SCHÖMA CHL-40G, Herbert Ortner 25.06.2010

Museumsfeldbahn Großgmain

Die Museumsfeldbahn Großgmain ist eine für den Personentransport im Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain erbaute Schmalspurbahn.

 

Geschichte

 

Um einerseits gehbehinderten Menschen den Zugang zum Freilichtmuseum zu erleich­tern und ande-rerseits neue Ausblicke auf die Objekte zu ermöglichen, beschloss die Mu­seumsleitung, eine Feldbahn für den Perso­nentransport durch das gesamte Gelände zu errichten. Geplant wurde die Errichtung ab 2007, zur Jahresmitte 2009 wurde mit dem Bahnbau begonnen, der knapp ein Jahr dau­erte. Im Mai 2010 war der Bau bis auf Klei­nigkeiten (Bahnsteige etc.) fertig und es fan­den erste Probefahrten statt. Die feierliche Eröffnung erfolgte am 13. Juni 2010.[1]

 

Die Betriebsleitung obliegt den Salzburger Lokalbahnen, einer für Schienenverkehr zu­ständigen Ge-schäftseinheit des Salzburger Infrastrukturunternehmens Salzburg AG, das Bahnpersonal besteht aus Freiwilligen und Angestellten des Museums. Finanziert wurde das Vorhaben vom Salzburger Frei-lichtmuse­um, vom Förderverein des Museums und von der Salzburger Landesregierung.

 

Strecke

 

Die Bahn orientiert sich am Vorbild einer Feld­bahn, ist für den Personentransport 1,7 km lang und weist ein zusätzliches Betriebsgleis von 333 m Länge auf. Die Bahn wird mit einer Ge­schwindigkeit von rund 15 km/h befahren[1] und hat eine Spurweite von 600 mm. Die stei­gungsreiche Strecke (40 ‰ Steigung) hat drei Stationen, ist in mehreren Kehren angelegt und verfügt über Wendeschleifen an den Endstatio­nen. Die Haltestellen erhielten die Namen der­jenigen Salzburger Gaue, nach denen im Museum die Bauobjekte gruppiert sind. Die Endhaltestelle „Flachgau“ am Muse-umseingang wurde nach den Plänen der Haltestelle „Zistelalpe“ der ehemaligen Gaisbergbahn originalgetreu nachge­baut und enthält im Inneren eine Ausstellung über die Feldbahnen im Bundesland Salzburg. Bei der Mittelstation wurde ein Haltestellengebäude errichtet, dessen Original bis 1957 an der Halte­stelle „Söllheim“ der Salzkam-mergut-Lokalbahn stand. Die Endstation der Museumsbahn erhielt das alte originale Wartehäuschen der ehemaligen Murtalbahn-Haltestelle in Lintsching (Lungau).

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Fahrzeuge

 

Die Bahn besitzt drei Diesellokomotiven und acht Personenwagen. Eines der Dieselfahrzeu­ge ist von der Bauart Schöma CHL-45G (Bau­jahr 1988) und im gleichen Rubinrot wie Fahr­zeuge der Salzburger Lokalbahn lackiert und trägt den Namen Untersberg sowie die Be­zeichnung Vf 2; sie wurde ursprünglich beim Bau des Eurotunnels und zuletzt auf der Kur­bahn Bad Schwalbach eingesetzt. Die andere Lokomotive ist von der Bauart Schöma CHL-40G (Baujahr 1995) und wie der Fahrradzug der Pinzgauer Lokalbahn moosgrün lackiert.

 

Sie trägt den Namen Gaisberg und die Bezeichnung Vf 1. Sie wurde früher auf der 2008 eingestell­ten und durch ein normalspuriges Anschlussgleis ersetzten Werksbahn des Diabas-Steinbruchs in Saalfelden eingesetzt. Die beiden Diesellokomotiven wurden 2009 bis 2010 im Schöma-Werk in Diepholz (Niedersachsen) aufgearbeitet. Am 13. Mai 2012 wurde mit einer weiteren Schöma CHL-40G, Großglockner, Vf 3 die dritte Diesellokomotive (schwarz, fabriksneu) in Betrieb genommen. [2]

 

Die acht vierrädrigen Personenwagen der Museumsfeldbahn sind in den 1960er Jahren von der Firma Mühlhäuser in Michelstadt (Hessen) auf die Untergestelle der ehemaligen sogenannten „Ka­prun-Loren“ der Diabasbahn Saalfelden neu aufgebaut worden. Diese wurden zuvor auch schon beim Kupferbergbau in Mühlbach am Hochkönig und beim Bau der Kraftwerksgruppe Glockner-Kaprun eingesetzt. Die Waggons sind als offene Sommerwagen ausgeführt und auf je zwei Rädern mit Druckluftbremsen versehen. Jeder Wagen ist für 23 Personen ausgelegt, alle Personenwagen verfügen über ein Fahrgastnotrufsystem. Zwei der Wagen haben breitere Einstiege und sind für den Transport von Kinderwägen und Rollstühlen ausgelegt. Um den Spalt zwischen Bahnsteig und Waggon zu überbrücken, wird in den beiden Wagen eine einlegbare Rampe mitgeführt. Diese Wagen sind immer am Zugschluss gereiht.

 

2010 war außerdem eine Dampflok des Typs Las 49, die 1957 in Polen gebaut wurde, leihweise in Einsatz.

 

 

Einzelnachweise

 

1) „Möge die Kohle nie ausgehen“, Artikel in den „Flachgauer Nachrichten“, 17. Juni 2010.

 

2) Gunter Mackinger: Neue Diesellok im Salzburger Freilichtmuseum. LOK Report, 13. Mai 2012, abgerufen am 2. Juni 2012.

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Museumsfeldbahn_Gro%C3%9Fgmain

Bahnhof „Flachgau“
Zug auf freier Strecke
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