Lokalbahn Mixnitz – Sankt Erhard

Mixnitzbahn

Die Lokalbahn Mixnitz-Sankt Erhard AG oder Brei­tenauerbahn in der Steiermark ist eine hundertpro­zentige Tochter der RHI AG, die das Magnesitwerk Breitenau betreibt. Der Lokalbahngesellschaft ge­hört die Schmalspurbahn, die von den Steiermärki­schen Landesbahnen heute auf einer Länge von 10,380 Kilometern betrieben wird. Sie weist eine Spurweite von 760 mm auf und wurde im Zuge der Erschlie- ßung der Magnesitvorkommen in Brei­tenau am Hochlantsch erbaut.

 

Ausgangspunkt der Bahn ist der ÖBB-Bahnhof Mixnitz-Bärenschützklamm (Österreichische Süd­bahn), wo die beförderten Frachten auf Normal­spurwagen umgeladen werden. Der heutige End­punkt der Strecke liegt direkt im Werksgelände des Magnesitwerks in Breitenau am Hochlantsch.

 

Geschichte

 

1906 wurde im steirischen Ort Breitenau am Hoch­lantsch – in einem östlich der Mur gelegenen Sei­tental – ein von dem deutschen Industriellen Carl Spaeter gegründeter Magnesitbergbaubetrieb nebst anschließender Verhüttung gebaut. Schon bald waren die Grenzen des Abtransportes der Produktion sowie des Antransportes der notwendi­gen Produktionsmittel wie Kohle per Pferdefuhr­werk zu erkennen. Es wurde daher der Plan einer schmalspurigen elektrischen Kleinbahn geboren.

 

Der erste Personenzug verkehrte auf der Strecke am 12. September 1913, damals noch mit 600 V Gleichstrom. Später stellte man den Betrieb auf 800 V Gleichstrom um. 1953 wurden zwei Fahr­zeuge von der eingestellten Ybbser Straßenbahn zu Verschubzwecken erworben. Die Strecke diente von Anfang an vorrangig dem Materialtransport des Magnesitwerkes, aber auch den damals um­fangreichen Holz- transporten sowie bis ins Jahr 1966 auch dem Personenverkehr.

 

Nachdem der Personenverkehr im Laufe der Jahre immer mehr zurückgegangen war, wurde er am 31. Juli 1966 eingestellt und durch eine Postautolinie ersetzt. Ein Personenwagen, der 1913 von den Ringhoffer Werken in Prag für die Strecke gebaut worden war,[1] kam bereits um 1930 zur Waldbahn Deutschlandsberg und danach zur Gurktalbahn. Im Juli 2013 wurde er dort gegen einen anderen Personenwagen getauscht und gehört seitdem zum Wagenbestand des Flascherlzuges auf der Stainzer- bahn. Der Wagen gehört zur Serie C[2] (das bezeichnet einen Wagen 3. Klasse), er hatte ursprünglich die Wagennummer 1 und die Fabrikationsnummer 83265. Der Wagen wiegt 3715 (nach anderer Quelle 3750[2]) kg, er ist 6,7 m lang und hat 18 Sitzplätze.[3]

 

Nach der Einstellung des Personenverkehres wurde im Jahr 1970 die Strecke an beiden Endpunk­ten geringfügig verkürzt und die Abstellhalle sowie die Werkstätte nach Mixnitz verlagert. Am Platz des ehemaligen dreigleisigen Bahnhofes St. Erhard nebst Service- und Verladegleisen befindet sich heute eine Halle des Magnesitwerkes. Ab dem Jahr 1988 wurde schrittweise die Sanierung der Strecke vorgenommen.

 

Durch heftige Regenfälle verursachtes Hochwasser führte im August 2005 in einigen Abschnitten zu schweren Schäden am Oberbau, so dass kein Fahrbetrieb stattfinden konnte. Am 14. Oktober 2005 wurde nach Wiederherstellung der Strecke der Betrieb wieder aufgenommen.

 

Neben den werktäglichen Güterzügen für den Magnesittransport verkehren an einzelnen Wochen­enden zwischen Mai und September Nostalgie-Personenzüge, die vom Verein "Freunde der Brei­tenauerbahn" seit 2007 organisiert werden.

 

 

Einzelnachweise

1) Manfred Hohn: Waldbahnen in Österreich. Verlag Josef Otto Slezak, Wien 1980. ISBN 3-900134-68-5. S. 160.

2) Krobot, Slezak, Sternhart: Schmalspurig. S. 304–305 (Skizze mit Abmessungen auf S. 304)

3) Flascherlzug erhielt Liechtenstein-Waldbahn-Waggon. In: Weststeirische Rundschau. Nr. 30, Jahr­gang 2013 (26. Juli 2013), 86. Jahrgang, ZDB-ID 2303595-X. Simadruck Aigner u. Weisi, Deutsch­landsberg 2013, S.15.

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Lokalbahn_Mixnitz%E2%80%93Sankt_Erhard

 

OOOOO

 

Anzahl der Weichen: 15

Anzahl der Eisenbahnkreuzungen: 50

Traktionsart: Elektrisch, Gleichstrombetrieb 0,8 kV

Anzahl der Elektrolokomotiven: 4 (Schmalspur)

Anzahl der Diesellokomotiven: 2 (Normalspur)

Anzahl der Güterwagen: 49

 

Triebfahrzeuge der Steiermarkbahn

 

Dieselelektrische Normalspurlok

 

VEL 1

Spurweite: 1435 mm

Hersteller: Gebus

Achsfolge: B

Leistung: 92 kW

Vmax: 18 km/h

Masse: 20 t

Baujahr: 1954

Derzeit nicht betriebsfähig

VHL 2

Spurweite: 1435 mm

Hersteller: Jenbacher

Achsfolge: B

Leistung: 147 kW

Vmax: 30 bzw. 60 km/h

Masse: 28 t

Baujahr: 1967

Derzeitiger Einsatz: Verschubarbeiten

 

Elektrische Schmalspurlokomotiven 800 V Gleichstrom

 

E 1 "Breitenau"

E 2 "Hochlantsch"

Spurweite: 760 mm

Hersteller: AEG

Achsfolge: B

Steuerung: Walzenfahrschalter

Leistung: 110 kW

Vmax: 20 km/h

Masse: 15 t

Baujahr: 1913

Derzeitiger Einsatz: Verschubarbeiten

E 3, E 4

Spurweite: 760 mm

Hersteller: ÖAM/BBC

Achsfolge: Bo'Bo'

Steuerung: Nockenfahrschalter PC 4

Leistung: 147 kW

Vmax: 20 km/h

Masse: 22 t

Baujahr: 1957/1963

Derzeitiger Einsatz: Güterzüge und Verschubarbeiten

Alle Fotos bahnbilder.de

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