6645.004 mit 5145.003-5, Bzmot 501 und 502 der GySEV und 2143.071 Neusiedl am See, Werner Hardmeier April 1986

Neusiedler Seebahn

Die Neusiedler Seebahn[Anm. 1] verbindet seit dem 19. Dezember 1897 Neusiedl am See eingleisig auf Normalspur über Pamhagen mit der Station Fertőszentmiklós der Raab-Ödenburg-Ebenfurther Eisenbahn an der ungarischen Bahnstrecke Győr (Raab) – Sopron (Oedenburg). Bis zum 26. Mai 1979 führte die Bahn noch 56 km weiter bis Celldömölk. Zur Zeit des Baues lag die Gesamtstrecke von 109 km Länge[Anm. 1] auf ungarischem Gebiet[1]. Am 25. Jänner 1921 kamen dann 45 km mit dem Burgenland zu Österreich.

 

Eigentümer

 

Eigentümer ist seit 29. Juni 2010 die Neusiedler Seebahn GmbH, die mehrheitlich dem Burgen­land gehört, im Übrigen die Republik Österreich. Ihre Vorgängerin war die Neusiedler Seebahn AG (NSB AG) – ungarisch Fertővidéki Helyiérdekű Vasút (Fhév) –, die seit 1997 folgende Eigentü­mer hatte:

 

Republik Österreich    48,259 %
Republik Ungarn         26,306 %
Land Burgenland         25,435 %

Den Betrieb führt nach wie vor die Raab-Ödenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG (RoeEE/GySEV).


Unternehmenszweck

 

War die Strecke früher eher für den landwirt-schaftlichen Gütertransport genutzt, ist sie heute vorwiegend für den Personenverkehr von  Be- deutung. Durch diese Linie ist das Nordburgen- land östlich des Neusiedlersees (Seewinkel) an das nationale und internationale Schienennetz angeschlossen, das vor allem von Pendlern nach Wien genutzt wird.

 

Modernisierung

 

Elektrifizierung

 

Die Elektrifizierung wurde im Jahr 2003 begon- nen und abschnittsweise bis Mitte April 2004 voll-

zo­gen. Die Strecke wurde in diesen Jahren mit dem in Ungarn üblichen Bahnstromsystem 25 kV / 50 Hz elektrifiziert, wobei sich die Systemtrennstelle auf freier Strecke zwischen den Bahnhöfen Bad Neusiedl und Neusiedl/See befindet[2]. Neben Triebwagen der ROeEE kommen ÖBB-Mehrsys­temlokomotiven der Reihen 1014 und 1116 mit Wendezügen sowie Triebwagengarnituren der ÖB­B-Reihe 4124 (ausgestattet für Zweistromsystem) zum Einsatz.

 

Gleisausbau

 

Durch die zuletzt erfolgte Erneuerung des Ober­baus und den Einbau stärkerer Schienen konnte eine Erhöhung der Maximalgeschwindigkeit auf der Strecke von 80 km/h auf 120 km/h und damit eine wesentliche Beschleunigung der Fahrzeiten erreicht werden.

 

Zugkreuzungen

 

Die Zugkreuzungen finden in St. Andrä überwie­gend vier Minuten vor der sonst üblichen Sym­metriezeit statt.

 

Bahnhöfe und Sicherheit

 

Durch die Erneuerung der Sicherheitstechnik können jetzt mehr Züge die Strecke nutzen. Die Bahnhöfe und Haltestellen wurden modernisiert, um den Fahrgästen mehr Komfort zu bieten. Da viele Straßenkreuzungen der Bahnlinie nicht durch Schranken, sondern lediglich durch Lichtsi­gnale oder Verkehrszeichen geregelt sind, kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen mit Straßenfahrzeugen. Der Forderung nach mehr Bahnschranken wurde aus finanziellen Gründen jedoch noch nicht nachgegeben.


Geschichte

 

1873: erster Eisenbahnplan in der Region Neusiedlersee

Streckenverlauf Neusiedler Seebahn

1896: Ausstellung von 2 Bahn-Konzessionen: 1 Strecke westlich des Sees, 1 östlich des Sees

19. Dezember 1897: Inbetriebnahme der Neusiedlerseebahn

1939–1945: Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

9. April 1945: Erster sowjetischer Militärzug auf der Strecke Celldömölk – Eszterháza – Ödenburg, instandgesetzt durch die anrückenden sowjet. Truppen
4. Juni 1946: Personenzug befährt erstmals wieder die Strecke Neusiedl am See – Pamha­gen

Frühjahr 1947: Instandsetzung der gesprengten Brücke über den Einser Kanal, danach Wie­deraufnahme des Bahnverkehrs zwischen Österreich und Ungarn

xx danach „Puszta-Express“ von Eszterháza über Neusiedl am See bis Wien Ostbahnhof

20. Mai 1951: Raaberbahn AG führt die Züge nur mehr bis Neusiedl am See (nicht mehr bis Wien)

22. Mai 1955: grenzüberschreitender Personenverkehr über den Grenzübergang Pamhagen musste eingestellt werden

1950er und Anfang 1960er: Güterverkehr (vornehmlich Rübe) wuchs, doch Personenbeför­derung ging stark zurück

xx stetige Verlagerung von Personenverkehr von der Schiene auf die Strasse

26. Mai 1979: die ungarische Regierung stellt den gesamten Bahnverkehrs im Abschnitt Celldömölk – Fertöszentmiklós ein

xx Weiterführung der Schnellbahn von Wien bis Neusiedl am See – wichtiger Anschluss

1980–1994: Ausbau im österr. Abschnitt durch die Neusiedler Seebahn: Stärkere Gleise, hö­here Geschwindigkeit, Sicherung von Kreuzungen, Lautsprecher in allen Bahnhöfen (An­steuerung zentral von Pamhagen aus). Hoffnung auf ein verstärktes Güteraufkommen von den entlang der Strecke angesiedelten Lagerhäusern.

1. September 1988: Einbeziehung der Strecke in den Verkehrsverbund Ost-Region

27. Mai 1990: Öffnung der Grenzen zu Ungarn, daher Wiederaufnahme des öffentlichen Personenverkehrs über den Grenzübergang Pamhagen (zuvor waren nur Fahrten mit (Pend­ler-)Visa erlaubt)

5. April 1991 (Allgemein, Straße): Abkommens zwischen der Österreichischen Bundesregie­rung und der Regierung der Republik Ungarn über die Errichtung neuer Grenzübergänge an der gemeinsamen Staatsgrenze

xx Straße: Öffnung für Fuss- und Fahrradverkehr

1. Oktober 1995 (Straße): Ausweitung des Benützungsumfang auch auf den grenzüber­schreitenden land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverkehr

xx Straße: Öffnung für Kraftfahrzeugverkehr

2003: Eigentümerwechsel von 70 % (ungarische) Raaberbahn AG auf neu 25 % Republik Österreich und (Mehrheit) Land Burgenland

24. April 2004: Inbetriebnahme der nun insgesamt elektrifizierten Strecke Neusiedl am See über Pamhagen bis Fertőszentmiklós (25 kV, 50 Hz)

30. April 2004 (Straße): Grenzöffnung für allgemeinen Straßenverkehr

2003–2008: Modernisierung der Stre wegen zu geringer Auslas­tung

 

Galerie

Einzelnachweise

1) Die Entstehung. In: neusiedlerseebahn.at, abgerufen am 1. Dezember 2012.

2) Eisenbahnatlas Österreich, Schweers + Wall, 2010, S. 37

3) http://www.neusiedlerseebahn.at/de/geschichte Geschichte auf: www.neusiedlerseebahn.at, abgeru­fen am 22. April 2014

4) http://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR12065329 Grenzübergang Pamhagen-Fertöd – Ausweitung des Benützungsumfanges, www.ris.bka.gv.at, abgeru­fen am 22. April 2014

 

Anmerkungen

 

Eröffnet als 109 km lange Lokalbahn Kis-CzellPandorf, die in der Station Parndorf an die ungarische Staatseisenbahn-Gesellschaft anschloss. – Siehe: Volkswirtschaftliche Mittheilungen. (…) Eine Lo­calbahn. In: Linzer Volksblatt, Nr. 292/1897, 22. Dezember 1897, S. 5, Mitte unten. (Online bei ANNO)

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Neusiedler_Seebahn

 

 

Video

 

Auf pannonischen Spuren- Eine Entdeckungsreise entlang der Neusiedler Seebahn
Doku ORF 3Sat 2015
Die Neusiedler Seebahn führt von Neusiedl am See über die Grenzstation Pamhagen bis nach Ungarn. Die feierliche Eröffnung erfolgte am 19. Dezember 1897, und damals benötigte man für die Fahrt von Pamhagen nach Neusiedl knapp zwei Stunden, heutzutage sind es nur 40 Minuten. Vom neuen Wiener Hauptbahnhof gelangt man ohne umzusteigen auf die Strecke der Neusiedler Seebahn. Die Route führt auf rund 38 Kilometern in die östliche Region des Neusiedlersees und weitere 11 Kilometer nach Ungarn an den Endbahnhof Fertöszenmiklös.
22:57

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