JDŽ 83-076 (2), Böhringer 12.08.2011

Club 760

(Taurachbahn)

Eigentümeranschrift an Lok 699.01

Der Club 760 - Verein der Freunde der Murtalbahn, kurz Club 760 ist ein 1969 von Eisenbahnfreunden an der Murtalbahn in Salzburg gegründeter Verein mit dem Ziel der Traditionspfle­ge von Schmalspurbahnen in bosnischer Spurweite (760 mm). Neben Fahrzeugen verschiedener österreichischer bzw. altösterreichischer Schmalspurbahnen werden insbesondere auch Lokomotiven von den ehemals umfangreichen jugosla­wischen Schmalspurnetzen der Nachwelt erhalten.

 

Die Fahrzeugsammlung des Vereins umfasst mit Stand 2012 mittlerweile 19 Schmalspurlokomotiven und 11 Wagen[1]. Seit 1988 führt der Verein einen Museumsverkehr auf der Taurachbahn im Salzburger Lungau durch. Die Fahrzeughalle des Vereins in Frojach-Katsch ist an verschiedenen Terminen im Sommer zur Besichtigung geöffnet.

 

Öffentlichkeitsarbeit für die Murtalbahn

 

Der Club 760 wurde mit dem Ziel gegründet, einen Beitrag zum Erhalt der Murtalbahn in vol­ler Länge zu leisten, unter anderem durch Öf­fentlichkeitsarbeit für die Strecke und die Dampfbummelzüge. Die ersten Personenwagen wurden beschafft und aufgearbeitet, um sie der Murtalbahn als Verstärkungswagen für die mittlerweile erfolgreichen Bummelzüge zur Verfügung zu stellen.

 

Taurachbahn

 

Geschichte

 

Die Taurachbahn entstand auf dem obersten im zum Land Salzburg gehörenden Lungau gele­genen Teilstück der Murtalbahn von Tamsweg nach Mauterndorf, das im Jahr 1981 nach einer schweren Beschädigung einer Brücke aus wirt­schaftlichen Überlegungen eingestellt wurde. Dem Verein Club 760, der sich zum Ziel gesetzt hatte, die Murtalbahn in voller Länge zu erhal­ten, gelang es, die Strecke ab 1. April 1982 zu pachten und in den Jahren 1983 bis 1987 durch die ehrenamtliche Arbeit seiner Mitglieder so in Stand zu setzen, dass im Jahr 1988 der von ihm gegründeten Taurachbahn-G.m.b.H. die Bewilligung für den „touristikbahnmäßigen Personenverkehr“ erteilt wurde. Die Taurachbahn wurde am 9. Juli 1988 eröffnet und wird seither in den Sommermonaten an den Wochenenden regelmäßig von Museumsbahnzügen befahren. Obwohl die Strecke nach wie vor den Steiermärkischen Landesbahnen gehört, ist die Taurachbahn ein eigenständiger Betrieb mit eigener ministerieller Betriebsgenehmigung.

 

Strecke

 

Wie die Murtalbahn ist die Taurachbahn als de­ren historisches oberes Ende eine eingleisige Schmalspurbahn mit einer Spurweite von 760 mm.

 

Zug der Taurachbahn mit 298.56 und 699.01 im Bahnhof Mariapfarr
Die Taurachbahn kreuzt beim Bahnhof Mariapfarr die Landesstraße B95
StLB 6 mit einem Fotogüterzug

Die Strecke beginnt am Bahnhof Mauterndorf und verläuft entlang der Südlichen Taurach über die Hal- testelle Gröbendorf zum Bahnhof Mariapfarr. Von dort führt die Trasse weiter zur Haltestelle Lintsching und zum Haltepunkt St. Andrä-Andlwirt, welcher den Endpunkt des Perso­nenverkehrs bildet. Zur Tau- rachbahn gehört jedoch noch ein weiteres Teilstück bis Streckenkilome­ter 65,650 der Murtalbahn. In diesem Abschnitt liegt eine Abzweigung, welche unter Ausnützung ei­nes leichten Gefälles zum Stürzen der Züge benützt wird. Auch dient dieser Abschnitt zum gegen­seitigen Austausch von Fahrzeugen.

 

Der Bahnhof Tamsweg wird im planmäßigen Touristenverkehr wegen der von den Steiermärki­schen Landesbahnen dafür geforderten Gebühren nicht angefahren; es fahren aber Sonderzüge von Mautern- dorf über Tamsweg auf die Murtalbahn durch.

 

Anlagen

Bahnhöfe mit mehreren Gleisen befinden sich in Mariapfarr und in Mauterndorf, wo auch ein Heiz­haus mit Werkstätte und eine 1999 in Betrieb genommene, mit Hilfe einer EU-Förderung errichtete Wagenhalle stehen.

 

Nach Mariapfarr wird die Taurach, bei Lintsching der Lignitzbach, nach St. Andrä der Göri- achbach und die ehemalige Landesstraße sowie in Wölting der Lessachbach mit Brücken überquert.

 

Die Kreuzungen der Bahn mit der Bundesstraße beim Bahnhof Mariapfarr sowie mit der Landess­traße bei der Haltestelle Lintsching sind durch Bahnschranken gesichert, die vom Zugpersonal händisch geschlossen und wieder geöffnet werden müssen. Des Weiteren gibt es viele Niveau­übergänge mit Feldwegen und Gemeindestraßen, welche durch Geschwin-digkeitsbeschränkun­gen, Andreaskreuze und/oder Stopptafeln gesichert sind.[2]

 

Eisenbahnmuseum Frojach

 

Um für die wachsende Fahrzeugsammlung eine geschützte Abstellmöglichkeit zu schaffen, wurde im Jahr 1977 ein Grundstück in Frojach gepachtet. Im Frühjahr des folgenden Jahres begann die Errichtung der Abstellhalle in Stahl­bauweise mit drei Gleisen von je 29 m Länge. Die Gleisanlage des Museums ist an die Mur­talbahn angeschlossen und besteht aus 380 m Gleis und drei Weichen.[3]

 

Mit der Einweihung der Halle am 24. Septem­ber 1978 konnten die bisher in Murau im Freien abgestellten Fahrzeuge in ihr neues Domizil verlegt werden. In den ersten Betriebsjahren der Taurachbahn bis zur Fertigstellung der Abstellhalle in Mauterndorf überwinterten die dort einge-setzten Fahrzeuge in Frojach. Im Jahr 2012 waren dort fünf Dampflokomotiven und ein Postwagen untergebracht.

Das Eisenbahnmuseum Frojach, davor der Postwagen der Mariazellerbahn

Unterstützung anderer Vereine und Institutionen

 

Mit der Bereitstellung von Fahrzeugmaterial unterstützt der Club 760 andere Museumsbahnen. Fahrzeuge des Clubs sind beim „Flascherlzug“ von Preding-Wieselsdorf nach Stainz, im Salzkam­mergut-Lokalbahn-Museum in Mondsee, bei der Zillertalbahn und bei der Schmalspurbahn Tře­mešná ve Slezsku–Osoblaha im Einsatz. Auch bei den Waldviertler Schmalspurbahnen, der Maria­zellerbahn und der mittlerweile eingestellten Thörlerbahn waren Club 760-Fahrzeuge im Einsatz. Auf der Ausstellung zum Thema „100 Jahre Schmalspurbahn in Österreich“ in Obergrafendorf im Jahr 1989 und der steirischen Landesausstellung in Knittelfeld 1999 waren Fahrzeuge des Clubs ebenfalls vertreten.

 

Fahrzeugbestand

 

Triebfahrzeuge

 

 

 

Wagen

 

 

Zur Stainzerbahn kamen 2015 auch die beiden vierachsigen Personenwagen Bi/5 47 und Bi/5 48. Diese Wagen stammen aus Beständen der ehemaligen Heeresfeldbahn, aus einer 1940 bis 1943 gebauten Serie von sechs Stück, die von den Österreichischen Bundesbahnen übernommen wor­den waren und (renoviert 1963/65) auf deren Schmalspurbahnen eingesetzt wurden. Sie waren vom Linke-Hoffmann-Waggonbau in Deutschland gebaut, wiegen 13,5 Tonnen und sind mit Stand­heizung und 24-Volt-Beleuchtungsanlage ausgestattet. Anfang 1997 kamen sie zum Club 760 und fuhren ab 1998 auf der Taurachtalbahn.[5]

 

 

Einzelnachweise

1) Lokomotiven des Club 760 (abgerufen am 11. Oktober 2012)

2) Geschichte der Taurachbahn auf den Seiten des Club 760 (abgerufen am 12. Oktober 2012)

3) Entstehung des Museums Frojach (abgerufen am 11. Oktober 2012)

4) Slezské zemské dráhy; die tschechische Streckenbeschreibung enthält eine zweisprachige (deut./tsch.) Liste der Stationen.

5) Win-Win-Situation des Stainzer Flascherlzuges. In: Weststeirische Rundschau. Nr. 3, Jahrgang 2015 (16. Jänner 2015), 88. Jahrgang, ZDB-ID 2303595-X. Simadruck Aigner u. Weisi, Deutschlandsberg 2015, S 1.

 

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Club_760#Taurachbahn

 

Alle Fotos Wikimedia Commons

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