einen Teil der Zugläufe und als Reserve werden zwei 5047 der StLB vorgehalten. Zuvor wurde die Strecke teilweise mit ÖBB 5022 bedient. Für Spitzenverkehre wurde ein Wendezug aus drei Leichtstahlwagen Schweizer Bauart gebraucht erworben und 2014 durch gebrauchte Wagen der ÖBB ersetzt.

 

Für den überregionalen Gütertransport werden Lokomotiven des Typs Siemens ER 20 und Gmein­der D 110 BB eingesetzt. Weitere Lokomotiven stehen für Rangierdienste und den lokalen Güter­verkehr bereit (Gmeinder-Reihe).

 

Aktueller Fuhrpark

 

Ausbau

 

Am 23. Mai 1998 wurde der Bahnhof Weiz neu gestaltet. Dabei wurden ein Park&Ride-Platz und Fußgängerüberführung errichtet. 2008 bis 2009 wurde das Bahnhofsgebäude modernisiert. Dabei wurden ein moderner Warteraum mit einem Informations- und Fahrkartenschalter sowie eine neue WC-Anlage errichtet und der Kundenbereich barrierefrei gestaltet.

 

Im August 2009 wurde die neue Haltestelle Weiz Interspar eröffnet. [2] Im November 2009 wurde bei den Haltestellen ein dynamisches Fahrgastinformationssystem in Betrieb genommen. Der Fahrgast hat somit minutengenau die Möglichkeit, sich über die Abfahrtszeit der nächsten Züge zu informieren. Darüber hinaus werden Datum, Uhrzeit und die Außentemperatur angezeigt. Sollte es zu Störungen im Zugverkehr kommen, werden Fahrgäste über das dynamische Fahrgastinformati­onssystem darüber informiert und Ersatzmaßnahmen sind sofort ersichtlich. Zudem kann der Fahr­dienstleiter in Weiz über Lautsprecher die Fahrgäste direkt informieren.

 

Am 28. Mai 2009 wurde der erste Abschnitt der neu errichteten elektronischen Sicherungsanlage in Betrieb genommen. Die Fertigstellung erfolgte im Jänner 2010.

 

Im Herbst 2011 wurde die Haltestelle Unterfladnitz mit einem Haltewunschanzeiger ausgestattet. Somit sind ab diesem Zeitpunkt alle Haltepunkte auf der Strecke Gleisdorf – Weiz mit dieser Ein­richtung ausgerüstet.

 

Ab 2017 soll die Bahnstrecke um ca. 900 Meter mitten durch das Stadtzentrum von Weiz bis knapp an das Schulzentrum verlängert werden. Vom jetzigen Bahnhof Weiz aus wird die derzeit vorhandene Anschlussbahn zum Werk der Firma Andritz Hydro im Zuge des vorgesehenen Um­baus der Ortsdurchfahrt von Weiz so umgebaut, dass sie einen eigenen Gleiskörper erhalten wird und von einer Anschlussbahn in eine öffentliche Eisenbahn umgewidmet wird. Der neue Endpunkt liegt ca. 200 Meter vom Bundesschulzentrum Weiz entfernt. Im Zuge der Verlängerung der Bahnli­nie sind zwei neue Haltestellen geplant. Eine im Bereich des derzeitigen Busbahnhofs, die zweite direkt am neuen Endpunkt. Im Bereich der neuen Haltestelle „Weiz Zentrum“ (Busbahnhof) ent­steht ein Umsteigeknoten mit den Regionalbuslinien (Richtung Graz und oberes Feistritztal). Am 27. Februar 2015 erfolgte der symbolische Spatenstich, ein Gelenktriebwagen der Steiermärki­schen Landesbahnen befuhr dabei probeweise die Anschlussbahn.

 

 

Einzelnachweise

 

1) GTW-Triebwagen von Stadler endlich zugelassen, EurailPress, 9. November 2011

2) [1] Neue Haltestelle Weiz Interspar (abgerufen am 21. Jänner 2011)

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Landesbahn_Gleisdorf%E2%80%93Weiz

            https://de.wikipedia.org/wiki/Steirische_Ostbahn

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