Elektrischer, dreiteiliger Triebwagen der Baureihe GySEV 4744 der Raaberbahn des Typs Desiro Mainline vom Hersteller Siemens, am Bahnhof Krefeld-Uerdingen, auf dem Weg vom Produktionsstandort Krefeld zum Prüfzentrum in Wegberg-Wildenrath

Raaberbahn

Die Raab-Ödenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG (ROeEE), kurz: Raaberbahn AG bzw. ungarisch Győr-Sopron-Ebenfurti Vasút (GySEV), ist ein österreichisch-ungarisches Eisenbahnunternehmen.[1]

 

Streckennetz

 

Das Unternehmen betreibt die Eisenbahnstre­cken

 

Győr–Sopron–Ebenfurth (Raab–Öden­burg–Ebenfurth),

Sopron–Szombathely (Ödenburg–Stein­amanger),

Szombathely–Szentgotthárd (Steinaman­ger–St. Gotthard)

die Neusiedler Seebahn (NSB) Neusiedl am See–Fertőszentmiklós (Sankt Niklaus am Neusiedlersee)

Szombathely–Köszeg (Steinamanger–Güns)

Hegyeshalom–Rajka (Straß-Sommerein–Ragendorf)

Körmend–Zalalövő (momentan nicht be­fahrbar)

sowie die sogenannte Széchenyi-Muse­umsbahn bei Nagycenk (Groß-Zinkendorf).

 

 

Unternehmen

 

Die Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Sopron (Ödenburg) hat im Juli 2010 folgende Eigentümer-struktur:[2]

Generaldirektion in Sopron

 

65,6356 % Republik Ungarn

 

28,2378 % Republik Österreich, Anteilsverwaltung durch BMVIT[3]

 

6,1266 % STRABAG SE

 

Bis 2009 war nicht nur der österreichische Anteil größer, sondern – anstelle von Strabag – die Spe­ditions Holding, Tochter der Rail Cargo Austria (Teil des ÖBB-Konzerns) Teilhaber der Raaber­bahn.[4]

 

Generaldirektor der Raaberbahn war von 2007 bis 2010 der Österreicher Csaba Székely. Am 23. Juli 2010 wurde Ilona Dávid von der ungarischen Regierung (Kabinett Orbán II) als neue Generaldirektorin ernannt, welche bislang Leiterin des Rechnungswesens bei der staatlichen ungarischen Eisenbahngesellschaft MÁV war.

 

Die Zweigniederlassung Österreich ist im Firmenbuch beim Handelsgericht Wien unter der Nummer 114215p mit dem Firmenwortlaut „Györ-Sopron-Ebenfurti Vasut Reszvenytarsasag

Rot: Bahnstrecken der Raaberbahn (2011)

 

65,6356 % Republik Ungarn

 

28,2378 % Republik Österreich, Anteilsverwaltung durch BMVIT[3]

 

6,1266 % STRABAG SE

 

Bis 2009 war nicht nur der österreichische Anteil größer, sondern – anstelle von Strabag – die Spe­ditions Holding, Tochter der Rail Cargo Austria (Teil des ÖBB-Konzerns) Teilhaber der Raaber­bahn.[4]

 

Generaldirektor der Raaberbahn war von 2007 bis 2010 der Österreicher Csaba Székely. Am 23. Juli 2010 wurde Ilona Dávid von der ungarischen Regierung (Kabinett Orbán II) als neue Generaldirektorin ernannt, welche bislang Leiterin des Rechnungswesens bei der staatlichen ungarischen Eisenbahngesellschaft MÁV war.

 

Die Zweigniederlassung Österreich ist im Firmenbuch beim Handelsgericht Wien unter der Nummer 114215p mit dem Firmenwortlaut „Györ-Sopron-Ebenfurti Vasut Reszvenytarsasag Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn Aktiengesellschaft“ seit 14. März 1924 registriert. Die österreichische Betriebsführung befindet sich im Bahnhof Wulkaprodersdorf.

 

Die Raaberbahn ist zur internationalen Kooperation und Lobbyarbeit im Bahnsektor Mitglied in:

 

OSShD – Beobachter der OSShD mit Sitz in Warschau

UIC – Internationaler Eisenbahnverband mit Sitz in Paris

CER – Gemeinschaft der Europäischen Bahnen und Infrastrukturgesellschaften mit Sitz in Brüssel

UITP

RailNetEurope

 

Geschichte

 

Bereits 1872 wurde eine Konzession an Baron Viktor Erlanger für eine Bahnstrecke von Raab (Győr) über Ödenburg (Sopron) nach Neufeld an der Leitha (Lajtaújfalu), der damaligen Landesgrenze, vergeben. Doch durch Verzögerungen wegen der Finanzkrise 1873 konnte das erste Teilstück von Győr nach Sopron erst am 2. Jänner 1876 eröffnet werden. Durch die Übernahme von Industriebahnen konnte kurz darauf nach Ebenfurth gefahren werden. Durch die notwendige Lizenz erwarb man das Recht, auf dem damals sehr kurzen Stück in (Nieder-)Österreich Personenverkehr öffentlich anzubieten. Das restliche Stück lag komplett in Ungarn.

 

Am 19. Dezember 1897 fand die Eröffnung der Neusiedler Seebahn zwischen Parndorf (Pándorfalu) und Celldömölk statt. Obwohl diese zwar eine eigene Aktiengesellschaft war, übernahm die ROeEE die Prioritätsaktien und wurde auch Bauherr und Betreiber dieser Linie. Nach Auflösung der Monarchie blieb die Gesellschaft weiterhin selbständig. Das änderte sich auch nicht während bzw. nach dem Zweiten Weltkrieg. Trotz des “Kalten Krieges” wurde weiterhin grenzüberschreitend zwischen Österreich und Ungarn gefahren.

 

1972 wurde auf einer aufgelassenen Anschlussbahn die schmalspurige Széchenyi-Museumsbahn errichtet, die bis heute als Museumsbahn betrieben wird. 1979 wurde die Linie zwischen Celldömölk und Fertőszentmiklós eingestellt. Ab den 1980er Jahren erfuhr die ROeEE einen starken Aufschwung. Insbesondere der Güterverkehr nahm stark zu, wozu nicht zuletzt der mit österreichischer Unterstützung errichtete Güterterminal in Sopron wesentlich beitrug. Am 31. Mai 1987 wurde der elektrische Betrieb zwischen Győr und Sopron aufgenommen. Am 28. Oktober 1987 erfolgte die Aufnahme des elektrischen Betriebes zwischen Sopron und Ebenfurth. Zu diesem Zweck musste die Fahrleitungsanlage in Ebenfurth völlig umgebaut werden, da die ÖBB und die ROeEE unterschiedliche Bahnstromsysteme anwenden. Während die ÖBB als Stromsystem 15 kV mit 16 2/3 Hz Wechselstrom verwenden, betreibt die ROeEE ihre Fahrleitungsanlagen mit 25 kV und 50 Hz Wechselstrom.

 

Am 1. Jänner 2002 übergab die MÁV aufgrund staatlicher Anordnung die Strecken Sopron–Szombathely und Sopron–Staatsgrenze nahe Loipersbach-Schattendorf an die ROeEE. In diesem Jahr änderte sich auch die Besitzstruktur der Neusiedler Seebahn (49 % Republik Österreich, 25 % Land Burgenland). Der elektrische Betrieb auf dieser Linie wurde am 24. April 2002 aufgenommen. Im Jahre 2006 übernahm die ROeEE den Streckenabschnitt Szombathely–Szentgotthárd–Staatsgrenze nach Mogersdorf der ehemaligen Ungarischen Westbahn von der MÁV. Mit einem Investitionsaufwand von 72 Millionen Euro soll der 53,3 km lange Streckenabschnitt für Geschwindigkeiten bis 120 km/h und für eine Achslast von 22,5 Tonnen ausgebaut werden. Im September 2009 wurde von der ROeEE mit den Bauarbeiten begonnen und diese bis Dezember 2010 fertiggestellt. Die ROeEE sieht diesen Ausbau nicht als Alternative zum Semmering-Basistunnel, sondern als Ergänzung. Die ROeEE erhofft sich dadurch, die Tonnagen von 800.000 Tonnen auf 2,5 Millionen mehr als verdreifachen zu können.

 

2008 wurde der österreichische Firmenname auf Raaberbahn AG geändert; der ungarische blieb unverändert. 2009 erhöhte der ungarische Staat im Rahmen einer Kapitalerhöhung der AG, an der die bis dahin mit 33,3 % beteiligte Republik Österreich (noch) nicht teilnahm, seinen Anteil von 61 auf nunmehr 65,6 %. Das ungarische Ministerium für nationale Entwicklung beschloss am 18. Juni 2011, die Betriebsführung mehrerer MÁV-Strecken (siehe nachfolgende Zusammenstellung) ab Dezember 2011 auf die Raaberbahn zu übertragen.

 

Strecken

 

Im Eigentum der GySEVeneraldirektion in Sopron

 

 

Im Betrieb der GySEV

 

 

Fuhrpark

 

Auf den Linien verkehrten früher vornehmlich von der ungarischen Staatsbahn MÁV übernommene Fahrzeuge, wie zum Beispiel die Dampflokreihe 424 oder Dieselloks wie die Baureihe M62.9. Derzeit bedienen vor allem Neubauloks der Reihe 470 (entsprechend ÖBB 1116) die Hauptstrecke. Dazu einige von der MÁV übernommene E-Loks der Reihe V43, Dieselloks der Reihen M40, M42 und M44 und Triebwagen der Baureihen 5047.5 und 5147.5 (weitgehend identisch mit ihren ÖBB-Namensvettern). Auch übernahm die Bahn einige ehemalige Schlierenwagen der ÖBB.

 

Bei Stadler Rail wurden 2012 zunächst vier Flirt-Triebzüge bestellt für den Regionalverkehr auf der Linie Sopron–Szombathely–Szentgotthárd.[5] Weitere sechs Züge dieses Typs wurden im Februar 2013 geordert für den Regionalverkehr auf der Linie Sopron–Győr und Csorna-Szombathely.

 

Lokomotiven

 

 

Triebwagen

 

 

Bildergalerie

DB 151, ÖBB 4020 und ROeEE V43 im Bahnhof Ebenfurth (2004)

 

Einzelnachweise

  1. Unternehmensbeschreibung auf raaberbahn.at

  2. Ungarn setzt Csaba Szekely als Chef ab. In:derstandard.at, 23. Juli 2010, abgerufen am 26. September 2012.

  3. Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit): Gesellschaften. In: bmvit.gv.at, abgerufen am 26. September 2012.

  4. Ungarn erhöht Anteile an Raaberbahn. In: volksgruppen.orf.at, 9. Juni 2009, abgerufen am 26. September 2012.

  5. GYSEV und Stadler haben einen Vertrag...Handelskammer Schweiz-Ungarn (HSU Zürich), 1.Oktober 2010, abgerufen am 6. September 2013.

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Raaberbahn

 

 

Videos

 

Ex-DR 132 bei der Raaberbahn
hamsterhamster2002
02:10

Gyesevfld On Raaberbahn
hamsterhamster2002
Schnellzüge der privaten Eisenbahngesellschaft GySEV ("Raaberbahn") auf ungarischen Linien 15 und 16.
01:39

 

Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG
Peter Altmann
Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG – GYSEV Zrt. "Raaberbahn" - Der elfteTeil der Dokumentationsreihe "Stolz auf Österreich - die Industrie unseres Landes"
12:24

 

Ventus - der neue Desiro Triebwagen der Raaberbahn
Web Steiner 15.07.2016
Am 15. Juli 2016 präsentierte die Raaberbahn den neuen Desiro Triebwagen mit einer Sonderfahrt von Ebenfurth über Neufeld nach Wulkaprodersdorf. Die fünf neuen Garnituren für die Raaberbahn sind die ersten Regionalbahn-Triebwagen des Typs Desiro ML überhaupt, die in Österreich zum Einsatz kommen. Ein Gewinnspiel ermittelte den Namen: Ventus.
02:56

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